Rot-Weiß-Rotes Extrablatt 2012/XV

Es warat wegen der Schüssel: Der letzte Sieg der Dragons gegen die Vikings war in einem AFL-Playoff.Bestes europäisches Team, vierter Platz bei der WM und damit die berühmte „lederne“ Medaille – der Ausflug von Österreichs Junioren zur WM in Texas hat sich durchaus gelohnt. Die vor dem Bewerb ausgegebenen Ziele wurden zwar erreicht, dass man mit einem Sieg über den Turnierletzten und einem deutlich negativen Punktverhältnis vor einer Mannschaft mit zwei Siegen und einer positiven Punktebilanz gereiht wird, ist allerdings dem Spielmodus geschuldet und sorgt wohl nicht nur in American Samoa für Diskussionen.

Einem Sieg gegen Panama stehen zwei Niederlagen gegen Japan (knapp) und gegen die USA (alles andere als knapp) gegenüber. Interessanterweise hatte Team Austria aber gerade bei der 70:7 Abfuhr gegen den Gastgeber sein bestes Viertel, als man den Gegner zwölf Minuten verwirrte und so ein 7:7 Viertelresultat erreichen konnte. Gegen Mexiko-Ersatz Panama war die Offense noch produktiv und beinahe fehlerfrei, gegen die USA wurden die Grenzen gnadenlos aufgezeigt: Sechs Turnover endeten in fünf Touchdowns für den Gegner, eine Completion Rate die man sich eigentlich in den eigenen Reihen gewünscht hätte. Gegen Japan spielte Team Austria im Angriff ebenso fehler- wie punktelos, während die Defense der Österreicher glänzen konnte und den Japanern deren Spiel mit den wenigsten Punkten und Yards abrang.

Das Fazit des Turniers ist durchaus zwiespältig, die Leistung gegen Japan gibt Mut, jene gegen die USA eher zu denken. Wie der Endstand aussehen hätte können wäre der Auftaktgegner, wie geplant, Mexiko gewesen bleibt glücklicherweise der Fantasie überlassen. Jedenfalls besteht keine Gefahr, dass sich das Team bis zur EM 2013 auf seinen Lorbeeren ausruht – dazu sind einfach nicht ausreichende Mengen vorhanden.

Die AFL hatte drei Wochen Pause, am kommenden Wochenende stehen dafür die Semifinale an. Obwohl es während der Saison nicht immer danach aussah, sind am Ende doch die „üblichen Verdächtigen“ übrig geblieben. Im Samstagspiel müssen die Graz Giants am Innsbrucker Tivoli antreten – hätte der Grunddurchgang nur acht statt zehn Wochen gedauert, wären die Raiders klarer Favorit auf den Finaleinzug. Beide Spiele gegen die Grazer konnten gewonnen werden, die Giants machten zur Mitte der Saison den Eindruck, als wäre Platz drei das Maximum in diesem Jahr. Dann passierten zwei Dinge: Kyle Callahan, Starting Quarterback bei den Raiders, zog sich im EFL-Semifinale eine Schulterluxation zu und die Giants schlugen in der neunten Runde der AFL zur Überraschung aller die bis dahin unangetasteten Vikings. Callahan ist nach wie vor als „fraglich“ eingestuft, ob und zu welchem Grad er einsatzfähig ist wird die entscheidende Frage in Tirol sein. Die Grazer sind jedenfalls hungrig nach einem Finaleinzug und dem möglichen Titel, sie wittern die Chance nach zwei Jahren Pause wieder ganz oben mitreden zu können. Chris Gunn spekuliert wieder einmal mit dem Ende seiner Karriere und würde diese natürlich gerne mit einem Titel krönen.

Der zweite Finalist wird am Sonntagnachmittag auf der Hohen Warte im Wiener Stadtderby ermittelt. Hätte der Grunddurchgang nur acht statt zehn Wochen gedauert, wären die Vikings klarer Favorit in dieser Begegnung. Beide Spiele gegen die Dragons wurden überzeugend gewonnen, die Drachen machten zur Mitte der Saison den Eindruck, als könnten sie die Playoffs abschreiben. Dann passierten drei Dinge: Erst verloren die Wikinger gegen die Giants, mühten sich dann gegen Quarterback-lose Raiders zu einem 14:12 Erfolg und schließlich besiegten die Grünen eben jene Giants, die kurz zuvor die weiße Weste des Stadtrivalen versaut hatten.

Wie die Giants wittern auch die Dragons die Chance auf einen Erfolg, der Mitte der Spielzeit noch vollkommen illusorisch war. Die erfolgreiche Rückkehr des verletzten Quarterbacks Jonathan Dally, dessen Zusammenspiel mit Thomas Haider und Georg Pongratz sowie die Leistung von Tunde Ogun haben ein Offensivmonster geschaffen, das gegen Graz und Tirol jeweils 500 Yards produziert hat. Ganz so viele werden es am Sonntag wohl nicht werden, denn auf Seiten der Vikings steht die mit Abstand beste Defense des Landes. Weniger konstant ist der Angriff der Wikinger, diese Saison war schon alles zu sehen, von überragend bis vergleichsweise lau. Doch keine Sorge, „lau“ wird die Blue River Bowl VIII höchstens von den Außentemperaturen sein, ansonsten können sich die Zuschauer auf „voll“, „laut“ und „emotional“ freuen.

Kratky - 10.07.2012

Es warat wegen der Schüssel: Der letzte Sieg der Dragons gegen die Vikings war in einem AFL-Playoff.

Es warat wegen der Schüssel: Der letzte Sieg der Dragons gegen die Vikings war in einem AFL-Playoff. (© Kratky)

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