Mehr als ein Trostpreis
Das erklärte Ziel bei Oregon vor der Saison war das erneute Erreichen des National Championship Games. Eine Niederlage zuviel verhinderte das, aber gereicht hat es immerhin zum Gewinn der Pac-12 Championship, und das ist mehr als nur ein Trostpreis. Oregon erlebt zurzeit die erfolgreichste Phase seiner Team-Geschichte. Mit dem 49:31-Erfolg gegen UCLA im ersten Pac-12 Championship Game holten sich die Ducks ihren dritten Conference-Titel in Folge und spielen zum zweiten Mal innerhalb von drei Spielzeiten im Rose Bowl in Pasadena, dem ältesten aller Bowl-Spiele. Geht man zurück bis in die Saison 2008, dann hat Oregon 37 seiner letzten 43 Spiele gewonnen. Einen Schönheitsfehler hat diese Bilanz aber: Die beiden wichtigsten Spiele, den Rose Bowl der Saison 2009 gegen Ohio State und das letztjährige National Championship Game gegen Auburn, hat man verloren.
Die Meinungen darüber, ob man deshalb unter besonderem Zugzwang ist, gehen bei den Ducks durchaus auseinander. Head Coach Chip Kelly hält von solch einer Sichtweise nichts. „Ich denke, unsere Jungs werden da rausgehen und alles geben, aber nicht mit dem Blick auf das, was in der Vergangenheit passiert ist. Ich habe es schon öfter gesagt: Wir arbeiten mit dem Blick nach vorn“, so Kelly. Bei einigen Spielern hört sich das anders an. „Unglücklicherweise sind wir in den letzten beiden Jahren knapp gescheitert, aber ich muss zugeben, dass das unser Feuer und unsere Konzentration zusätzlich schürt“, sagt zum Beispiel G Mark Asper. Und TE David Paulson weiß, dass man mit einem Sieg gegen Wisconsin am 2. Januar Historisches leisten würde. „Wir haben den Rose Bowl hier schon eine ganze Weile nicht mehr gewonnen und wir wollen diejenigen sein, die das ändern“, sagt Paulson in Anspielung darauf, dass Oregons letzter Rose-Bowl-Erfolg 95 Jahre zurückliegt.
Sicher ist, dass die Aufgabe gegen Wisconsin genauso schwer wird wie die Spiele gegen Ohio State und Auburn in den letzten beiden Jahren. Verglichen damit war das Conference-Finale gegen UCLA eine leichte Aufgabe, auch wenn man den eigentlich klar schwächeren Gegner mit eigenen Fehlern (zwei Ballverluste, zehn Strafen) besser aussehen ließ als er ist. Dass man trotz einer nur durchschnittlichen Leistung nie wirklich in Gefahr kam, lag daran, dass UCLA noch mehr Fehler machte. So fielen drei von Oregons fünf Touchdowns in der ersten Halbzeit im Anschluss an Ballverluste der Bruins. Die Touchdowns zu 7:0 und 21:7 erzielte Oregon nach Fumbles von RB Jonathan Franklin an der eigenen 39-Yard-Linie (zweiter Spiezug der Partie) und an Oregons 48-Yard-Linie. Für den weiteren Verlauf des Spiels am schwerwiegendsten war der dritte Balverlust. Nach UCLAs Touchdown zum 14:21 hatte Oregon im Gegenzug (zehn Spielzüge, 73 Yards) das 28:14 erzielt (3-Yard-Lauf von RB LaMichael James). Im fünften Spielzug von UCLAs nächstem Ballbesitz verlor RB Derrick Coleman bei einem Reverse-Spielzug den Ball an der eigenen 17-Yard-Linie. Vier Spielzüge später zog Oregon auf 35:14 davon (25-Yard-Pass von QB Darron Thomas auf WR Daryle Hawkins). Von diesem Doppelschlag innerhalb von vier Minuten erholte sich UCLA nicht mehr.
© Hoch - 05.12.2011

Oregon spielt nach dem Sieg im Pac-12 Championship Game gegen UCLA im Rose Bowl in Pasadena gegen Wisconsin. (© Getty Images)
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