Acht sind noch im Rennen...

Melvin Ingram und seine Chargers dominierten die Ravens langeEs stand eines der besten NFL-Wochenenden an – das sogenannte Wild Card Weekend. Während sich die Kansas City Chiefs und New England Patriots in der AFC sowie die New Orleans Saints und Los Angeles Rams in der NFC dank ihrer Freilose gemütlich ihre Gegner für kommende Woche vom Sofa aus ansehen konnten, mussten acht Teams bereits an diesem Wochenende ran.

Zwei Partien fanden am Samstag statt und zwei am gewohnten Sonntag, was übrigens kommende Woche in den "Divisionals" ebenso gehandhabt wird.

In allen vier Matches gab es das Duell eines relativ erfahrenen Quarterbacks (Andrew Luck, Russell Wilson, Philip Rivers und Nick Foles) gegen einen relativ "grünen" Passer (Deshaun Watson, Dak Prescott vielleicht als Ausnahme, Lamar Jackson und Mitch Trubisky).
Außerdem gab es in nahezu allen Spielen zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen, aber das passte ja zu dieser Saison.


Houston Texans – Indianapolis Colts 7:21

Das erste Spiel der Playoffs ist das, das normalerweise von den übertragenden Sendern als das unattraktivste angesehen wird; sicherlich auch, weil es - zumindest nach Westküstenzeit –schon kurz nach Mittag an einem Werktag startet.

Die Texans kannten sich in diesem Slot aus und spielten auch angepasst unattraktiv in der ersten Halbzeit: Die Colts scorten fast nach Belieben und führten mit 21:0. Gefühlt war das sogar fast noch zu niedrig und obwohl die Texans Defense den Colts Angriff in der zweiten Hälfte punktlos halten konnte, wurde es nie wirklich knapp.

Safety Andre Hal brachte es auf den Punkt: "Sie spielten heute besser als wir."

Um Längen.

QB-Duell: 1:0 für die Gruppe der erfahrenen Quarterbacks.

Nach diesem divisionsinternen Sieg dürfen die Colts mit First Year Coach Frank Reich jetzt zu den Kansas City Chiefs reisen.


Dallas Cowboys – Seattle Seahawks 24:22

Die Cowboys-Fans hatten immer noch die Playoffniederlage in Seattle, bei der Romo den Snap zum siegbringenden Field Goal nicht kontrollieren konnte, vor Augen und wollten diese durch eine positivere Erinnerung "überschreiben".

Vergebene Field Goals passierten auch auf beiden Seiten in der ersten Hälfte – jedoch beide über 57 beziehungsweise 58 Yards. Es dominierten vor allem die Defenses und den einzigen Touchdown in Hälfte eins – ein 11 Yard Pass von Dak Prescott auf Rookie WR Gallup – gab es erst direkt vor der Pause.

Mehr Punkte waren dann in Hälfte 2 zu sehen: Die Führung wechselte durch einen Run von Russell Wilson zu den Seahawks, die Kicker Janikowski durch eine Oberschenkelverletzung vor der Pause verloren hatten, und durch einen Run von Zeke Elliott kurz darauf wieder zurück zu den Cowboys. Die Seahawks mit wenig inspirierendem Playcalling verloren am Ende zurecht gegen absolut schlagbare Cowboys, die mit einer gehörigen Dosis Ezekiel Elliott (169 Yards kombiniert / ein Touchdown) die Seahawks in Zugzwang brachten.

Bei den Seahawks versprühte einzig und allein Quarterback Russell Wilson Gefahr.

Zum Ende wurde es durch einen späten Touchdown Seattles noch einmal knapp, aber der folgende Onside-Kick kann nur als miserabel bezeichnet werden, so dass die Cowboys keinerlei Mühe hatten, diesen und den Sieg zu sichern.

Dallas spielt jetzt kommendes Wochenende bei den Los Angeles Rams.

QB-Duell: 1:1 (wobei Prescott der am längsten dienende QB der "Unerfahrenen" ist)


Baltimore Ravens – Los Angeles Chargers 17:23

Es war lange Zeit ein grottenschlechtes Spiel. Chargers Kicker Badgley kickte Field Goal um Field Goal, die Ravens zwischenrein auch einige Male durch Justin Tucker, aber die eindimensionale (Run-)Offense um Ravens Rookie QB Lamar Jackson wurde von der Chargers D fast vollständig dominiert.

Erst im Schlussviertel konnte Jackson auf eine positive Passyardzahl stellen (!), dann kam er aber gewaltig: Mit zwei Touchdown-Pässen auf Michael Crabtree waren die Ravens urplötzlich dran und hatten schließlich noch 54 Sekunden, um den spielentscheidenden Touchdown zu erzielen.

Allerdings setzte den Schlusspunkt dann passenderweise wieder die Chargers Verteidigung, als DE Melvin Ingram im Vorbeigehen den Ball aus Lamar Jacksons Hand schlug und das Fumble selbst sicherte.

Die Ravens damit raus und die Chargers dürfen kommenden Sonntag bei den Patriots (19:05 Uhr) antreten.

QB-Duell: 2:1 für die erfahrenen Quarterbacks


Chicago Bears – Philadelphia Eagles

Im ersten Viertel gab es lediglich ein Field Goal der Eagles zu sehen, ansonsten dominierte Philadelphias Defense wie im Vorjahr.

