Die Erkner Razorbacks gewinnen in der Gruppe A der Landesliga Ost bei den Berlin Bullets mit 19:6 und bleiben so auf Tuchfühlung zum Tabellenführer Berlin Kobras, die an diesem Wochenende spielfrei hatten.
Um diesen Erfolg mussten die Gäste aus Erkner lange bangen, denn zu oft waren unnötige Strafen Bestandteil sehenswerter Spielzüge und Abwehraktionen. Zunächst lief alles nach Plan. Ein Punt der Gastgeber bis an den Rand der eigenen Hälfte reichte dem Tabellenzweiten, um mit zwei Spielzügen die Endzone der Hausherren zu erreichen. Quarterback Marco Reich mit Lauf und ein erfolgreicher PAT brachten die Gäste in Front. Die Bullets kamen dagegen nur schwer in die Gänge. Punt, Interception und nochmals Punt waren die Ergebnisse ihrer anschließenden Angriffsbemühungen, mit denen sie die Mittellinie immer nur gerade so erreichten.
Das wurde nach der 13:0-Führung der Gäste anders. Nach dem Pass über 12 Yards von Marco Reich auf Paul Münzel schien das Spiel entschieden - war es aber nicht. Die Drives der Marzahner dauerten nun länger, mehr Raumgewinn wurde erzielt und die Gäste trugen mit ihren Strafen zur Spannung des Spieles bei. Belohnt wurden die Gastgeber für ihre Bemühungen aber erst im dritten Spielabschnitt. Der aus Potsdam gekommene Running Back Matthias Gülker, der sich mehrfach gut in Szene setzen konnte und eine echte Bereicherung im Angriff der Bullets ist, brachte seine Farben bis auf 12 Yards an die gegnerische Endzone heran. Unter dem Jubel der Mehrheit der 284 Zuschauer fing anschließend Marcel Hofmann einen Pass von Ersatz-Quarterback Ralf Seemann. Der PAT erreichte sein Ziel nicht, aber die Gastgeber waren wieder im Spiel.
Der Schock der Gäste über den Anschluss war offenbar so groß, dass der anschließende Kickoff nicht gesichert wurde. Die Bullets, die ihren nächsten Drive deshalb an der 25 der Gastgeber starten konnten, waren jedoch nicht in der Lage, dieses Momentum zu nutzen. Allerdings stellt sich natürlich auch die Frage, warum die Hausherren nach einem erfolgreich gespielten vierten Versuch bei der nächsten Gelegenheit aus gleicher Entfernung versuchen, ein Field Goal zu kicken. Der Versuch misslang und die Gäste stellten mit ihrem nächsten Drive den alten Punktabstand und gleichzeitigen Endstand her. Es ergaben sich für die Hausherren zwar noch einige Gelegenheiten, aber die aufmerksame Defense der Razorbacks bügelte ihre Strafen durch zwei Interceptions wieder aus.
Thomas Sellmann - 20.06.2016

Kevin Thalau umkurvt die Abwehr der Bullets (© Tom Ehrenteit / Erkner Razorbacks)
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