Tebow schockt Steelers in der Overtime
Tim Tebow hat es wieder an allen Skeptikern gezeigt. Als er noch am College war, hieß es, er könne mit seiner Spielweise in der NFL nichts bewegen. Als er die ersten Spiele gewann, hieß es, dass dieser Erfolg nicht von Dauer sein werde. Und als die Tebow mit seinen Broncos die Playoffs erreichte, hieß es, dass der junge Spielmacher gegen die Steelers-Defense keine Schnitte bekommt. Doch Tebow hat beim 29:23-Overtime-Sieg gegen die Pittsburgh Steelers in der Wild-Card-Runde deutlich gemacht, dass er nicht nur vom starken Laufspiel und der starken Defense lebt, sondern dass er mit Pässen sein Team zum Sieg führen kann.
Und so war es auch ein sehenswerter Pass Tebows zu Wide Receiver Demaryius Thomas über 80 Yards bis in die Endzone, der im ersten Spielzug der Verlängerung den Sieg für die Broncos bedeutete. Die elf Sekunden dauernde Overtime war gleichzeitig die kürzeste der NFL-Geschichte. „Als ich gesehen habe wie Demaryius in die Endzone lief, habe ich zuerst Gott gedankt. Dann habe in versucht Demaryius hinterherzulaufen, um mit ihm zu feiern, aber er war zu schnell. Deswegen bin ich auf die Tribüne zu den Fans gesprungen – zum ersten Mal überhaupt. Das hat Spaß gemacht. Und dann musste ich wieder auf die Knie gehen und habe Gott noch einmal gedankt, bevor ich mit meinen Teamkameraden und den Coaches gefeiert habe“, freute sich Tebow als ihn ein Reporter beim Jubeln zu einem Statement bewegen konnte.
Im ersten Quarter dachte in Denver noch niemand an so einen Ausgang. Das Spiel entwickelte sich so, wie es viele Experten vorausgesagt hatten. Die Offense der Broncos tat sich schwer und Steelers-QB Ben Roethlisberger fand kleine Lücken im Backfield der Gastgeber. Ein Touchdown erzielte er aber nicht und so ging es mit einem 6:0 nach zwei Field Goals der Steelers in den zweiten Abschnitt, in dem Tebow aufdrehte.
Erst bediente Tebow Thomas mustergültig für 51 Yards und zwei Plays später fand er Eddie Royal zum ersten Touchdown der Partie. Der nächste Drive der Broncos begann wie eine Kopie: Tebow zu Thomas über mehr als 50 Yards. Doch dann nahm der bewegliche QB die Beine selbst in die Hand und besorgte mit einem Lauf die 14:6-Führung. Nach zwei Field Goals ging Denvor so mit einer 20:6-Führung in die Halbzeit.
Im zweiten Durchgang unterstrichen dann die Steelers, dass man auch sie niemals abschreiben darf. Nach einem Rushing Touchdown im dritten Quarter von WR Mike Wallace und einem Field Goal lag der amtierende AFC-Champion im letzten Spielabschnitt nur noch sieben Punkte zurück. Nachdem Boncos-Running-Back Willis McGahee ein Fumble unterlief, kam Pittsburgh rund sieben Minuten vor Spielende mit guter Feldposition in Ballbesitz. Roethlisberger, der aufgrund einer Knöchelverletzung mit einem Spezialschuh spielen musste und dadurch nicht so beweglich war wie sonst, ließ sich die Chance nicht entgehen. Er glich mit einem 31-Yard-Pass zu Wide Receiver Jerricho Cotchery aus.
Mit weniger als einer Minute hatten die Steelers dann noch die Möglichkeit, in Field-Goal-Reichweite zu kommen, doch die Broncos-Defense beendete den vielversprechenden Drive mit drei Sacks, die die Steelers wieder in die eigene Hälfte - und so aus der Reichweite ihres Kicker John Suisham - zurückwarfen. „Wir hatten die Möglichkeit, das Spiel noch in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Doch es hat nicht gereicht – das ist bitter“, erklärte „Big Ben“.
In der Overtime kamen die Steelers nicht mehr in Ballbesitz und so mussten sie den Jubelstürmen der Broncos zuschauen. Denver muss in der nächsten Runde bei den an erster Stelle gesetzten New England Patriots antreten. In der regulären Saison hagelte es für Denver eine 23:41-Niederlage im eigenen Stadion, doch man sollte einen Fehler nicht mehr begehen: Tim Tebow und die Denver Broncos abschreiben.
© Siebertz - 09.01.2012

Tim Tebow zeigte eine großartige Partie und konnte sich nach dem Sieg den Dank der Fans abholen. (© Getty Images)
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