Crocodiles blicken optimistisch in die neue Saison

Head Coach Patrick Köpper ist zufrieden mit der PlanungDie Cologne Crocodiles können nach einer durchaus erfolgreichen GFL-Saison 2018, bei der das selbst gesteckte Ziel der Playoffs-Teilnahme erreicht wurde, nunmehr auch optimistisch auf die im Mai beginnende neue Saison blicken. Unmittelbar nach dem Ausscheiden im Viertelfinale in Schwäbisch Hall ging es für die Coaches und den Vorstand mit der Kaderplanung für 2019 weiter. Wir freuen uns, dass der Head Coach des GFL-Teams, Patrick Köpper, sich die Zeit genommen hat, uns die mittlerweile abgeschlossenen Planung zu erläutern.

Redaktion: In den letzten Monaten hat sich Einiges getan. Ein paar Spieler haben den Verein verlassen und neue Spieler sind hinzugekommen. Bist du mit deinem Kader zufrieden? Konntet Ihr Eure Wunschkandidaten überzeugen diese Saison bei den Crocodiles zu spielen?

Patrick Köpper: Ich denke unser Programm überzeugt definitiv. Wir haben einen Zuspruch wie noch nie. Wir mussten einige Abgänge kompensieren und uns auf einigen Positionen breiter aufstellen. Ich denke dies ist uns ausgesprochen gut gelungen. Wir haben sehr viele Spieler für unseren Verein gewinnen können, die uns direkt verstärken werden, und auch einige, die die Anlagen haben zukünftig eine entscheidende Rolle spielen zu können. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Tiefe des Kaders, in den vergangenen Jahren hatten wir oft die Problematik verletzungsbedingte Ausfälle nicht gleichwertig kompensieren zu können. Wir haben in diesem Jahr, auf fast allen Positionen auch einen passenden zweiten Anzug. Dies ist ein ganz entscheidendes Kriterium für Erfolg in dieser Liga. Die GFL-Saison ist sehr lang und eine körperlich sehr beanspruchende Liga. Jedes Team-Mitglied wird sich im Laufe der Saison beweisen müssen. Darüber hinaus haben wir einen Kampf um die Starter Spots, welcher der Entwicklung jedes Einzelnen als auch dem gesamten Team zu Gute kommt.

Selbstverständlich konnten wir nicht jeden unserer Wunschkandidaten nach Köln holen. Teilweise mussten wir uns den finanziell besseren Möglichkeiten anderer Vereine beugen, aber wir haben wirklich den Großteil, der Spieler die wir von uns überzeugen wollten für uns gewinnen können. Somit bin ich mit dem Kader sehr zufrieden und freue mich auf die intensive Vorbereitung.

Redaktion: Einen maßgebenden Anteil bei der Kaderplanung spielen natürlich immer die Imports. Mit Colby Goodwin habt Ihr Euren Wunsch-Running-Back für die kommende Saison verpflichten können. Er ist kein unbekannter in der GFL und konnte schon in Diensten anderer Teams überzeugen. Wie sieht es mit den weiteren Import-Spielern aus? Kannst du uns etwas über Eure Philosophie erzählen? Warum habt Ihr genau diese Imports verpflichtet?

Patrick Köpper: Unsere Offense basiert immer schon auf der Etablierung eines starken Laufspiels. Deswegen war die Verpflichtung von Colby Goodwin ein logischer Schritt für uns. Colby ist für mich, einer wenn nicht der beste Running Back der vergangenen Saison. Er wird uns viel Freude machen und mit unseren hervorragenden deutschen Running Backs dafür sorgen, dass jeder unser Laufspiel respektieren muss.

Jake Isabel ist ein begnadeter Passempfänger, der unserem jungen deutschen QB Jan Weinreich, in seinem ersten Jahr als Starter eine große Hilfe sein wird. Jake ist ein universell einsetzbarer WR, der sowohl außen als auch innen spielen kann. Wir glauben, das gegnerische Abwehrreihen mit der gleichzeitigen Präsenz von Colby und Jake einiges abzudecken haben und sich dadurch große Lücken ergeben werden. Natürlich wird Jan Weinreich eine entscheidende Rolle zukommen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um unsere mannigfaltigen, offensiven Waffen zur Geltung zu bringen.

In der Defense haben wir uns mit Emory Polley, einem ehemaligen All American Cornerback verstärkt. In der sehr passorientierten GFL braucht es meines Erachten nach einen CB der den besten gegnerischen Passempfänger konstant ausschalten kann. Emory ist mit seinen 26 Jahren und seinen Erfahrungen im College und in der japanischen Profiliga X-League, genau solch ein Spieler. Er kann in der Man Coverage überzeugen. Aber das ausschlaggebende Argument für ihn, waren seine herausragenden Fähigkeiten in der Zonenverteidigung. Wir glauben, dass er sich in unserer Main Coverage absolut zu Hause fühlt und schnell unser Konzept adoptieren kann. Mit Viliseni Fauonuku haben wir uns für einen Defensive Line Spieler entschieden. Dies aus mehreren Gründen. Erstens glauben wir, dass unsere deutsche Linebacker-Reihe um Littfinski, Kensy und Zengin und weiteren großen Talenten, gut genug ist um ohne einen amerikanischen Linebacker auszukommen. Ein weiterer entscheidender Punkt war sicherlich, die Überlegung mit Seni den direktesten Druck auf die gegnerische Offensive ausüben zu können. Seni ist von kaum einem Offensive Line Spieler in der GFL alleine zu blocken. Er wird im Verbund mit unseren anderen sehr starken Defensive Linemann, die gegnerischen Spielmacher zu sehr schnellen Entscheidungen zwingen und dadurch hoffentlich Fehler provozieren. Seni ist nur auf Grund einiger fehlender Zentimeter an Körpergröße nicht in der NFL gelandet. Er wird uns sehr viel Freude machen und die ein oder andere Offensive Line zur Verzweiflung treiben. Ich denke, wir haben uns im Importsektor perfekt verstärkt und hoffe, dass alle gesund und in körperlicher Topverfassung Ende März zu uns stoßen, um dann mit der Mannschaft in die Feinabstimmung zu gehen.

