Der Meister demonstriert seine Klasse

QB Joe Burrow führte LSU mit einer Klasseleistung zum 45:38-Erfolg bei Texas.Nach nur zwei Spielen eine Prognose über den weiteren Saisonverlauf abzugeben, ist eigentlich verfrüht, aber im Falle des letztjährigen National Champions und diesjährigen Top-Favoriten Clemson ist das etwas anderes. Der Titelverteidiger bestritt am Samstag gegen Texas A & M sein potenziell schwerstes Regular-Season-Spiel und entledigte sich der Aufgabe souverän, wobei das Endergebnis von 24:10 die Chancenlosigkeit des Gegners nicht mal annähernd wiedergibt. Die restlichen Regular-Season-Gegner sind vom "Talent Level" her so weit weg von den Tigers, dass sie unter normalen Umständen nicht in der Lage sind, diese zu schlagen. Wenn es noch einen Gegner mit Upset-Potenzial gegeben hätte, dann wäre das Syracuse gewesen, gegen das die Tigers am kommenden Samstag auswärts ran müssen. Syracuse hatte Clemson vor zwei Jahren die letzte Regular-Season-Niederlage beigebracht und die Tigers auch im letzten Jahr am Rande einer Niederlage gehabt. Aber nach der überraschenden 20:63-Demontage bei Maryland, einem Team aus dem Mittelfeld der Big Ten Conference, glaubt gewiss niemand ernsthaft daran, dass Syracuse gegen die Tigers dieses Mal eine Chance hat.

Zugegeben, Texas A & Ms Abwehr schaffte es am Samstag Clemsons Offensive unter ihrem gewohnten "Output" zu halten. In der ersten Halbzeit ging vorübergehend auch die Marschroute auf, Clemsons Super-Stars Trevor Lawrence (Quarterback) und Travis Etienne (Running Back) mit langem Ballbesitz zum Zuschauenn zu verdammen, als die Aggies mit einem Angriff von 16 Spielzügen mehr als siebeneinhalb Minuten Spielzeit verbrauchten. Die Sache hatte für die Gäste nur gleich zwei Schönheitsfehler: Zum einen schlossen sie diesen Angriff in der ersten Minute des zweiten Viertels nur mit einem Field Goal zum 3:0 ab, und bei den übrigen acht Angriffen in den ersten drei Vierteln waren sie nie länger als fünf Spielzüge in Ballbesitz. Und der einzige Touchdown der Partie gelang Texas A & M erst sechs Sekunden vor Spielende.

Das Fazit der Partie am Samstag: Clemson ist nicht nur "as good as advertised", es ist noch besser, und das, obwohl die Mannschaft nach der letzten Saison eine Reihe wichtiger Spieler, vor allem in der Abwehr, verloren hatte. Ersetzt werden mussten zum Beispiel alle vier Stammspieler der Defensive Line, die alle in der diesjährigen NFL Draft ausgewählt wurden, drei von ihnen sogar in der ersten Runde. Zu bemerken war dieser Aderlass am Samstag nicht. Texas A & Ms Angriff schaffte gegen die auf sechs Positionen umbesetzten "Front Seven" der Tigers mit Läufen im Schnitt nur zwei Yards Raumgewinn. Und im Passspiel lief es für die Aggies kaum besser. Der längste erfolgreiche Pass von QB Kellen Mond brachte gerade mal 20 Yards. So hat man natürlich keine Chance, den Titelverteidiger in Bedrängnis zu bringen.

