„Nichts ist schöner, als Army zu schlagen“

Ricky Dobbs fand immer wieder Lücken in der Army-DefenseDas 111. Aufeinandertreffen Army vs. Navy im Lincoln Financial Field erfüllte die hohen Erwartungen an dieser wohl traditionsreichsten Rivalität zweier Collegemannschaften und zweier US-Militärakademien. Es fehlte weder am würdigen Rahmen im Vorprogramm, noch diverser Gedenkpausen, an die ehemaligen Soldaten, die in früherer Zeit in den beiden Footballmannschaften um Punkte spielten und dann fern der Heimat bei der Verrichtung ihres militärischen Dienstes verletzt wurden, beziehungsweise gefallen sind. Es mag zwar in Europa nicht jedermanns Sache sein, dass Streitkräfte weltweit die Befehle ihres Oberkommandierenden prompt ausführen und auch teilweise anmaßend ihren „Way of Live“ propagieren, doch leben die USA und ihre Bewohner in einer anderen, mehr patriotisch akzentuierten Tradition, und es darf auch nicht vergessen werden, dass die Interessen einer politischen Großmacht oft anders definiert werden, als die von kleineren Staaten. Auf jeden Fall kamen die Freunde des Collegefootballs an diesem Abend auf ihre Kosten und Navy sollte zum mittlerweile neunten Mal in Folge die Kontrahenten aus Westpoint schlagen.

Die zahlreich erschienen Fans sahen zudem einige neue Rekorde und Bestmarken, die vor allem auf Seiten der Midshipmen produziert wurden. QB Ricky Dobbs warf den längsten Touchdown-Pass in der Geschichte aller zusammen ausgespielten Partien und Wyatt Middleton erkämpfte sich den längsten Fumble Return Touchdown in der langen Navy-Geschichte. Beide Aktionen bildeten den Grundstein für den 31:7 Erfolg und zeigten, dass die konventioneller agierenden Black Knights zwar ebenfalls kämpferisch eingespielt waren, doch die abwechselnd angesagten Pass-Laufspielkombinationen wurden eindeutig auf Seiten der Navy besser umgesetzt.

Ricky Dobbs sollte schließlich am Ende des Tages 186 Yards durch Pässe erzielen und profitierte davon, dass die Navy Defensemannschaft die notwendigen Vorlagen durch vier Turnoverszenen erzielte, die den Angriff wieder in Schlagweite brachte. Aber genauso wurde sein Head Coach Ken Niumatalolo von einigen „Herzattacken“ heimgesucht, die sein Stammquarterback provozierte. Dobbs hatte genauso drei Fumble verursacht und eine Interception zu verantworten, so dass sich der Hawaiianer nach dem Schlußpfiff zu der gelassenen Bemerkung hinreißen ließ: „Diese Turnover machen dich verrückt, aber so ist Ricky nun einmal.“ Möglicherweise werden diese Angriffswechsel auch schnell vergessen werden, da schließlich nur das Endergebnis zählt, doch die Partie drohte aufgrund Dobbs Fehler zumindest im zweiten Viertel beim Zwischenstand von 17:0 wieder offener zu werden, als Trent Steelmann mit einem fünf-Yard-Pass Malcom Brown zum ersten Punkteerfolg bediente. Der Witz der Partie bestand aber auch darin, dass genau dieser Trent Steelmann Ende des ersten Viertels, also nur wenige Spielminuten zuvor fumbelte und Dobbs im Gegenzug schnell und rasant mit seinem 77 Yards Touchdown-Pass auf John Howell, die Westpointakademie in ein Loch warf, aus denen sie bis zum vierten Viertel nicht mehr herauskam.

Auch Steelmans Aktion kurz vor dem Pausenpfiff, als seine Angriffsformation an der Navy drei Yards Line stand, das Spielgerät im ersten Versuch aber völlig überraschend verlor und Wyat Middleton, der auch noch die Zeit hatte, sich umzudrehen und zu überprüfen, ob denn kein schwarzes Shirt in seiner Nähe stehen würde, sprach Bände. Der Lohn für diese Übersicht war schließlich die MVP-Würde und die Tatsache, dass das 24:7 die Partie frühzeitig entschied.

Zwar kontrollierte Army den Ball in der zweiten Spielhälfte besser und Alex Carltons 42 Yards Field Goal verkürzte noch einmal auf 24:10, doch ein 25-Yard-Lauf von Gee Gee Green stellte den alten Abstand wieder her.

Versöhnlich endete die Partie für die schwarzen Ritter aber doch noch ein wenig. Vier Minuten vor dem Abpfiff gelang Steelman noch ein 45-Yard-Pass auf Malcolm Brown und Army Linebacker Stephen Anderson, der niemals fühlen kann, wie es ist, wenn Army Navy schlägt, bemerkte nach dem Abpfiff anerkennend: „Diese Jungs sind wirklich gut. Diese Jungs werden in Zukunft meine Brüder bei den Streitkräften sein und ich kann ihnen nur meinen Respekt entgegen bringen, da ich ansonsten nichts in meinen Händen habe.“







Scoringliste:

00:00 Buckley 36 Yards Field Goal
00:10 Howell 77-Yard-Pass von Dobbs (PAT Buckley)
00:17 Turner 32-Yard-Pass von Dobbs (PAT Buckley)
07:17 Brown 5-Yard-Pass von Steelman (PAT Carlton)
07:24 Middleton 98 Yards Fumble Recovery (PAT Buckley)
10:24 Carlton 42 Yards Field Goal
10:31 Greene 25-Yard-Lauf (PAT Buckley)
17:31 Brown 45-Yard-Pass von Steelmann (PAT Carlton)

Zuschauer: 69223

Schlüter - 12.12.2010

Ricky Dobbs fand immer wieder Lücken in der Army-Defense

Ricky Dobbs fand immer wieder Lücken in der Army-Defense (© Getty Images)

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