Sooners und Tigers beeindruckend, Buckeyes geknickt

Oklahomas QB Baker Mayfield machte beim 31:16-Sieg bei Ohio State ein ganz starkes Spiel.Titelverteidiger Clemson ist trotz massiver personeller Verluste offenbar noch stärker als im Meisterjahr, Ohio State nicht so gut wie gedacht und Oklahoma dieses Mal wohl doch ein aussichtsreicher Playoffanwärter - das sind die wichtigsten Erkenntnisse nach dem zweiten Spieltag, an dem die Top-Spiele nicht unbedingt so liefen, wie viele es erwartet hatten. Im Spiel des letztjährigen National Champions Clemson gegen Auburn bestimmte nicht etwa das Duell der Quarterbacks - Supertalent Kelly Bryant bei Clemson, der routinierte Neuzugang Jared Stidham (ehemals Baylor) bei Auburn - das Geschehen, stattdessen gab es einen harten Fight zweier Top-Defenses, die die gegnerischen Offenses weit unter ihrer gewohnten Ausbeute hielten. Am Ende gewann Clemson knapp aber verdient mit 14:6, weil es im Angriff variabler war und zweimal, mit dem letzten Angriff der ersten Halbzeit und dem ersten in der zweiten Halbzeit, den Weg in die Endzone fand, während Auburn aus seinen beiden besten Chancen (First Down an Clemsons 4-Yard-Linie beim ersten Angriff des Spiels und First Down an Clemsons 11-Yard-Linie nach einem Fumble der Gastgeber kurz vor Ende des ersten Viertels) nur kurze Field Goals machte. "Rückblickend sind wir im Angriff anfangs ganz gut vorangekommen, aber diese Field Goals schießen zu müssen und nicht in der Lage gewesen zu sein, die Endzone zu erreichen, hat uns wirklich geschadet. Unsere Abwehr war herausragend. Sie hat uns im Spiel gehalten", sagte Auburns Head Coach Gus Malzahn zur Leistung seines Teams.

Für Clemson war es wichtig, zu sehen und der Konkurrenz zu zeigen, dass man auch mit einem neuen Angriffsführer und Running Backs, die bislang nur wenig Spielpraxis hatten, sowie fünf neuen Stammspielern in der Abwehr gegen Top-Gegner bestehen kann. Mit dem Sieg gegen Auburn hat man zudem den wahrscheinlich schwersten Gegner hinter sich - einmal unterstellt, dass Florida State nach dem verletzungsbedingten Ausfall von QB Deondre Francois nicht mehr ganz so stark sein wird. Als härteste Aufgabe im weiteren Verlauf der Regular Season wird jetzt das Spiel bei Louisville am kommenden Samstag gesehen, in dem es die Abwehr der Tigers mit dem letztjährigen Heisman-Trophy-Gewinner Lamar Jackson zu tun bekommt. Gewiss, das eine oder andere Big Play von Jackson wird Clemsons Abwehr hinnehmen müssen, aber wer am Samstag ein paar Stunden vor Clemsons Spiel gegen Auburn gesehen hat, wie schwer sich Louisville beim Sieg bei North Carolina getan hat, der kann sich eigentlich nicht vorstellen, wie Louisville Clemsons Abwehrbollwerk ausreichend oft knacken will. Gegen North Carolina kam Louisville am Ende noch auf beachtliche 705 Yards Angriffsleistung, aber diese Zahl täuscht darüber hinweg, dass viele dieser Yards aus Einzelaktionen von Jackson resultierten, die umgebaute Offensive Line lange Zeit Probleme hatte und sich die Cardinals erst im vierten Viertel durchsetzten. Gegen Clemson bekommen es Jackson und seine Offensive Linemen aber mit der zurzeit besten Defensive Line im College Football zu tun.

Noch beeindruckender als Clemsons Auftritt gegen Auburn war am Samstag die Leistung von Oklahoma beim 31:16-Erfolg bei Ohio State. Vom Spielverlauf her war die Partie enger als es das Endergebnis ausdrückt, und auch hier gelang der entscheidende Schritt zum Sieg erst im vierten Viertel, aber die Coolness und Präzision, mit der Oklahomas QB Baker Mayfield, der Top-Passer der letzten Saison, Ohio States Abwehr in der zweiten Halbzeit immer wieder aushebelte, war schon sehenswert. "Er ist ein richtig guter Spieler. Das habe ich ihm nach dem Spiel auch gesagt. Ich schätze seinen Kampfgeist und seine Dynamik. Wir hatten ihn, ich würde sagen, achtmal schon gestoppt und er kam jedes Mal noch aus dieser Situation raus. Er ist wirklich ein sehr guter Spieler", lobte sogar Ohio States Head Coach Urban Meyer den besten Mann des Gegners fast schon überschwänglich. Das war auch berechtigt, denn das Passspiel war letztlich entscheidend. Während Mayfield 77 Prozent seiner Pässe an den Mann brachte, waren es bei Ohio States J.T. Barrett gerade Mal 54 Prozent, und jeder erfolgreiche Pass der Sooners brachte im Schnitt rund fünf Yards mehr Raumgewinn als die Pässe der Buckeyes. Auf den Punkt gebracht hat Ohio State zumindest im Moment noch die gleichen Probleme im Passspiel wie in der letzten Saison. "Ich weiß wie jeder andere hier, dass wir im Passspiel sehr gut sein müssen. Wir haben daran auch extrem hart gearbeitet. Heute Abend war es nicht gut. Wir müssen dieses Problem lösen und werden es lösen", sagte Meyer dazu. Immerhin, seine Mannschaft hat jetzt etliche Wochen Zeit, um an einer Verbesserung zu arbeiten. Erst am letzten Oktober-Wochenende steht mit Penn State wieder ein starker Gegner auf dem Programm.

