Bengals gewinnen bei 'Not gegen Elend'
Mit ihrem Sieg in einem Duell 'Not gegen Elend' haben die Cincinnati Bengals ihre Playoff-Hoffnungen am Leben erhalten. Trotz einer schwachen Vorstellung feierte die ‚Königstiger‘ einen 20:13-Erfolg bei den St. Loluis Rams und haben damit bei acht Siegen zu den New York Jets aufgeschlosen, die ihrerseits in Philadelphia eine 19:45-Klatsche kassierten. „Mit einem starken Endspurt können wir selbst unsere Chancen erhalten“, freute sich Bengals-Cornerback Nate Clements, „aber wir dürfen beim Blick auf unser Ziel nicht den nächsten Gegner aus den Augen verlieren.“
Über weite Strecken boten die Rams eine schlicht erbärmliche Vorstellung: Dritt-Quarterback Kellen Clemens, der erst sieben Trainingseinheiten mit dem Team hatte, schlug sich als Vertretung von Sam Bradford (Knöchelverletzung) und A.J. Feeley (Daumen gebrochen) mit 25 von 36 kompletten Pässen für 229 Yards und einem Touchdown-Pass zu Danario Alexander zwar ganz ordentlich. Doch vor allem bei den dritten Versuchen hatten die Gastgeber ein massives Problem. Erst im Schlussviertel konnte sie 2 ihrer 13 Third-Downs verwerten. „Wenigstens kenne ich alle meine Mitspieler“, witzelte Clemens nachher, „ich habe mir erst einmal unseren Kader zu Hause in Ruhe angeguckt, damit ich weiß, mit wem ich es zu tun habe.“ Rams-Cheftrainer Steve Spagnuolo, der nach nur zehn Siegen in seinen drei Jahren wohl zum Saisonende gehen muss, hatte ein Lob für seinen Ersatz des Ersatz-Spielmachers. „Er hat seine Sache ordentlich gemacht. An ihm lag es heute nicht.“
Vor allem hatte er einen besseren Tag als Bengals-Spielmacher Andy Dalton, der nur 15 von 26 Pässen für 179 Yards an den eigenen Mann brachte. Fast zwei Drittel des Raumgewinns verbuchte A.J. Green. Der Rookie-Receiver fing sechs Pässe für 115 Yards und knackte damit die magische 1000-Yard-Grenze. Eine Schrecksekunde erlebte er kurz vor der Pause, als er sich bei einem Foul samt Interference-Strafe an der Schulter verletzte. „Es ist nichts Ernstes, nur eine leichte Dehnung“, sagte Green. „Deshalb würde ich nicht auf einen Einsatz verzichten.“ Er kehrte nachher zwar zurück, fing aber nur noch zwei Pässe – beide allerdings für First Downs.
Neben dem Rookie-Duo aus Quarterback Dalton und Passempfänger Green war Running Back Cedric Benson beinahe Alleinunterhalter in Cincinnatis Offense. Er erlief 76 Yards und einen Touchdown und benötigt noch 41 Yards für die 1000er-Marke. Mit noch fehlenden 34 Yards hat die auch Steven Jackson bereits im Visier. Unter den Augen der Spieler aus dem Rams-Team, das 2000 den Super Bowl geholt hatte – in der Halbzeit wurde Ex-Running Back Marshall Faulk in den ‚Ring of Fame‘ des Edward Jones-Dome aufgenommen – hatten bei den Hausherren nur noch Chris Long Grund zur Freude. Der Defensive End landete seinen 13. Quarterback-Sack der Saison und stellte damit den persönlichen Rekord seines Vaters, NFL-Legende Howie Long, ein.
© Nitsch - 19.12.2011

Trotz schwacher Leistung darf er weiter von den Playoffs träumen: Bengals-Spielmacher Andy Dalton (© Getty Images)
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