Nicht nur die Vergangenheit ruht

Die Michigan State Spartans (hier Keshawn Martin) waren meist einen Schritt schneller als die Buckeyes.In der vergangenen Saison teilten sich die beiden Teams gemeinsam mit Wisconsin noch den Titel in der Big 10. In diesem Jahr dürfen sich zumindest die Buckeyes von allen Träumen hinsichtlich einer Teilnahme im neu geschaffenen Finale der Conference verabschieden. Denn was das von Verletzungen und vor allem Suspendierungen geschwächte Team abliefert, ist nicht annähernd mit dem vergleichbar, was die Fans in Columbus zuletzt gewohnt waren. Im Spiel gegen die Michigan State Spartans kam es dabei fast zu einer historischen Niederlage.

Denn was sich am Ende mit 7:10 wie ein knapper und enger Spielverlauf liest, hätte auch ohne Probleme ein 30:0 für die Gäste sein können. Die beste Defense des Landes (Nach Gesamt-Yards und gegen den Pass) hatte OSU jederzeit im Griff und laut Linebacker Max Bullough, der mit neun Tackles und einem Sack großen Anteil am Sieg hatte, träumte man ab der Halbzeit von einem Shutout. Es wäre im heimischen Horseshoe der erste für die Buckeyes seit einem 0:6 gegen Wisconsin am 9. Oktober 1982 gewesen. 183 Heimspiele in Folge hatte es das demnach nicht gegeben. Und so war der Touchdown-Pass von Joe Bauserman über 34 Yards zu Evan Spencer nur zehn Sekunden vor dem Ende eine echte Erleichterung für die Fans der Rot-Silbernen. Dass dies nicht die Ansprüche in Columbus sind und sein dürfen, machten die Anhänger aber schon früh klar, als die gut 105.000 Zuschauer ihr Team mit gut hörbaren Buh-Rufen bedachten.

Auf der anderen Seite war man sogar enttäuscht, dass es nicht zu einem Zu-Null-Sieg gereicht hatte. Dabei hatte man doch gerade eine Serie von sieben Niederlagen gegen die Buckeyes in Folge beendet und Head Coach Mark Dantonio feierte seinen ersten Sieg gegen OSU überhaupt. Fünf Jahre ist er nun schon bei den Spartans in der Verantwortung, nachdem er zuvor für die Defense in Ohio zuständig war und 2002 hier den nationalen Titel holte. Seine Chancen, dass er ein Angebot erhält, in der kommenden Saison zurückzukehren, um das Programm wieder auf den gewohnten Erfolgskurs zu bringen, sind mit dem Sieg an diesem Wochenende stark gestiegen.

Was er dort vorfinden könnte, steht nicht nur wegen der ausstehenden Bestrafung durch die NCAA völlig in den Sternen. Denn die nachdem die Defense der Spartans Ohio State jederzeit völlig im Griff hatte, weiß Interimscoachs Luke Fickell anscheinend nicht mehr so genau, was er mit seiner Offense anfangen soll. Einerseits überlegte er nach dem Spiel seinen Freshman Quarterback Braxton Miller als Starter zu halten, andererseits sprach er auch davon, dass er allen vier Quarterbacks im Roster eine Chance auf den Posten geben könnte. Für Buckeyes-Fans ein weiterer Grund, die Saison 2011/12 bereits jetzt abzuhaken und maximal noch auf einen Sieg in einem der kleineren Bowls zu spekulieren. Die Spartans dürfen dagegen davon träumen, eine Chance auf den ersten Titel der Big 10 zu bekommen, der im Playoff-Format vergeben wird.

Garn - 03.10.2011

Die Michigan State Spartans (hier Keshawn Martin) waren meist einen Schritt schneller als die Buckeyes.

Die Michigan State Spartans (hier Keshawn Martin) waren meist einen Schritt schneller als die Buckeyes. (© Getty Images)

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