Crocodiles gewinnen Herzschlagfinale

Dominic Gröne (Cologne Crocodiles) erzielte alle PunkteAm Samstagnachmittag bei herrlichem Sommerwetter waren die Kiel Baltic Hurricanes zu Gast im Kölner Flughafenstadion vor 1.091 Besuchern. Vor zwei Wochen konnten die Kölner in Kiel beim Hinspiel noch mit 48:28 ihren doch recht deutlichen ersten Saisonsieg feiern. Head Coach Patrick Köpper mahnte jedoch vor dem Rückspiel bereits, dass es diesmal nicht so einfach werden würde und die Hurricanes ihre Hausaufgaben gemacht haben dürften. Zudem fehlt den Crocodiles mit Running Back Colby Goodwyn der Mann, der in Kiel alleine die ersten drei Touchdowns zum Sieg beisteuerte. Dem gegenüber verstärkten sich die Gäste im Laufe der Woche noch. Mit Aaron Bruning und Markell Castle kamen zwei weitere US-Amerikaner. Schlussendlich war dem Trainerstab um Köpper auch die Wichtigkeit dieser Partie klar, wollte man im Hinblick auf die Playoffs weiterhin im Rennen bleiben.

Die Gäste entschieden sich nach gewonnenem Münzwurf, zunächst den Crocodiles das Angriffsrecht zu überlassen. Kölns Angriff brauchte danach nur wenige Spielzüge geführt von dem immer besser mit seinen Vorderleuten harmonierenden Quarterback Conor Miller um gemischt mit Pässen und Laufspielzügen über das Feld zu marschieren. Abschließend bediente Miller seinen Ballempfänger Dominic Gröne mit einem Pass über 50 Meter in der gegnerischen Endzone zu Touchdown. Nachdem Gröne selbst auch den Extrapunkt zwischen den Stangen versenkte, führten die Gastgeber rasch mit 7:0. Ein Auftakt nach Maß will man meinen. Doch ab jetzt geriet die Partie auf beiden Seiten zu einer reinen Abwehrschlacht. Unterstützt auch durch diverse Strafen auf beiden Seiten gelangen zunächst weder den Förde-Städtern noch den Rheinländern weitere Punkte. Das Angriffsrecht wechselte munter, ohne dass Zählbares heraussprang. Ein durch Kiel erspielter Touchdown wurde ebenfalls wegen eines Regelverstoßes aberkannt. Kölns erneut starke Abwehr um Marius Kensy, Richard Grooten, Marius Riepe und ihre Kollegen erreichten durch Frederik Finke den ersten von zwei abgefangenen Pässen des amerikanischen Spielmachers Jake Purichia. Kurz vor dem ersten Seitenwechsel schafften es die Gastgeber nicht nochmals in die Endzone vorzustoßen. Die Crocodiles konnten jedoch im vierten Versuch punkten, als Dominic Gröne ein Field Goal aus 20 Yards schoss und damit die Führung zum 10:0 ausbaute.

Im zweiten Viertel setzte sich das zähe Spielchen fort und weiterhin kamen die Angriffsreihen zwar zu Raumgewinn, aber nicht zu Punkten. Bis der Kieler Angriff dann doch u.a. durch einen langen Pass von Spielmacher Purichia auf seinen Mitstreiter Lukas Rehde nahe an die Kölner Endzone herankamen. Die letzten Zentimeter zum 6:10-Anschluss überwand Kiels Dauerläufer und Zweitem der All-Time Statistiken für Rushing Yards Julian Ampaw. Der Extrapunktversuch misslang jedoch.

Aus Kölner Sicht war der Anschluss Touchdown der Gäste jedoch zu verschmerzen. Nicht jedoch, dass ihr erst vor drei Spieltagen nach Köln geholter US-Quarterback Conor Miller mit einer Schulterverletzung ausfiel. Eine genauere Diagnose auch über seine Ausfallzeit kann erst im Laufe der Woche nach den entsprechenden Untersuchungen gestellt werden. Tobias Jarmuzek übernahm daher kurz vor der Pause die Spielmacherposition der Kölner. Dieser schaffte es auch fast mit einem mustergültigen Pass auf Ruben Delgado die Führung auszubauen. Doch dieser konnte leider bedrängt von der wachen Verteidigung der Hurricanes den Ball nicht unter Kontrolle bringen.

Nach der Pause erhielten nun die Kieler das erste Angriffsrecht. Bei den Kölnern musste Jarmuzek anfangs naturgemäß mit einigen Abstimmungsproblemen kämpfen. Die nächsten Punkte erzielten denn auch die Gäste, als Purichia seinen Landsmann und Neuzugang Castle mit einem Pass über zehn Yards in der Kölner Endzone zur knappen 12:10-Führung fand. Der anschließende Versuch für weitere zwei Punkte erneut in die Endzone zu gelangen konnte von der Crocodiles Verteidigung jedoch verhindert werden. In der Folge verlor der eigene Angriff bei einem dritten Versuch für ein Yard zum nächsten ersten Versuch zu allem Überdruss auch noch den Ball, der von der Kieler Verteidigung gesichert wurde. Die von Head Coach und Defensive Coordinator Patrick Köpper erneut gut vorbereitete Verteidigung der Domstädter konnte jedoch Schlimmeres verhindern.

Nach dem letzten Seitenwechsel entwickelte sich das ohnehin schon knappe Spiel dann endgültig zum nervenzerfetzenden Krimi. Beide Angriffsreihen bemühten sich weiterhin die spielentscheidenden Punkte zu machen und das Feld zu überbrücken. Die Verteidigungen und die Schiedsrichter verhinderten dies. Hoch konzentriert und die Spieluhr stets im Blick schickte Offensive Coordinator David Odenthal seinen Angriff weiterhin mit Laufspielzügen über Dean Tanwani, Andre Frisch und Carmelo Insalaco sowie Passspiel über Ramin Akhlaghi und Dominic Gröne nach vorne. Wiederum auch durch eine weitere Strafe gegen die Gäste begünstigt, schafften die Crocodiles 56 Sekunden vor Spielende mit einem erneuten Field Goal von Dominic Gröne, der somit alle Kölner Punkte aufs Board brachte, die 13:12-Führung für seine Farben zu erzielen. Den Gästen ihrerseits fehlte letztlich die Zeit, nochmal zurückzuschlagen. Ein Sack des Kieler Quarterbacks brachte dann bei auslaufender Uhr die Erlösung für das Heimteam und die Kölner Fans.

Head Coach Patrick Köpper zeigte sich am Ende voller Stolz über den von seinem Team gezeigten Kraftakt. Trotz aller Verletzungssorgen und daraus resultierenden stets notwendigen kurzfristigen Umstellungen, letzte Woche der Ausfall von Colby Goodwyn, nun in der ersten Halbzeit Quarterback Conor Miller sowie der steten weiteren Ausfälle, zeigten seine Jungs erneut Moral und waren jeder einzelne bemüht, bis aufs Letzte um den Sieg zu kämpfen. Noch zwei harte Spiele in den kommenden zwei Wochen bis zur hoch verdienten Sommerpause. Diese ist auch zur Regeneration höchst nötig für den Endspurt um die Playoff-Plätze.

Tillmann - 17.06.2019

Dominic Gröne (Cologne Crocodiles) erzielte alle Punkte

Dominic Gröne (Cologne Crocodiles) erzielte alle Punkte (© Tillmann)

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