Das eigentliche Problem ist vor Hundley

Brett Hundley musste unvorbereitet gegen die Vikings ran, kann nun aber mit der Starting Offense der Packers trainieren. Die O-Line ist jedoch angeschlagen. Die Green Bay Packers müssen vielleicht den Rest der Saison auf Aaron Rodgers verzichten. Doch nicht nur deswegen ist die Franchise aus Wisconsin auf einmal von einem Super-Bowl-Contender zu einer eher grauen Maus geworden. Denn der talentierte Ersatzmann Brett Hundley hat eine zerrissene Offensive Line vor sich.

Als sich Aaron Rodgers bei der 10:23-Niederlage gegen die Minnesota Vikings verletzt hat, standen ironischerweise in der O-Line das erste Mal in dieser Saison alle fünf Stammspieler. Als dann Brett Hundley für den Stamm-Quarterback aufs Feld kam, lichtete sich das O-Line-Feld ziemlich schnell. Guard Lane Taylor zog sich eine – wenn auch nur leichte – Beinverletzung zu, die Offensive Tackle David Bakhtiari und Bryan Bulaga mussten ebenso verletzt runter. Bakhtiari kämpft noch immer mit einer langwidrigen Oberschenkelverletzung, Bulaga mit dem NFL-Protokoll nach einer Gehirnerschütterung.

Im letzten Viertel bestand die Line vor Hundley aus Justin McCray, Lucas Patrick, Corey Linsley, Jahri Evans und Ulrick John. Green Bay hat neun Offensive Linemen im Kader, einer fehlt in Rookie Adam Pankey bereits verletzt, kommen die drei erwähnten hinzu, sind es nur noch fünf Spieler. General Manager Ted Thompson muss also neue Manpower nach Wisconsin holen, sollten Bakhtiari, Bulaga und Taylor wirklich gegen New England oder gar darüber hinaus ausfallen.

Ohne sichere O-Line würde Brett Hundley direkt den Wölfen zum Fraß vorgeworfen. Mike McCarthy muss als Playcaller "einen besseren Job machen", gab der Head Coach bereits zu und betonte energisch: "Brett Hundley ist mein Quarterback und Joe Callahan ist der Backup. So ist die Reihenfolge. Ich habe drei Jahre in Hundley investiert und zwei in Callahan, wir haben unseren Weg und müssen als Football-Team besser auftreten."

Unter der Woche soll Rodgers dem jungen Ersatzmann zur Seite stehen und ihn während der Spiele coachen. 2015 haben die Packers den früheren UCLA-Quarterback nicht grundlos als Back-Up gedraftet, denn ähnlich wie Rodgers ist Hundley sehr athletisch, beweglich auf dem Feld und verlässt die Pocket. Dennoch ist dem neuen Hoffnungsträger bewusst, dass sich seine Nebenleute etwas umgewöhnen müssen. "Aaron hat Korrekturen gemacht, die ihm leicht von der Hand gingen. Bei mir war es etwas langsamer und kniffliger. Manchmal müssen wir besser kommunizieren", unterstrich Hundley nach dem Vikings-Spiel, an dessen Ende er drei Interceptions warf und nur 55 Prozent seiner Pässe an den Mann brachte.

Die ausbaufähige Statistik ist aber auch mit der fehlenden Abstimmung begründet. Schließlich ist es Rodgers vorbehalten mit der Starting Offense die Snaps zu üben. Jetzt liegt es an den Trainern das System dem neuen Quarterback anzupassen, auch wenn der 24-Jährige das Playbook und grundlegende Packers-System in und auswendig kennt – Quarterback von außen, wie die in US-Medien spekulierten Colin Kaepernick, Robert Griffin III oder Tony Romo müssten sich komplett neu einarbeiten. 2010 erging es Matt Flynn als Back-Up in Green Bay sehr ähnlich. Im Spiel gegen Detroit verletzte sich Rodgers, Flynn – völlig unvorbereitet – führte die Packers nur zu drei Punkten. Eine Woche später brachte er New England an den Rand einer Niederlage. Routine macht eben vieles aus.

Und, dass Hundley als Quarterback abliefern kann, hat er immerhin auf der renommierten UCLA bewiesen. Seine 75 Touchdown-Pässe sind unerreicht, auch seine 11.713 erzielten Offense-Yards. Zehnmal lieferte er Spiele mit mehr als 300 Passing Yards ab, seine 30 Rushing-Touchdowns sind ebenso spitze an der UCLA. In seinen nur drei Jahren in Kalifornien spielte er all seine 40 Partien von Anfang an und führte als Stamm-Quarterback sein Team dreimal nacheinander zu neun oder mehr Siegen in einer Saison – das hatte vor ihm keiner geschafft. Einen kuriosen Rekord hält der in Arizona geborene und lebende Hundley noch: Er ist der erste Bruin, der in einem Spiel einen Touchdown-Pass geworfen und gefangen, sowie einen TD erlaufen hat.

"Er bringt sehr viel mit", lobte Offensive Coordinator Edgar Bennett den 24-Jährigen also nicht ohne Grund: "Er ist ein einzigartiger Spieler. Seine College-Zeit war unglaublich. Wir wissen, dass wir einen Spieler haben, dem wir unser Vertrauen schenken können."

Bei den Packers-Kollegen hat Hundley nach seinem ersten Auftritt gegen Minnesota auch schon Eindruck hinterlassen. "Er hat vor Selbstbewusstsein gestrotzt. Das ist das wichtigste, wenn ein Quarterback auf das Feld kommt", applaudierte Center Corey Linsley. Und Receiver Randall Cobb befand: "Er hat einiges einstecken müssen. Aber er hat sich davon nicht einschüchtern lassen und einfach weitergemacht. Seine Härte hat mich beeindruckt."

Am Ende kommt es auf die Vorbereitung an, betonte Edgar Bennett. "Das Verhalten auf dem Feld und im Huddle." Gut, dass Green Bay nach dem Saints-Spiel eine Woche frei hat. Dann kann Rohdiament Brett Hundley von den Coaches und Aaron Rodgers selbst geschliffen werden.

Fabian Biastoch - 17.10.2017

Brett Hundley musste unvorbereitet gegen die Vikings ran, kann nun aber mit der Starting Offense der Packers trainieren. Die O-Line ist jedoch angeschlagen.

Brett Hundley musste unvorbereitet gegen die Vikings ran, kann nun aber mit der Starting Offense der Packers trainieren. Die O-Line ist jedoch angeschlagen. (© Getty Images)

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