Crocodiles schlagen Rebels

Auch Darius Outlaws (Berlin Rebels) Flug in die Endzone konnte die Niederlage nicht abwendenDie Cologne Crocodiles sind nach ihrem Abstecher an ihre alte Wirkungsstätte Chorweiler wieder ins Flughafenstadion im Sportpark Höhenberg zurückgekehrt und haben dort am Sonntag die bis dahin noch ungeschlagenen Berlin Rebels empfangen. Dabei sahen die 1.023 Besucher bei hochsommerlichen Temperaturen von 32 Grad einen heißen Schlagabtausch zweier Konkurrenten auf Augenhöhe.

Und diese Partie sollte so ganz anders werden als das Hinspiel in der Hauptstadt, dass die Köln mit 6:16 verloren hatten und bei dem nur zwei Field Goals von den Domstädtern erzielt worden waren. Die Gastgeber begannen die Partie mit dem Kickoff und brachten so die Gäste zunächst in Ballbesitz. Von der zuletzt so gescholtenen Kölner Verteidigung, die an diesem Tag von Anfang an jedoch wesentlich konzentrierter spielte, wurde jedoch von Anfang an gut Druck auf die Gäste aus Berlin verübt. An der 38 Yards-Linie verlor der Gästeangriff das Spielgerät und die Heimverteidigung konnte dieses für die eigenen Farben sichern. Direkt im Folgespielzug marschierte Kölns Running Back Kevin Anthony Parks eben diese 38 Yard in die Endzone der Hauptstädter zum 7:0. Somit hatte der Kölner Angriff gleich im ersten Drive mehr Punkte geschafft als noch im gesamten Hinspiel. In der Folge neutralisierten sich die Angriffs- und Verteidigungsreihen gegenseitig. Bis zum ersten Seitenwechsel sollten keine weiteren Punkte hüben wie drüben mehr eingefahren werden.

Doch nun zeigte Berlin, warum sie als heißer Playoff-Kandidat gehandelt werden. Immer wieder mit abwechslungsreichem Gameplan kämpften sich die Gäste übers Feld und Berlins Spielmacher James Harris schloss per 34 Yard-Pass aif Alexander Tounkara Kone zum 7:7 auf. Kölns Spielmacher Benjamin Mentges ließ sich nicht lange bitten und legte im Gegenzug per Pass auf Olaf Fries zum Touchdown und so war der alte Abstand mit 14:7 wiederhergestellt. Doch auch diese Punkte konnte Berlin umgehend zum 14:14 ausgleichen. Den folgenden Kick der Rebels retournierte Kevin Anthony Parks unter frenetischem Jubel der Zuschauer unwiderstehlich fast übers gesamte Feld, bevor er dann doch noch an der Beerliner 12 Yard-Linie ins Aus gedrängt werden konnte. Allerdings stellten sich die verbleibenden 12 Yards dank der starken Gästeverteidigung als schwerer heraus, als dem Team um Offensive Coordinator David Odenthal und seiner Coaching Crew Recht sein konnte. So entschied man sich im vierten Versuch auf Nummer sicher zu gehen und erzielte durch das 30-Yard-Field-Goal von Noah Plöttner das 17:14. Kurz vor der Halbzeitpause kamen die Hauptstädter ihrerseits noch mal in Feldtornähe, vergaben den Kick jedoch neben die Stangen. So ging es dann denkbar knapp mit 17:14 in die Pause.

