Im Gegensatz zur GFL kennt die Schweizer Nationalliga A kein Unentschieden. Steht es nach vier Vierteln remis, dann entscheidet die Verlängerung über Sieg und Niederlage. So mussten die Zurich Renegades beim Gastspiel im Kantonsduell gegen die Winterthur Warriors erst nachsitzen, um einen knappen 35:34-Erfolg zu sichern. Der amtierende Schweizer Meister zeigte sich dabei noch weit entfernt von der Form der vergangenen Saison, offenbarte vor allem im dritten Quarter eklatante Schwächen. Schon im ersten Viertel vergaben die Renegades ein Field Goal und mussten im Anschluss die Hausherren in Führung gehen lassen. „Das war ein unnötig knappes Spiel“ resümierte Zürichs DB Christian Meier nach dem Spiel. „Aber vielleicht auch ein rechtzeitiger Weckruf für alle Spieler vor dem EFAF-Cup-Heimspiel am kommenden Samstag.“ Auch Spielmacher Chris Joseph sah das ähnlich: „Gegen den englischen Meister muss das Team und vor allem auch ich eine bessere Leistung abliefern als heute. Es lief leider noch nicht alles rund in der Abstimmung. Aber das sind Kleinigkeiten, die wir diese Woche in den Griff bekommen können."
Am ersten Spieltag hatten die Züricher noch einen sicheren Sieg gegen die Geneva Seahawks feiern können. Doch im Nachbarschaftsduell gegen Winterthur war der Wurm drin. Auch wenn man im zweiten Viertel drei Touchdowns erzielte und zur Pause wie der sichere Sieger aussah, so verloren die Renegades nach der Pausen-Ovo vollkommen den Faden. Während es die Gäste aus der Kantonshauptstadt am notwendigen Biss fehlen ließen, drehten die Hausherren auf und gingen nach drei Touchdowns verdient in Führung. „Das darf so nicht passieren, das dritte Viertel haben wir komplett verschlafen“ analysierte Head Coach Chris Winter hinterher. „Einen solchen Einbruch kann sich ein Team mit unseren Ambitionen nicht leisten.“
Auch im letzten Viertel kamen die Renegades nicht richtig in Schwung, schafften es aber immerhin die Führung zu egalisieren. Kurz vor dem Ende war dann auch die Defense des Meisters auf der Höhe, stoppte den letzten Angriff der Hausherren kurz vor der eigenen Endzone. In der fälligen Verlängerung kamen die Warriors zuerst in Ballbesitz und erzielten in ihrem letzten Versuch einen Touchdown, konnten aber den Extrapunkt nicht verwerten. Anders die Renegades, gleich im ersten Versuch erlief der wendige RB Urs Gersbach einen Touchdown und K Adrian Keller verwandelte den Kick sicher, so dass das äusserst knappe Endergebnis von 35-34 für die Gäste feststand.
Hundt - 14.04.2009

Urs Gersbacher tanzt Zürich zum Sieg (© Zürich Renegades)
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