Die Berlin Kobras gewinnen ihr Auswärtsspiel bei den Berlin Bullets mit 39:03 und können sich weiter berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die Oberliga Ost machen.
Die Gäste aus Charlottenburg waren nicht nur in der Anzahl der beteiligten Spieler überlegen. Der wendige Quarterback Tim Bergemann hob das zunächst herrschende Gleichgewicht der Linien auf und überraschte ein ums andere Mal mit sehr genau geworfenen tiefen Pässen, die seine Wide Receiver gut in Szene setzten und die Cornerbacks der Gastgeber richtig schlecht aussehen ließen.
Nach einem ausgeglichenen ersten Spielabschnitt schlug es auf diese Art gleich mehrfach in oder vor der Endzone der Bullets ein. Die Gastgeber, die bis Mitte des zweiten Viertels gut mithielten, kamen mit der Tempoverschärfung des neuen Tabellenführers der Landesliga Ost nicht klar. Bei ihnen machte sich einmal mehr das Fehlen eines gelernten Quarterbacks bemerkbar. Diese Rolle kann Ralf Seemann beim besten Willen nicht ausfüllen.
Bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden kurz vor der Halbzeit landeten zwei seiner Pässe beim Gegner und es überwog die Zahl der unvollständigen Versuche. Dass die # 63 ebenso wie Daniel Faust, der in der zweiten Hälfte den Angriff der Marzahner führte, mehrere Sacks hinnehmen musste, lag auch daran, dass die Snaps fast immer ungenau waren und auf diese Art wertvolle Zeit verloren ging. Das ist auch kein neues Problem der Bullets. Erfolgreich waren diese immer dann, wenn ihre Läufe über die rechte Außenbahn erfolgten.
Insgesamt reichte es aber nur zu einem Field Goal, welches Jan Vogler aus 42 Yards erzielte. Ansonsten führten individuelle Fehler der Hausherren und der nicht nachlassende Druck der Kobras zu mehreren Fumbles und weiteren Interceptions der Hausherren. Auf der Gästeseite trugen sich fast alle Receiver in die Scorerliste ein und auch Philipp Alexander, als Running Back aufgeboten, trug seine Punkte zum Gesamtergebnis bei.
Durch den Sieg der Kobras und dem gleichzeitigen 42:36 Erfolg der Erkner Razorbacks in Rostock bleibt es beim Mehrkampf an der Tabellenspitze. Zu den Eberswalder Warriors, von denen einige Spieler und Trainer mit zu den 216 Zuschauern gehörten, kommen als vierte Anwärter eventuell noch die Wolgast Vandals hinzu, die bisher bei weniger ausgetragenen Spielen ebenfalls nur mit vier Minuspunkten belastet sind.
Thomas Sellmann - 17.07.2016
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