LSUs Offensive im neuen Gewand

Weit mehr zu bieten hatte das zweite Top-Spiel des zweiten Spieltages, Texas gegen LSU. Beide Teams zählen zum erweiterten Kreis der Kandidaten für die nationalen Playoffs und so war man gespannt, ob sie diese Einschätzung in ihrem direkten Duell würden rechtfertigen können. Konnten sie. LSU gewann das Spiel mit 45:38, verdient, weil es über alle Mannschaftsteile gesehen gleichmäßiger gut besetzt ist als Texas. Aber auch die Longhorns enttäuschten nicht. Das Fazit dieser Begegnung ist, dass beide den unmittelbaren Playoff-Kandidaten in ihren Restprogrammen (Oklahoma bei Texas, Alabama bei LSU) durchaus gefährlich werden können. Ob einer von ihnen, vielleicht sogar Beide, die Playoffs tatsächlich erreichen, ist aber fraglich. Das größte Problem von Texas ist, dass die stark umgekrempelte Abwehr dank ihrer unerfahrenen Cornerbacks große Probleme in der Passverteidigung hat. Bei LSU ist die Defensive Line die größte Schwachstelle. Die verlor das Duell mit der starken Offensive Line von Texas ganz klar, und hätten die Tigers das Spiel in Austin verloren, dann wäre der fehlende Druck der Defensive Line auf Texas’ QB Sam Ehlinger der ausschlaggebende Faktor dafür gewesen.

Dass es so für LSU nicht kam, lag am interessantesten Aspekt dieses Spiel: der Modernisierung in LSUs Spielanlage. Seit dem Titelgewinn von 2007 war das Passspiel der Tigers immer schlechter geworden. Das Team lebte in erster Linie von einer sehr guten Abwehr und im Angriff von einem starken Laufspiel. Das Passspiel war nur eine notwendige Ergänzung. Dass man mit so einem Ansatz im modernen College Football nicht mehr ganz vorn mitspielen kann, war zuletzt unübersehbar. Nach der letzten Saison holte LSU deshalb mit Joe Brady einen jungen Assistant Coach von den New Orleans Saints, der Offensive Coordinator Steve Ensminger helfen sollte, das Passspiel zu modernisieren. Das Ergebnis war am Samstag beeindruckend. Im neuen Angriffssystem zeigte QB Joe Burrow, der es vor seinem Wechsel von Ohio State zu LSU im letzten Jahr gewohnt war, in Angriffssystemen zu spielen, die auch bei den absoluten Top-Teams heute der Standard sind, eine der besten Quarterback-Leistungen in der Geschichte von LSU. Wenn Burrow und die Tigers die Leistung von Samstag in den Spielen gegen die anderen Top-Teams im Restprogramm - neben Alabama noch Texas A & M, Auburn und Florida - wiederholen können, dann wäre LSU tatsächlich ein Kandidat für die Playoffs.

Nächster Rückschlag für Pac-12

Anderenorts sind die Aussichten für den weiteren Saisonverlauf weniger rosig. Die Hoffnungen der Pac-12 Conference, ihren Champion bis in die Playoffs durchzubringen, schwinden schon jetzt im Wochenrhythmus. Die drei potenziell besten Teams der stärkeren North Division haben schon nach nur zwei Spieltagen eine Niederlage auf dem Konto. Oregons 21:27-Niederlage gegen Auburn in der Woche zuvor folgten am Samstag eine 19:20-Heimpleite von Washington gegen California und Stanfords 20:45-Niederlage bei USC. Und die Drei spielen später noch gegeneinander, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass keiner von ihnen mit nur einer Niederlage durch die Regular Season kommt. Der größte Playoff-Hoffnungsträger der Pac-12 ist jetzt Utah, das aber später noch Spiele bei Washington und USC vor sich hat. Zum aktuell trüben Gesamtbild der Pac-12 passt im Übrigen auch, dass ein weiteres einstiges Aushängeschild der Conference, UCLA, immer weiter "abschmiert" anstatt mit einem im letzten Jahr geholten namhaften Head Coach, Chip Kelly, wieder Anschluss an die stärkeren Teams der Conference zu finden. Nach der Auftakt-Niederlage bei Cicinnati verloren die Bruins auch ihr erstes Heimspiel dieser Saison mit 14:23 gegen San Diego State, ein Team, das sich in der Vorwoche zu einem 6:0-Erfolg gegen das unterklassige Weber State gequält hatte. Auch das kratzt am Image und Standing der Pac-12, die ohnehin seit Jahren darunter leidet, immer nur als die Nummer Fünf unter den Power Five Conferences gesehen zu werden.

Hoch - 10.09.2019

QB Joe Burrow führte LSU mit einer Klasseleistung zum 45:38-Erfolg bei Texas.

QB Joe Burrow führte LSU mit einer Klasseleistung zum 45:38-Erfolg bei Texas. (© Getty Images)

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