Offense, Offense und noch mehr Offense. Das scheint das Motto der an Position acht gesetzten West Virginia Mountaineers in ihrer ersten Saison als Mitglied der Big12 zu sein. Nach 70 Punkten gegen die Baylor Bears vergangene Woche reichten gegen die an Rang elf positionierten Texas Longhorns 22 Zähler weniger zum knappen 48:45-Erfolg.
Verantwortlich für die Punkteflut auf Seiten West Virginias war einmal mehr Quarterback Geno Smith. Vier Touchdowns verbuchte der Heisman-Trophy-Kandidat vor mehr als 100.000 Zuschauern im Royal-Texas Memorial Stadium und erhöhte so auf 24 Touchdowns in fünf Spielen der Saison 2012. „Wir gehen jede Woche auf das Feld und wollen Spaß haben“, erklärte Smith sein simples aber offensichtlich wirkungsvolles Erfolgsrezept. Ähnlich viel Spaß wie Smith hatte auch sein Running Back Andrew Buie. Der Ballträger erlief 207 Yards und zwei Touchdowns. „Wir haben sie niedergerannt und das war unser Ziel“, so West Virginias Head Coach Dana Holgorsen nach der Partie.
Zwar hatte die Longhorns-Defense erhebliche Probleme, Tackles anzubringen und die Mountaineers-Receiver zu covern, es gelang ihr allerdings, über die komplette Spielzeit den Druck auf Smith hochzuhalten. In der ersten Halbzeit erzwang Defensive End Alex Okafore einen Fumble von Smith kurz vor der Mountaineers-Endzone, den sein DE-Kollege Jackson Jeffcoat zum Touchdown für die Longhorns recoverte. „Sie haben mich wirklich in arge Bedrängnis gebracht. Es war nicht einfach fokussiert zu bleiben“, gab Smith später zu. Many Diaz, Defensive Coordinator der Longhorns, haderte dementsprechend weniger mit der Leistung seiner Spieler als mit der Qualität des Gegners: „Wir waren so oft an Smith dran, als er werfen wollte. Dass er dennoch so viele Pässe angebracht hat, ist bewundernswert. Auch seine Receiver verdienen dafür viel Anerkennung.“
So entwickelte sich der erwartete Schlagabtausch der Offensivreihen. Texas baute auf seine Balance im Angriff. Quarterback David Ash und die Running Backs Jonathan Gray und Joe Bergeron sorgten gleichermaßen für den Raumgewinn. Die entscheidenden Yards blieben jedoch Bergeron vorbehalten, der gleich vier Touchdowns erzielte und so sein Team im Spiel hielt.
Den entscheidenden Fehler nahm QB Ash dann auf seine Schulter. Nachdem Texas einen weiteren Fumble von Smith recoverte, kostete ein misslungener Snap in aussichtsreicher Position 16 Yards. Der dadurch erschwerte Field-Goal-Versuch von Kicker Anthony Fera zum möglichen Ausgleich ging so daneben. „Ich habe die Play Clock zu weit herunterlaufen lassen und dann hätte ich den Snap fangen müssen: mein Fehler“, so Ash zu der Situation, die das Momentum wieder zu Gunsten West Virginias kippen ließ. Anstatt des Ausgleichs mussten die Longhorns einen weiteren TD des Gegners hinnehmen und lagen so kurz vor Spielende zehn Punkte zurück.
Mit 15 Sekunden auf der Uhr kam Texas dann durch den einzigen TD-Pass von Ash im Spiel zu WR Marquise Goodwin noch einmal auf 45:48 heran. Der anschließende Onside Kick scheiterte jedoch, so dass die Mountaineers den wichtigen Erfolg mit den mitgereisten Fans ausgiebig feiern konnten. Nächste Woche muss West Virginia seine weiße Weste gegen Texas Tech wahren.
Die Longhorns stehen nach der ersten Saisonniederlage gleich vor der nächsten schweren Aufgabe. Sie empfangen den Big12-Rivalen Oklahoma.
Siebertz - 07.10.2012

24 Touchdowns in fünf Spielen. Geno Smith ist bisher der überragende Quarterback der College-Saison 2012. (© Getty Images)
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