Quinns Angriff auf die Tebowmania – ein Missverständnis?

Die Tebowmania in der Saison 2011 kam nicht bei jedem gut an.Die Geschichte ist bekannt: Die Saison 2011 der Denver Broncos schien bereits nach vier Niederlagen nach fünf Spieltagen gelaufen, doch dann kam Tim Tebow. Er drehte die Spiele, führte die Broncos in die Playoffs und wurde zum Prototyp des „American GCB (good Christian boy)“ stilisiert. Zum Gebet auf die Knie gehen - das so genannte Tebowing, die unorthodoxe Spielweise und die offenen Bekenntnisse zu seiner Religiosität haben nicht nur Anhänger gefunden.

So platzte in die heile Football-Welt in Denver nun ein Artikel in der „GQ“. Das Magazin beleuchtet das Phänomen Tebow von einer weniger schmeichelhaften Seite. Im Grunde kein Anlass für gesteigerte Aufregung für die Franchise um Quarterback-Legende John Elway, wären da nicht eindeutige Zitate von Denvers Ersatz-QB Brady Quinn im Artikel. „Wenn man sich das Ganze mal genauer anguckt, gibt es da einige Dinge, die ich nicht gerade als bescheiden beschreiben würde“, erklärt Quinn auf die Frage, wie er das Verhalten seines QB-Kollegen findet. „An seiner Stelle hätte ich das Team nicht damit angeführt, dass ich mich direkt vor einer Kamera hinknie und bete. Ich hätte mit meinen Mitspielern gebetet.“

Während von Seiten Tebows und des Teams keine öffentliche Stellungnahme zu vernehmen war, ruderte Quinn aufgrund des massiven Medien-Echos kräftig rückwärts. Er sei missverstanden worden und die Aussagen im Artikel würden keineswegs seine Meinung bezüglich Tebow wiederspiegeln. „Tim verdient viel Anerkennung für das, was er geleistet hat. Am wichtigsten ist aber, dass er ein großartiger Teamkamerad ist.“ Quinn habe sich bereits persönlich bei Tebow entschuldigt und dem Autor des Artikels sein Unmut über die Darstellung seiner Aussagen bekundet.

Während für die Broncos die Angelegenheit damit als unnötige Off-Season-Lappalie abgehakt werden kann, könnte der Artikel für Quinn Folgen haben. Der Vertrag des Spielmachers in Denver läuft aus. Nun haftet ihm bei den möglichen Vertragsverhandlungen das Image des Nestbeschmutzers an.

Siebertz - 23.02.2012

Die Tebowmania in der Saison 2011 kam nicht bei jedem gut an.

Die Tebowmania in der Saison 2011 kam nicht bei jedem gut an. (© Getty Images)

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