Kurz nach Wiederanpfiff kam es dann zu einer unschönen Szene, als Berlins Defensive Back Jamaal White wegen illegalen Helmkontakts von der Schiedsrichtercrew um Hauptschiedsrichter Dirk Schrader des Platzes verwiesen wurde. Nach der ebenfalls fälligen Raumstrafe fand Benjamin Mentges seinen US Receiver Trevor Vasey mit einem sehenswerten Pass über 49 Yards in der Endzone zum 24:14.Für den Berliner Angriff reichte es bei ihrem nächsten Angriffsrecht lediglich zu einem 40-Yard-Field-Goal durch P. Andersen zum 17:24-Anschluss. Benjamin Mentges überbrückte mit seinen Mannen weiterhin mit Pässen auf Olaf Fries, Trevor Vasey und Ramin Akhlaghi das Feld. Kevin Anthony Parks überwand dann die fehlenden etwa 20 Meter in die Endzone zum 31:17. Der Berliner Angriff schob sich indes ebenfalls Meter um Meter an die Kölner Endzone heran und gipfelte erneut in einem Touchdown-Pass von James Harris auf den an diesem Tag überragenden und extra für dieses wichtige Spiel eingeflogenen Alexander Tounkara Kone. Der Extrakick ging jedoch daneben und so stand es 31:23 aus Sicht der Gastgeber. Der Angriff der Berliner konnte sodann von der starken Defense um Head Coach und Defensive Coordinator Patrick Köpper wieder zum Befreiungskick gezwungen werden. Hiernach wurde der Kölner Angriff seinerseits von den Hauptstädtern unter Druck gesetzt und der Field Goal-Versuch ging knapp links an den Stangen vorbei. Die Domstadtverteidiger um die wieder genesenen Christoph Rodenbach, Andreas Klinge und den Neuimport aus Hawaii, Makani Kema-Kaleiwahea, setzten Rebels Spielmacher Harris nun so unter Druck, dass dieser den Ball im letzten Moment nur noch zum Pass ansetzen konnte, der wiederum von Crocodiles Verteidiger Max Otte abgefangen wurde.

Nach dem letzten Seitenwechsel erhöhten die Kölner durch ein 28-Yard-Field-Goal durch Noah Plöttner zum 34:23, bevor Berlin in der Folge durch einen 17 Yard-Fang von Darius Outlaw den 29:34-Endstand hersteltte. Die Seitenlinie der Hauptstädter um Head Coach Kim Kuci entschied nach kurzer Beratung für zwei Zusatzpunkte zu versuchen, erneut in die Kölner Endzone zu gelangen. Nach mehreren Ballübergaben unter diversen Angreifern konnten die Rebels letztendlich von der Kölner Verteidigung an weiteren Punkten gehindert werden. In der knappen verbleibenden Zeit versuchten die Domstädter noch einmal alles, um nochmals zu punkten und somit den direkten Vergleich aus dem Hinspiel mit minus acht noch wenigstens auszugleichen oder mit einem weiteren Touchdown vielleicht sogar für sich zu entscheiden. Letztendlich brachten sich die Kölner durch mehrere Strafen aufgrund Unachtsamkeiten sogar noch aus Feldtorreichweite, so dass das Spiel mit einer Kölner Fünf Punkte-Führung abgepfiffen wurde.

Köln konnte somit seine Bilanz wieder ausgleichen und steht mit nunmehr drei Siegen bei drei Niederlagen weiterhin auf Platz 5 der Tabelle in der GFL Nord. "Ich bin stolz auf mein junges Team und froh, dass auch die Defense – nicht zuletzt auch wegen der Rückkehr der verletzungsbedingt ausgefallenen Spieler sowie Neuzugang Makani Kema-Kaleiwahea – ein tolles Spiel gemacht hat. Ich denke auch, dass wir in den nächsten Wochen an Makani noch eine Menge Spaß haben werden und sicher in der Zukunft noch der ein oder andere Spielzug speziell für ihn kreiert werden wird. Auch Quarterback Benjamin Mentges und sein Angriff hat erneut ein Superspiel gemacht, ganz anders als z.B. noch im Hinspiel in Berlin. Die Rebels sind ja jetzt auch keine Kindergartentruppe. So ein Team hält man auch nicht mal soeben unter 30 Punkte", resümierte Crocodiles Head Coach Patrick Köpper.


Tillmann - 12.06.2017

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Auch Darius Outlaws (Berlin Rebels) Flug in die Endzone konnte die Niederlage nicht abwenden (© Tillmann)

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