Nick Foles in Hälfte eins gleich mit zwei Interceptions, wobei die erste noch entschuldbar war, als Bears Rookie Linebacker Roquan Smith Eagles RB Smallwood den Ball aus den Händen riss.

Das Spiel sah auch – wie in der Partie vorher – einige seltsame Entscheidungen der Schiedsrichter, aber das Highlight war sicher ein Fumble, das niemand aufhob bis sich ein Schiedsrichter "erbarmte". Anschließend konnte man nur spekulieren, wie die Entscheidung des Videobeweises – Catch, Fumble, Incomplete – wohl ausfallen würde. Auch die Erklärung des Referees ("es gibt...ähm...third down") war nicht wirklich aufschlussreich. Es wäre wohl ein Fumble gewesen, aber nachdem niemand den Ball aufhob, wurde er incomplete gegeben. Obwohl er das nicht war. Eine sehr selten genutzte Regel.

Mit 6:3 für die Bears ging es jedenfalls in die Halbzeit.

Die Eagles schafften Mitte des dritten Viertels nach einer diskutablen Pass Interference Strafe gegen Prince Amukamara den ersten Touchdown durch Pass auf Rookie TE Goedert zum 10:6.

Anschließend punkteten jedoch die Bears durch ein Field Goal und einen Pass auf WR Allen Robinson und lagen 15:10 in Front.

Zwei Minuten vor dem Ende verwandelten die Eagles einen 4. Versuch an der 1 Yard Linie durch Pass auf WR Golden Tate. Die Two-Point-Conversion, ein angetäuschtes "Philly Special", das aber mit einem Run durch die Mitte und Sprung durchgeführt wurde, gelang nicht.

54 Sekunden blieben den Bears und Trubisky legte sofort stark los. 10 Sekunden vor dem Ende trat Kicker Parkey aus 43 Yards an und traf unter den entsetzten Blicken des ausverkauften Stadions zunächst den linken Pfosten und dann die Querlatte, von wo der Ball nach außen sprang. Game over mit einem mehr als tragischen Ende für die Bears.

Die Eagles können damit immer noch von der Titelverteidigung träumen und reisen zu den New Orleans Saints für das abschließende Spiel nächsten Sonntag.

b> QB-Duell: 3:1 für die erfahrenen Quarterbacks


Spieler der Woche: DE Melvin Ingram, Los Angeles Chargers

Er steht stellvertretend für die komplette Defense der Chargers, die aus ihren Fehlern in Woche 16 gegen die Ravens gelernt hatte. Sie eliminierten den Gameplan Baltimores für drei Viertel komplett und kontrollierten das Running Game von Lamar Jackson.

Melvin Ingram mit sieben Tackles, zwei Sacks, einem erzwungenen Fumble sowie einer Fumbleeroberung, ergänzt von LB Adrian Phillips, der sich eine Interception schnappte und ebenfalls ein Fumble sicherte.

Eine runde Leistung der Front Seven der Chargers, die hauptverantwortlich für den Sieg war.


Das Versagen der Woche: Coaching Staff der Seattle Seahawks

Sofort nach der Verpflichtung von Brian Schottenheimer im Januar 2018 hatte es Kritik über die vermeintlich fehlenden Playcalling-Qualitäten des Offensive Coordinators gegeben. Über lange Strecken der Saison lief es jedoch dann wesentlich besser als erwartet.

Die Niederlage gegen Dallas und vor allem das Zustandekommen dürfte jedoch die bestätigt haben, die Schottenheimers Vertrag als Fehler bezeichnet hatten. Ultra-konservative Spielzugauswahl, die einen den Kopf schütteln ließ. Ein Laufspiel, das den Namen nicht verdiente (21 Runs für 59 Yards und dabei war ein einzelner Run von RB Penny über 28 Yards), aber immer wieder aufgerufen wurde.

Individuelle Fehler gab es nicht allzu viele in dieser Partie bei den Seahawks (keine Interception / kein Fumble) – zumindest auf dem Spielfeld.

Daneben schon.


Nächste Woche gibt es also...

...in der AFC:
Kansas City Chiefs – Indianapolis Colts am Samstag um 22:35 Uhr
New England Patriots – Los Angeles Chargers am Sonntag um 19:05 Uhr

...in der NFC:
New Orleans Saints – Philadelphia Eagles am Sonntag um 22:40 Uhr
Los Angels Rams – Dallas Cowboys am Samstag um 22:15 Uhr


Das für viele beste NFL-Wochenende der Saison: Die acht top Teams am Start! Die Vorschau dazu gibt es am Freitag!

Eine schöne Woche bis dahin!

Carsten Keller - 07.01.2019

Melvin Ingram und seine Chargers dominierten die Ravens lange

Melvin Ingram und seine Chargers dominierten die Ravens lange (© Getty Images)

Leser-Bewertung dieses Beitrags:

zur mobilen Ansichtmehr News NFLwww.nfl.comSpielplan/Tabellen NFLLeague Map NFLfootball-aktuell-Ranking NFL
RegistrierenKennwort vergessen?

Login:

Kennwort:

dauerhaft:

betway sports - sportwetten seite 152x40
www.AutoTeileXXL.DE