Was keiner im Vorfeld für möglich gehalten hat, ist eingetreten. Die Notre Dame Fighting Irish können doch noch gegen ein Top-Team gewinnen. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung zwang man die Utah Utes mit 28:3 in Knie und besiegte somit zum ersten Mal seit 2004 wieder ein Top-20-Team.
Zunächst nahm das Spiel den erwarteten Verlauf. Die Irish mussten nach vier Spielzügen gleich wieder den Ball abgeben, die Gäste aus Utah punkteten in ihrer ersten Angriffsserie durch ein Field Goal. Auch der zweite und dritte Angriffsversuch der Irish sah nicht viel besser aus als der erste, und viele im weiten Rund des Notre Dame Stadiums hatten sich bestimmt schon auf einen langen unerfreulichen November-Nachmittag eingestellt, der durch unangenehmen Regen bei lausigen Temperaturen nicht gerade besser wurde.
Utahs sonst so produktiver Angriff kam aber auch nicht so richtig in Fahrt. Die Defense der Irish war von Defensive Coordinator Bob Diaco gut eingestellt worden. Im Gegensatz zu den früheren Spielen der Saison, wo man nur selten in der Lage war, das Laufspiel des Gegners zu unterbinden, fand man gegen die Utes, die für ihr gefährliches Laufspiel bekannt sind, Mittel und Wege, dieses zu stoppen. Auf Grund dessen musste die Utes des öfteren auf das Passpiel zurückgreifen, was eindeutig nicht ihre Stärke ist. QB Jordan Wynn fand nur selten seinen Rhythmus und seine Pässe nur selten einen freien Receiver. So war es nicht verwunderlich, dass auch die Gäste schneller als ihn lieb war, den Ball mittels Punt abgeben mussten. Wie aus dem Nichts kam dann auf einmal die Wende.
Dieser Punt, eine Minute vor Ende des ersten Viertels, wurde von Robert Blanton geblockt und vom ihm selbst zum Touchdown für die Irish zurückgetragen. Das Stadion stand Kopf und eine Welle der Euphorie ergriff das gesamte Irish-Team. Plötzlich spielte nur noch eine Mannschaft, und mit welcher Intensität. Es war am Ende das beste Spiel, was die Irish in den letzten Jahren abgeliefert haben. Zum ersten Mal merkte man etwas von Aufbruchstimmung.
Alles klappte im weiteren Verlauf der Begegnung. Der Angriff zauberte in ungewohnter Weise. So führte QB Tommy Rees die Irish bei der nächsten Angriffsserie über Feld, als wäre es das normalste der Welt. Fünf Spielzüge später fand er mit einem präzisen Pass Michael Floyd in der Endzone, die Irish führten 14:3. Die Defense zeigte nicht nur in der ersten Halbzeit ein starkes Spiel. Zum ersten Mal schaffte man es, die gesamte Partie über auf hohem Niveau zu spielen. So gelang es ihr zum Beispiel zweimal die Utes kurz vor der Goal Line zu stoppen und beide Male blieben die Gäste dabei ohne Punkte. Die Special Teams legten zum Beginn der zweiten Halbzeit noch einen drauf, als man den hochgelobten Returner der Utes den Ball auf den Händen schlagen konnte und einen Turnover erzwang. Rees auf WR Duval Kamara - Touchdown. Die Irish führten nun mit 18 Punkten und von diesem Schock erholten sich die Gäste nicht mehr. Als Rees Mitte des dritten Viertel im Zusammenspiel mit Kamara seinen dritten Touchdown-Pass werfen durfte, war das Spiel entschieden.
Die Irish haben bewiesen, dass sie mit den Großen mithalten können, wenn sie mit Herz und Leidenschaft spielen. Sie haben zwar empfindliche Niederlagen kassieren müssen, doch sie sind wieder aufgestanden. Darauf lässt sich aufbauen.
Gohlke - 14.11.2010

Robert Blanton (li.) konnte nach seinem Touchdown die Glückwünsche von Teamkollege Duval Kamara entgegennehmen (© Getty Images)
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