Rebels siegen nach Puntfestival

Die Berlin Rebels gewinnen das Rückspiel bei den Potsdam Royals mit 14:7 und festigen mit diesem Erfolg den vierten Tabellenplatz in der Nordgruppe der German Football League.

Die Vorzeichen im Spiel der beiden Kontrahenten im Kampf um den letzten Playoffplatz, der in der Nordgruppe noch zu vergeben ist, waren klar. Die Royals mussten gewinnen, wenn sie ihre letzte Chance auf die Teilnahme an den Ausscheidungsspielen um die Deutsche Meisterschaft noch wahren wollten. Für die Berliner wäre eine zweite Niederlage gegen die Brandenburger in dieser Spielzeit zwar noch nicht das Ende aller Hoffnungen, der Vorsprung in der Tabelle gegenüber dem dritten Playoffanwärter Cologne Crocodiles aber dahin gewesen.

Es entwickelte sich ein Spiel, in dem von Beginn an bis zum Ende um jedes Yard gerungen wurde. Die Royals, die US-Quarterback Samuel Straub wegen nicht überzeugender Leistungen wieder nach Hause geschickt hatten (neben Straub musste auch Wide Receiver Keevan Lucas aus demselben Grund die Heimreise antreten) starteten mit dem wieder genesenen Paul Zimmermann, der wie sein Pendant auf der Gegenseite Kurt Palandech, arge Mühe hatte, seine Offense in Szene zu setzen. Die Defensivabteilungen – herausragend die US-Importe auf beiden Seiten - bestimmten über weite Strecken das Geschehen und so reihte sich auf beiden Seiten ein Punt an den nächsten. Am Ende des Spiels verzeichnete die Statistik sechs bei den Gästen und sieben bei den Gastgebern.


So dauerte es bis kurz vor den Halbzeitpfiff und zum insgesamt elften Drive, bis die ersten Punkte auf dem Scoreboard erschienen. Nach einem geblockten Punt der Rebels und einer Interception im Gegenzug vom französischen Defensive End Fayade Said starteten die Charlottenburger bei knapp zwei Minuten verbleibender Spielzeit von der eigenen 16-Yard-Linie. Palandechs Pässe auf Wide Receiver Jason Harris und Running Back Chris Smith brachten die in ihren weißen Auswärtstrikots spielenden Rebels bis kurz vor die Mittellinie. Ein Touchdown durch WR Faalevao Esekielu nach einem 56-Yard-Catch konnte von der Passverteidigung der Royals kurz vor der eigenen Endzone gerade noch verhindert werden, nicht aber der anschließende Pass in die Endzone auf WR Naji El-Ali. Kicker Ben Hermann verwandelte den PAT und mit einem Punktestand von 7:0 für das Gastteam verabschiedeten sich beide Mannschaften in die Halbzeitpause.

Nach der Pause das gleiche Spiel. Gute Einzelaktionen der angreifenden Teams täuschten nicht darüber hinweg, dass die Verteidigungsreihen im Wesentlichen alles im Griff hatten. Bis auf wenige Ausnahmen gestalteten sich die Laufversuche schwierig und waren nicht von großen Raumgewinnen gekrönt. Auch sahen sich beide Spielführer weiterhin permanentem Druck ausgesetzt und mussten auch im weiteren Verlauf des Spiels den einen oder anderen Quarterback Sack hinnehmen. Zimmermann gelang trotzdem ein tiefer Pass auf seinen wieder als WR aufgestellten Timothy Knüttel, aber Linebacker Rory Johnson konnte im Anschluss einen Fumble forcieren und sein polnischer Teamkamerad Arek Cieslok den Ball für seine Farben sichern.

Mit ihrem anschließenden Drive nahmen die Gäste zwar viel Zeit von der Uhr, scheiterten aber am Ende des Drives mit einem Field-Goal-Versuch. RB Gennadyi Adams beförderte den Ball danach in die Hälfte der Rebellen. Zimmermanns Pässe auf den in der vergangenen Woche zum Team gekommenen französischen Tight End Kevin Mwamba und Knüttel, dem mit Abstand bestem Akteur auf dem Platz, bereiteten den Ausgleich vor. Letzterer brachte anschließend mit einem artistischen Catch die vom heimischen Publikum lang ersehnten Punkte auf die Anzeigetafel. WR Frederick Myrup-Nielsen erzielte mit dem Extrapunkt den Ausgleich zum 7:7.

Fünf Minuten verblieben auf der Spieluhr. Das Laufspiel der Rebels, welches bis zu diesem Zeitpunkt erneut nicht an die Qualität der Vorjahre heranreichte, brachte erstaunlicherweise die Entscheidung vor gut 2.400 Zuschauern. Dabei griff Head Coach Kim Kuci ganz tief in die Trickkiste und ließ einfach mal Esekielu durch die Mitte laufen. Der war zur Überraschung aller nach 69 Yards im Ziel und sicherte seinem Team somit den Auswärtserfolg (PAT Hermann.) Die Royals gelangten durch Catches von Knüttel nochmal tief in die Hälfte der Gäste, die folgenden vier Versuche führten allerdings nicht mehr zu Punkten und zum eigentlich verdienten und gerechten Unentschieden.

Thomas Sellmann - 11.08.2019

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