Silver Arrows sehen eine Halbzeit wie Sieger aus

Eine echte Zerreißprobe war das Testspiel nicht.Trotz einer 16:6 Führung zur Halbzeit, konnten die Stuttgart Silver Arrows das Testspiel am Ostersonntag gegen die Freiburg Sacristans nicht gewinnen. Eine schlampige zweite Halbzeit, gepaart mit dem Einsatz zahlreicher Rookies, verhinderte für die Stuttgarter die Überraschung gegen den Regionalligisten. Für die Coaches offenbarten sich vor allem bei den Specialteams noch einige Schwächen, die in den kommenden Wochen abgestellt werden sollen, bevor die Saison am 30. April im Stadion der Böblingen Bears startet.

Nur wenige Zuschauer fanden sich bei nasskaltem Wetter im Stadion Festwiese ein, um das Vorbereitungsspiel des Oberligisten Stuttgart Silver Arrows gegen den Regionalligisten Freiburg Sacristans zu verfolgen. Eigentlich schade, denn die Hausherren zeigten in der ersten Halbzeit eine ansprechende Leistung. Schon im ersten Viertel konnten sie einen schönen Drive über das Feld führen und es war Steve Watchueng, einem Neuling von den Neu Ulm Spartans, vergönnt, die ersten sechs Punkte einzufahren. Stefan Muffler sorgte für durch einen gelungenen Zusatzkick für die 7:0 Führung der Arrows.

Und im zweiten Viertel sorgte die Defense der Silver Arrows, die zuvor schon einmal einen Pass des gegnerischen Quarterbacks abgefangen hatte, für den nächsten Paukenschlag. Sie hatte den Angriff der Freiburger an deren eigener Endzone festgenagelt und unter dem Druck konnte der Quarterback den Snap nicht kontrollieren und es war Johannes Fischer, der das Ei an der 1 Yard-Linie für seine Arrows sicherte. Von dort erledigte Michael Dierberger den Rest. Der Zusatzkick ging leider daneben, aber die 13:0 Arrows-Führung war eingetütet.

Freiburg gelang noch im gleichen Viertel der Gegenschlag. Dieses mal waren die Arrows mit ihrem Angriff in der eigenen Hälfte festgefahren. Und der logische Punt sollte durch Dierberger vollzogen werden. Der gegnerische Ansturm drückte seine Vorderleute aber in seinen Kick, so dass Freiburg nur wenige Meter vor der Arrows Endzone in Ballbesitz kam. Und diese Chance ließen sich die Breisgauer nicht entgehen und kamen mit einem Touchdown auf 6:13 heran. Der Zusatzkick landete an der linken Stange und ging somit vorbei.

Aber auch Stuttgart gelang noch einmal ein ordentlicher Drive, der jedoch stagnierte, als Dierberger mit einer defekten Orthese vom Feld musste. Muffler krönte den Drive jedoch mit einem 27-Yard-Field-Goal zum 16:6, mit dem es dann auch in die Pause ging. Aus der kamen die Arrows mit stark veränderter Aufstellung. Die Quarterbackposition füllte nun der Nachwuchsspieler Nico Ranellucci aus, der letztes Jahr noch in der U19 gespielt hatte. "Der Nico hätte natürlich die Unterstützung von den erfahrenen Spielern gebraucht, aber wir wollten eben auch vielen Neulingen die Chance geben, sich im Spiel zu beweisen", erklärt Head Coach Jürgen Doh den Abfall seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit.

Denn es lief offensiv nicht mehr wirklich rund. Viele individuelle Fehler, dazu noch ein junger Quarterback, das führte zu einigen Ballverlusten und schlechten Feldpositionen. Eine der ersten Ballverluste nutzten die Freiburger zu einem Big Play. Der Running Back bekam den Ball an der eigenen 10 Yard-Linie und lief von dort aus bis in die Endzone der Arrows. "Eigentlich hätte das Big Play nie passieren dürfen", schränkt Nick Daubitzer ein. "Da haben wir einfach schlecht getackelt. Der Speedo (Johannes Fischer) hätte ihn eigentlich schon im Backfield tackeln müssen. Danach sahen wir einfach nur noch schlecht aus." Freiburg war nach gelungenem Zweipunktversuch auf 16:14 herangekommen.

Und es sollte noch schlimmer kommen. Nachdem beide Teams mehrere Ballverluste ausgetauscht hatten konnten die Messdiener das Spiel nach einem weiteren geblockten Punt der Arrows tief in der eigenen Hälfte mit einem weiteren Touchdown drehen. Diesen Punktestand konnten die Silberpfeile dann nicht mehr kontern.

"Das Ergebnis ist am Ende gar nicht wichtig", sagt Doh. "In der ersten Halbzeit sind wir gut ins Spiel gekommen und haben verdient geführt. Aber es haben sich zu viele Fehler eingeschlichen, die unseren Fluss gestört haben." "Teilweise war das saublöd, einfachste Dinge, die wir hundert mal im Training trainiert haben", ärgert sich Daubitzer, der als Center in der Offensive Line aushelfen musste. "Das darf uns in der Saison nicht passieren und das müssen wir abstellen!" Genauso wie die Probleme beim Punt, der ja zweimal geblockt wurde, was zu zwei Scores der Freiburger führte.

Das alles muss in zwei Wochen erledigt sein, denn am 30. April starten die Stuttgart Silver Arrows bei den Böblingen Bears in die Saison, ehe die Ostalb Highlanders zum Muttertag am 14. Mai zum ersten Heimspiel erwartet werden. An diesem Tag werden die Arrows auch ihren eigenen Song live präsentieren, den die Band "Einmal mit Profis" aus Stuttgart für die Mannen in Silber und Schwarz aufgenommen hat.

Klaus Krauthan - 18.04.2017

Eine echte Zerreißprobe war das Testspiel nicht.

Eine echte Zerreißprobe war das Testspiel nicht. (© Günter E. Bergmann)

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