Die Entwicklung des Footballhelms

Das Vicis-Helmsystem ist die neueste Entwicklung.Heutzutage existiert eine riesige Auswahl an Marken und Helm-Zubehör, aber vor circa 120 Jahren sah es noch ganz anders aus. Denn zu Beginn des American Footballs wurde ohne Helm gespielt.

Der erste Footballhelm
1903 wurde der erste Lederhelm entworfen. Diese Lederkappe war kaum mehr als ein paar übereinander genähte Schichten aus Leder. Erst 1920 wurden auch Polster im Helm verarbeitet. Diese bestanden hauptsächlich aus Wolle. Eine Art Kinnriemen hatten selbst die frühesten Modelle. Diese Riemen boten dem Kinn jedoch keinen Schutz, sondern waren eher dazu da, um den Helm auf dem Kopf fest zu schnallen.

Facemask kam 30 Jahre später
Das Facemask gab es im Vergleich recht früh, bereits im Jahr 1930 wurden Helme damit ausgestattet. Diese waren zunächst aus Metall, konnten sich aber im professionellen Football nicht so richtig durchsetzen und wurden lange Zeit nicht benutzt. Zwischenzeitlich wechselte das Material zwischen Metall und Kunststoff hin und her. Inzwischen ist es ein Gemisch aus einem Stahlgitter, welches mit Kunststoff überzogen wird. Auch die Menge der Verstrebungen hat mittlerweile stark zugenommen. Zuerst wurde nur eine Stange horizontal über der Kieferpartie getragen. Aber im Laufe der Entwicklung des Footballs wurden daraus zwei Stangen, dann zwei horizontale und eine vertikale, bis hin zu dem, was wir heute kennen: ein wilder Mix aus Praktikabilität und aggressivem Design.

Erste Schaumstoffpolster
Parallel zur Entwicklung des Gesichtsgitters wurden auch die Helme natürlich immer moderner. 1940 wurden die ersten Lederhelme mit Logos versehen, ehe sie in den 50er und 60er Jahren einen Materialwechsel hin zum Kunststoff durchliefen. Bis dahin besaßen diese Helme jedoch kaum Polsterungen, die wirklich eine schützende Wirkung für die Gesundheit der Spieler hatten. Erst in den 70er Jahen gab es einen Durchbruch bei der Helmentwicklung durch die Bestückung der Helme mit Schaumstoffpolstern. Diese Helme wurden in ihrer optischen Form sogar bis noch vor zehn Jahren getragen. Seit den 90er Jahren verlief die Helmweiterentwicklung jedoch spürbar rasanter.

Parallel zur eher nebensächlichen Einführung von sogenannten "Procaps" (einer Kunststoffhaube über dem eigentlichen Helm) wurden die Helmdesigns nun deutlich wissenschaftlicher.

Die Technisierung
Diese Phase in der Entwicklung der Helme wurde von der Firma Riddell und deren "Riddell Revolution"-Helm eingeläutet. Und diese Technisierung der Ausrüstung setzt sich bis heute fort. Seit dem "Riddell Revolution", der zu Zeiten des Millenniumwechsels populär wurde, gab es zahlreiche Entwicklungssprünge. Zunächst wurde ein Großteil der Schaumstoffpolster durch aufblasbare Polster ersetzt. Diese Veränderung vollzog sich fast branchenweit. Zusätzlich entwickelte Riddell das "Speed Release"-System. Damit war es nun möglich, das Gesichtsgitter bei Kopfverletzungen der Athleten sicher und schnell zu öffnen und so das Risiko für weitere Schäden zu minimieren. Weiterhin hat Riddell nun den "Speed Flex" in die Helmproduktion integriert, welcher eine bessere und zügigere Befestigung des Kinnriemens garantiert.

Aber auch andere Firmen haben die Chance ergriffen, sich in puncto Sicherheit im Markt zu etablieren. Ein gutes Beispiel stellt Xenith dar. Deren Helme haben ein System inne, welches die Schutzpolster auf einer Haube im Helm verbaut hat. Das bedeutet, dass sich, wenn sich das Kunststoffgehäuse des Helms durch einen Aufprall bewegt, das Innenleben, also Polster und Kopf, nicht auf die gleiche Art mitbewegen muss. Dies ist insbesondere für solchen Kontakt wichtig, der den Helm in eine Drehbewegung versetzt. Denn diese Kräfte bergen statistisch gesehen die meisten Gefahren für Gehirnerschütterungen. Weiterhin ist der Kinnriemen bei Xenith mit der Nackenpolsterung verbunden, sodass man beim Zuziehen des Riemens den gesamten Kopf sicherer umschließt.

Verformende Außenschale
Den neuesten Versuch einer Innovation auf dem Helmmarkt unternimmt aktuell eine eher noch unbekannte Firma. Vicis möchte dabei auf die steigende Nachfrage nach Sicherheit im Football reagieren und die Helmkonstruktion völlig neu durchdenken. Besonders an den Helmen von Vicis ist, dass sich die Helmschale beim Aufprall mit verformt, statt wie bei bisherigen Modellen relativ starr zu bleiben und die Dämpfung ausschließlich Polstern im Helminneren zu überlassen. Unter der weicheren Helmschale sitzt eine Schicht aus hunderten kleiner Säulen, die laut Vicis auf Schläge aus jedem beliebigen Winkel reagieren. Mit einem Stückpreis von aktuell 1.500 US-Dollar ist das neue Modell von Vicis allerdings zunächst ein klarer Ausreißer auf dem Helmmarkt und zumindest für Privatkunden wohl kaum erschwinglich.

Daniel Vöhringer - 13.01.2018

Das Vicis-Helmsystem ist die neueste Entwicklung.

Das Vicis-Helmsystem ist die neueste Entwicklung. (© Playmakers)

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