Redaktion: Auch aus den eigenen Reihen sind wieder ein paar Spieler aus der U19-Jugend hochgerückt. Die Jugendarbeit bei den Crocodiles genießt einen hohen Stellenwert. Wie weit sind die Jungs zum jetzigen Zeitpunkt? Kann man bereits im ersten Jahr darauf hoffen, dass eines oder auch mehrere der jungen Talente schon Spielzeit in dieser Saison bekommen werden?

Patrick Köpper: Unsere Jugendarbeit ist seit vielen Jahren vorbildlich. Ich bin froh, dass Jörn Scholl und David Drane meine damals begonnene Arbeit erfolgreich fortgesetzt haben und Jahr für Jahr gut ausgebildete Spieler in die GFL Mannschaft aufrücken. Der Sprung zwischen Jugend und der höchsten Liga ist allerdings grade im Hinblick auf die Körperlichkeit kein einfacher Schritt. Spieler die im Jugendbereich überragend waren, müssen sich geduldig ihren Weg in die GFL erarbeiten. Sie müssen, sowohl im Gym nacharbeiten, als natürlich auch die komplexeren Spielsysteme des GFL Teams verstehen und umsetzten. Wir haben aber in den vergangenen Jahren auch einige Spieler gesehen, die ansatzlos in den GFL Kader gekommen sind und direkt positive Leistungen abrufen konnten. Im Normalfall brauchen die Spieler aber 1-2 Jahre um den Anschluss zu schaffen.

Redaktion: Neben vielen Zugängen gab es auch ein paar Abgänge von Spielern. Warum konnten diese Spieler nicht gehalten werden? Gibt es dafür konkrete Gründe? Konntet Ihr diese Verluste durch Eure Neuverpflichtungen kompensieren?

Patrick Köpper: Es gibt immer Abgänge aus den unterschiedlichsten Gründen. Berufliche oder private Veränderungen oder aber die Erkenntnis, dass man nicht mehr die Zeit aufbringen kann, die nötig ist um erfolgreich in der GFL zu spielen. Hier und da gibt es auch mal persönliche Differenzen, die dazu führen, das man zukünftig getrennte Wege geht. Ich bin aber fest überzeugt, dass wir einen qualitativ und auch quantitativ besseren Kader als im letzten Jahr haben.

Redaktion: Das Wechselkarussell drehte sich sehr schnell in der Off-Season. Nahezu wöchentlich meldeten gleich mehrere Teams Zu- und Abgänge. Es verspricht abermals eine spannende Saison zu werden. Wie sehen Eure Ziele für die kommende Saison aus?

Patrick Köpper: Ich glaube wir stehen vor einer der spannendsten Spielzeiten in der GFL Nord seit langem. Neben den üblichen starken Braunschweigern, Berlinern und Dresdenern haben sowohl Potsdam, als auch Hildesheim, enorm aufgerüstet und hochkarätige Neuverpflichtungen bekannt gegeben. Auch wir haben uns verstärkt und werden wie im letzten Jahr um die Playoffs kämpfen und versuchen uns bestmöglich gegen die starke Konkurrenz durch zu setzten. Ich erwarte eine Menge enge Spiele, wo die bessere Tagesform und Vorbereitung den Ausschlag geben wird. Ich freue mich auf diese Herausforderung und kann es kaum abwarten, dass diese Saison endlich losgeht.

Redaktion: Zum Saisonauftakt müsst Ihr gleich zweimal gegen die Braunschweig New Yorker Lions antreten. Zunächst in Braunschweig und dann eine Woche später in Köln. Wünscht man sich das TOP-Team der GFL-Nord gleich zu Beginn? Kann man so früh in der Saison schon von richtungweisenden Spielen sprechen?

Patrick Köpper: Man kann sich über die Ansetzung dieser Back-to-back-Games streiten, aber wir nehmen es so wie es kommt. Es ist selbstverständlich eine große Herausforderung zu Beginn. Braunschweig wird hoch motiviert in die Saison starten, nachdem sie in den letzten zwei Jahren nicht ihre Erwartungen erfüllt haben. Aber wir werden uns optimal vorbereiten und den Lions in beiden Spielen einen Kampf bieten und einen Weg suchen zu gewinnen. Ob man aber in den ersten beiden Saisonspielen schon von richtungweisenden Spielen sprechen kann, wage ich zu bezweifeln. Grade am Anfang einer Spielzeit ist es entscheidend wer die bessere Abstimmung hat, und wer weniger Fehler macht. Beides Punkte die sich mit Fortgang der Spielzeit drastisch verbessern können. Es wird aber sicher für die Moral der Mannschaften wichtig sein nicht mit zwei negativ Erlebnissen aus den ersten beiden Spielen zu gehen. Wir werden alles dran setzen zu gewinnen und positiv in die Saison zu starten.



Tillmann - 26.02.2019

Head Coach Patrick Köpper ist zufrieden mit der Planung

Head Coach Patrick Köpper ist zufrieden mit der Planung (© Tillmann)

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