Die Berlin Adler und die Tirol Raiders werden in den Halbfinalspielen der EFL um den Eurobowl die Gastgeber sein. Die Adler treffen am 28. Mai im heimischen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark auf die Graz Giants, die Tirol Raiders empfangen am Tivoli in Innsbruck am selben Abend den österreichischen Dauerrivalen Vienna Vikings. Das Spiel in Innsbruck wird um 20 Uhr angepfiffen, für die Partie in Berlin wurde der Kickoff inzwischen auf 18 Uhr terminiert.
Titelverteidiger Berlin Adler kann damit die Rolle als deutscher Hecht im österreichischen Karpfenteich wenigstens im Semifinale zu Hause spielen. Im letzten Jahr hatten die Berliner mit knappen Auswärtssiegen in Tirol und Wien erstmals nach sechs Jahren die wichtigste Trophäe im europäischen Vereins-Football wieder nach Deutschland holen können. Dass damals alle Halbfinalspiele wie auch das Finale in Österreich gespielt wurden, hatte im Vorfeld nicht überall Verständnis gefunden. Die Ausrichtung dieser Spiele wird allerdings vom Europaverband EFAF in einem standardisierten Vergabeverfahren an die Vereine übertragen, in dem Vermarktungsaspekte ihre Rolle spielen, ein Bereich, in dem in Berlin gegenüber den österreichischen Hochburgen sicher noch Nachholbedarf besteht.
Dass in diesem Jahr aber eine der WM-Vorrundengruppen in Graz spielen wird, kommt nun wohl den Adlern zugute: Schließlich achtet die EFAF im Vergabeprozess eben nicht ausschließlich nur auf finanzielle Aspekte, sondern will ihren Vorzeigewettbewerb möglichst sinnvoll in ganz Europa präsentieren. Wenige Wochen vor dem WM-Turnier in Graz war daher die Entscheidung für das Heimspiel für Berlin gegen Graz abzusehen. Abgesehen von der ohnehin schweren sportlichen Aufgabe, sich zum zweiten Mal in Folge bis ins Finale durchzukämpfen, wartet also auf die Berliner nun auch eine besondere organisatorische Aufgabe: nämlich dem Halbfinale auch einen Rahmen zu geben, der in etwa dem entspricht, was in Österreich zu solchen Gelegenheiten im Sinne des europäischen Footballs geleistet wird.
Auerbach - 11.05.2011
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