Mack macht den Unterschied

Warf 2 Interception Michel TrubiskyMan sagt, die Defense gewinne Titel. Manchmal gewinnt sie aber auch Spiele. So wie am Montagabend im Fall der Chicago Bears. 24:17 hieß es am Ende für das Heimteam gegen die Gäste von den Seattle Seahawks. Dabei drückt das relativ enge Ergebnis nicht die Dominanz aus, die Chicago vor allem in den ersten drei Vierteln aufs Feld brachte. Yards und Ballbesitz – zwei der wichtigsten Stats – sprachen jederzeit eine deutliche Sprache für die Bears. Einzig bei den Punkten haperte es. Und das lag eben am anderen Mannschaftsteil: der Offense.

Nein, es war nicht das Chicago aus der ersten Hälfte im Spiel gegen Green Bay. Das Bears-Team, das mit überraschenden Formationen und einem in den letzten Jahren kaum gekannten Feuer die Packers-Defense überforderte und all die Hoffnungen zu erfüllen schien, die vor der Saison in den neuen Coach Matt Nagy gesetzt wurden. Gegen die Seahawks, die bekanntlich nicht mehr die Legion of Boom aufs Feld schicken, kehrte eher wieder Ernüchterung ein.

Das lag allerdings nicht an Nagy, der wieder einiges von der Kreativität aufblitzen ließ, die ihn in Kansas als Offensive Coordinator berühmt gemacht hatte. Mitchell Trubisky hingegen ist noch nicht auf dem Level, das Jared Goff oder Carson Wentz in ihrem zweiten Jahre zeigten. Mit zwei Interceptions zu Shaquill Griffin war er entscheidend daran beteiligt, dass Spiel bis zum letzten Abschnitt offen zu halten.

Im entscheidenden Moment war es dann Prince Amukamara, der das Spiel per Pick-6 entschied. Russell Wilson versuchte zwar noch alles seinen Fehlwurf mit einem Tackle wenigstens halbwegs auszubügeln, doch der vorentscheidende Touchdown Mitte des vierten Viertels war nicht mehr zu verhindern. Nebenbei bewies der Cornerback noch, dass die Defense der Bears doch noch aus mehr Spielern besteht als dem momentan alles überragenden Khalil Mack.

Jener machte nahtlos dort weiter, wo er letzte Woche aufgehört hatte: Sein konstanter Druck auf Russell Wilson gipfelte in einem Strip-Sack. Wobei die spektakulären Plays gegen den Quarterback eigentlich nur verschleiern, dass Nummer 52 gegen den Lauf eine fast noch größere Macht ist. Das Publikum hatte Mack in seinem Heimdebut jedenfalls schon komplett hinter sich. Sollte sich sein Weg im Trikot der Bears so fortsetzen, wird sicherlich auch er eine Ehrung erfahren, wie sie an diesem Montag im Umfeld des Spiels Linebacker-Legende Brian Urlacher zu Teil wurde. Auch der wird sicherlich zufrieden registriert haben, dass die Bears, entgegen der Erwartungen vor dem Mack-Trade, mal wieder als Defense-Team durch die Saison gehen werden.

Garn - 18.09.2018

Warf 2 Interception Michel Trubisky

Warf 2 Interception Michel Trubisky (© Getty Images)

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