Trügerischer Sieg

QB Sam Bradford und RB Dalvin CookDen Satz, Preseason-Spiele seien wenig aussagekräftig, hört man ziemlich oft. Meistens – und zurecht – von Teams, die gerade aufgrund der zweiten oder dritten Garde eine Niederlage einstecken mussten. Die Minnesota Vikings müssen sich den Satz trotz eines Sieges gefallen lassen! Denn der knappe 32:31-Sieg gegen die San Francisco 49ers ist ebenfalls nur das Werk der Reserve-Spieler. Schaut man auf die Statistiken der Starter ist das Ergebnis der dritten Preseason-Begegnung sehr ernüchternd.

0:14 lagen die Vikings zur Halbzeit hinten. Elf mal war die Offense um Quarterback Sam Bradford insgesamt am Ball, letztlich sprang noch ein mageres Field Goal raus. Vor allem die Offensive Line, in der Offseason eigentlich umgebaut und damit verstärkt, schaffte es nicht Bradford Zeit zu geben. Der Spielmacher war konsequent auf der Flucht und wurde sogar einmal durch einen eigenen Mitspieler im Rückwärtsgang zu Boden gebracht. Rookie Running Back Dalvin Cook war in Sachen Blocks noch die positive Ausnahme, allerdings konnte er an diesem Abend kaum den Vorwärtsgang einschalten.

Auf der anderen Seite brachte San Franciscos Quarterback Brian Hoyer die ersten neun seiner Pässe an den Mann, erzielte dadurch 152 Yards Raumgewinn und zwei Touchdowns. Nicht nur angesichts dieses zunächst perfekten Passerratings ist das Urteil Vikings Safety Harrison Smith verständlich: Er bezeichnete die Leistung der Defensive schlichtweg als "furchtbar". Und diese Tatsache wiegt mehr als die Probleme in der Offensive. Denn die fehlende Abstimmung zwischen Sam Bradford und seinen zumeist sehr jungen Spielern auf den Skill Positions war erwartbar. Die Defensive dagegen sollte das Team in Lila wieder in Richtung Playoffs tragen. Spielt man wie gegen die 49ers ist das nicht realistisch.

Zu guter Letzt soll das dramatische Ende der Begegnung nicht unerwähnt bleiben: Nach einer zwischenzeitliche 31:17 kamen die Vikings nahezu mit dem Schlusspfiff auf einen Punkt heran. Lust auf eine Verlängerung herrschte bei Head Coach Mike Zimmer nicht. Und so machte sich Quarterback Nummer 3 Taylor Heinicke an die Two-Point-Conversion. Auch hier hielt die Line, doch Heinicke ließ sich auf die rechte Seite herausspülen und erreichter höchstpersönlich per Lauf die Endzone. Wer in Minnesota jedoch nur auf das Ergebnis guckt, wähnt sich kurz vor Beginn der regulären Saison in extrem trügerischer Sicherheit.

Garn - 28.08.2017

QB Sam Bradford und RB Dalvin Cook

QB Sam Bradford und RB Dalvin Cook (© Getty Images)

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