Auch das dritte Top-25-Duell dieses Spieltages, USC gegen Stanford, lief nicht unbedingt so, wie zuvor erwartet. Schaut man zunächst nur auf das Ergebnis (42:24-Sieg für USC), überrascht die Höhe und die suggeriert, dass die Trojans nach dem mäßigen Auftakt vor einer Woche gegen Western Michigan ihrer Rolle als einer der Top-Kandidaten auf das Erreichen der Playoffs dieses mal voll gerecht geworden wären. Bei genauem Hinsehen bekommt dieses Bild aber Kratzer. USC hielt das Spiel mit eigenen Fehlern vom Ergbnis her länger offen, als es nötig gewesen wäre. Der junge Quarterback-Star Sam Darnold hatte bei aller Brillianz auch zwei Interceptions auf dem Konto, die seinem Team schadeten. Die erste war im zweiten Viertel der Ausgangspunkt eines Angriffs, den Stanford mit dem Touchdown zum 17:21 abschloss, die zweite unterband den schwungvoll begonnenen ersten Angriff im dritten Viertel, der vielleicht schon eine Vorentscheidung hätte bringen können, in der Hälfte des Gegners. Und die Abwehr genügt, wenn man sie mit Top-Defenses wie denen von Alabama oder Clemson vergleicht, auch noch nicht höchsten Ansprüchen. Auswirkungen wird das für USC freilich vorerst nicht haben. Stanford war der potenziell schwerste Gegner im Regular-Season-Programm, und auch wenn man in der Pac-12 Conference keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen darf, wäre alles andere als der Einzug ins Pac-12 Championship Game mit einer 12-0-Bilanz eine Überraschung.

Letztlich sagte der Spielverlauf mehr über Stanford aus als über USC. Überraschend war USCs klare physische Dominanz an der Line of Scrimmage, vor allem die der Offensive Line gegenüber Stanford "Front Seven". So konnte USC mit Läufen schalten und walten, wie es wollte - was in den letzten Jahren eigentlich das Markenzeichen von Stanford war. "Sie liefen heute erfolgreicher als wir, und ich bin es nicht gewohnt, so etwas sagen zu müssen", sagte Head Coach David Shaw dazu. In der Verfassung vom Samstag wird es Stanford schwer fallen, in der North Division der Pac-12 den letztjährigen Conference Champion Washington wieder hinter sich zu lassen und ein zweites Duell mit den Trojans im Conference Championship Game zu erreichen. Mehr noch, im Moment muss man eher darauf achten, nicht noch von den Verfolgern Oregon und Washington State überflügelt zu werden. Das Spiel am Samstag bei San Diego State, einem der laufstärksten Teams der letzten Jahre, wird Stanfords Laufverteidigung gleich vor die nächste Bewährungsprobe stellen.

Insgesamt wird der kommende Spieltag weniger brisant als die ersten beiden. Es wird maximal zwei direkte Duelle zwischen Teams geben, die in den AP Top 25 platziert sind. Das eine Top-25-Duell, Louisville gegen Clemson, wurde bereits angesprochen, das zweite wäre Tennessees Gastspiel bei Florida in Gainesville, eine der Schlüsselpartien in der East Division der SEC - wenn es denn wie geplant stattfindet. Der Hurrikan "Irma", der seit Tagen in der Karibik und inzwischen auch in Florida wütet, hatte bereits zur Folge, dass fünf Spiele des zweiten Spieltages abgesagt und ersatzlos gestrichen wurden, und bereits verschoben wurde das Lokalderby Florida State gegen Miami, das eigentlich an diesem Samstag in Tallahassee hätte stattfinden sollen (neuer Termin: 7. Oktober). Eine terminliche Verschiebung des Florida-Tennessee-Spiels kommt wegen fehlender zeitgleicher spielfreier Samstage nicht in Betracht. Sollte das Spiel nicht in Gainesville stattfinden können, bliebe nur eine örtliche Verlegung, aber eine Entscheidung dazu müsste dann sehr schnell erfolgen. Am Montagvormittag deutscher Zeit gab es dazu noch keine Informationen.

Hoch - 11.09.2017

Oklahomas QB Baker Mayfield machte beim 31:16-Sieg bei Ohio State ein ganz starkes Spiel.

Oklahomas QB Baker Mayfield machte beim 31:16-Sieg bei Ohio State ein ganz starkes Spiel. (© Getty Images)

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