Aggies überrumpeln müden Meister

Johnny Manziel und seine Team-Kollegen feiern nach dem überraschenden 29:24-Sieg bei Spitzenreiter Alabama.Eine Überraschung ja, ein „Schocker“, wie er im Laufe des Samstagabends von einigen Kommentatoren bezeichnet wurde, war der 29:24-Sieg von Texas A & M beim Ranglisten-Spitzenreiter Alabama aber nicht. Dass die Aggies zumindest in der Offensive stark genug sind, um Alabama in Schwierigkeiten zu bringen, war bekannt, und die Beinahe-Niederlage des letztjährigen National Champions in der Woche zuvor bei LSU hatte gezeigt, dass auch das vermeintliche Über-Team dieser Spielzeit verwundbar ist. Alabamas Head Coach Nick Saban fand denn auch viel lobende Worte für den Gegner. „Zunächst einmal muss man Texas A & M gratulieren. Sie haben ein großartiges Spiel gemacht und waren uns heute spielerisch überlegen. Ihr Angriff ist wirklich sehr schwer zu stoppen“, sagte Saban unter anderem. Zugleich übter er aber auch Selbstkritik. „Wir haben heute nicht unsere beste Leistung gebracht und unser Spiel nicht mit der Präzision umgesetzt wie es nötig gewesen wäre. Das fängt bei mir selbst an. Ich übernehme die volle Verantwortung dafür, dass unser Team nicht in der Verfassung war, in diesem Spiel erfolgreich sein zu können“, so Saban weiter.

Die Niederlage des Meisters war auch keinesfalls das Ergebnis einer besonderen Strategie, die die Aggies für dieses Spiel ausgetüftelt hätten. Vielmehr war sie das Ergebnis einer Addition mehrerer Faktoren, die im Football ganz alltäglich sind. Der Gegner besaß in QB Johnny Manziel einer der zurzeit gefährlichsten Spieler im College Football, und dass den selbst Alabamas Abwehr nicht vollständig würde ausschalten können, durfte man erwarten. Alabama hatte denn vor allem in der Anfangsphase des Spiels, als die Gäste eine in dieser Höhe zugegebenermaßen schon schockierende 20:0-Führung vorgelegt hatten, reichlich Probleme mit Manziel. Der Höhepunkt war die Szene zum 14:0 der Aggies. In der irrte Manziel unter Druck im eigenen Backfield umher, verlor kurzfristig die Kontrolle über den Ball, bekam ihn in der Luft aber wieder zu fassen und hatte dann noch die Übersicht, um, nach links laufend, den in der Endzone völlig freistehenden WR Ryan Swope zu sehen und präzise anzuspielen. Im weiteren Verlauf des Spiels stellte sich die Abwehr zwar besser auf Manziel ein und ließ ab dem zweiten Viertel keine längeren Läufe durch ihn zu. Dafür gelangen Manziel eine handvoll Pässe, vor allem auf Swope, die einem so auch nicht in jedem Spiel gelingen, schon gar nicht mehrfach.

Dazu kam, dass der Meister nach dem Kraftakt bei LSU etwas müde wirkte und physisch nicht so stark war wie gewohnt - auch das nichts wirklich Überraschendes wenn ein Team zwei Top-Spiele innerhalb von acht Tagen zu absolvieren hat. Das zeigte sich unter anderem daran, dass Alabama in der Defensive mehr als doppelt so viele Lauf-Yards kassierte als im bisherigen Saisondurchschnitt und in der Offensive im Laufspiel deutlich hinter dem durchschittlichen „Output“ der ersten neun Spiele zurück blieb (122 Yards gegenüber 2009). Wie wichtig dieser Faktor war, zeigte sich in der entscheidenden Szene kurz vor Spielende. Alabama schien nach einem 54-Yard-Pass von QB AJ McCarron auf WR Kenny Bell, der den Gastgebern einen First Down an der 6-Yard-Linie der Aggies brachte, drauf und dran zu sein, auch dieses Spiel in letzter Minute noch aus dem Feuer zu reißen. Dann brachten drei Läufe, zwei von McCarron und einer von RB Eddie Lacy, nur vier Yards. Im vierten Versuch hatte man dann nicht mehr den Mut, es mit einem weiteren Lauf zu versuchen. Stattdessen war ein kurzer Pass auf die rechte Seite geplant. Deshazor Everett erkannte das und fing den zudem nicht präzise genug geworfenen Pass etwas mehr als eineinhalb Minuten vor Spielende auf Höhe der Goal Line ab.

Die fehlende Frische des Teams dürfte auch zu den von Head Coach Nick Saban später kritisierten Fehlern in der Konzentration und taktischen Disziplin beigetragen haben. „Wir haben nicht mit mit der Disziplin gespielt, mit der man spielen muss, vor allem gegen diesen Quarterback“, sagte Saban dazu unter anderem. Vor Augen gehabt haben dürfte Saban dabei vor allem den schon erwähnten Touchdown-Pass zum 14:0 der Aggies, als Alabamas Verteidiger Ryan Swope komplett aus den Augen verloren, und McCarrons fatalen Fehlpass kurz vor Schluss. Ein weitere Beleg für fehlende Konzentration war dann auch die Szene unmittelbar nach dieser Interception. Texas A & M hätte 40 Sekunden vor Spielende eigentlich punten müssen. Alabama hätte sich so noch eine letzte Chance aus einer wahrscheinlich sehr guten Feldposition heraus geboten. Ein Spieler von Alabama startete aber zu früh, es gab eine 5-Yard-Strafe gegen Alabama und einen neuen First Down für Texas A & M nach dem die Aggies die restliche Spielzeit ablaufen lassen konnten. Darüber war Saban umso mehr erbost, als er die Spieler ausdrücklich noch mal ermahnt hatte, aufzupassen, dass ihnen kein Offsides unterläuft.

Hoch - 12.11.2012

Johnny Manziel und seine Team-Kollegen feiern nach dem überraschenden 29:24-Sieg bei Spitzenreiter Alabama.

Johnny Manziel und seine Team-Kollegen feiern nach dem überraschenden 29:24-Sieg bei Spitzenreiter Alabama. (© Getty Images)

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