McMaster erstmals Meister
Das Team der McMaster University aus Hamilton gewann zum ersten Mal die Meisterschaft im kanadischen College Football. Im Finale, dem Vanier Cup, der dieses Mal in Vancouver ausgetragen wurde, schlugen die Marauders das Top-Team der letzten Jahre, Laval aus Quebec, mit 41:38 nach Verlängerung. Die Entscheidung brachte ein 20-Yard-Field-Goal von K Tyler Crapigna, der fast zur tragischen Figur des Spiels geworden wäre, weil er drei Sekunden vor Ende regulären Spielzeit einen Field-Goal-Versuch aus 23 Yards zum möglichen 34:31 vergeben hatte. In der ersten Verlängerung hatte McMaster nach zwei Spielzügen einen Touchdown vorgelegt (26-Yard-Pass von QB Kyle Quinlan auf WR Brad Fochesato), Laval in vier Spielzügen nachgezogen (33-Yard-Pass von QB Bruno Prud’Homme auf WR Adam Thibault). In der zweiten Verlängerung wurde Lavals Ballbesitz mit einer Interception im zweiten Spielzug beendet. Anschließend arbeitete sich McMaster mit vier Läufen von der 35-Yard-Linie bis an die 13-Yard-Linie vor, ehe Crapigna erneut ran durfte und dieses Mal traf. „Wir mussten einfach nur hellwach sein und beherzt spielen. Wir haben vielleicht nicht das Talent wie sie, aber wenn du alles gibst, dann kannst du verrückte Dinge schaffen“, sagte McMasters QB Kyle Quinlan zum unerwarteten Erfolg seines Teams.
Für Laval, das zum sechsten Mal in den letzten acht Spielzeiten und siebten Mal insgesamt im Finale stand, war es die erste Niederlage im Vanier Cup. Mit einem siebten Erfolg wäre das Team alleiniger Rekordmeister im kanadischen College Football geworden. Trotz des unglücklichen Endes war Lavals Head Coach Glen Constantin noch halbwegs zufrieden, denn das Spiel hätte auch in einem völligen Debakel für seine Mannschaft enden können. McMaster hatte zur Halbzeit mit 23:0 geführt, ehe ein 62-Yard-Punt-Return von Guillaume Rioux zum Touchdown am Ende von McMasters zweiten Ballbesitz im dritten Viertel Laval neuen Schwung gab. „Ich bin wirklich stolz auf meine Spieler, auf den Charakter, den sie gezeigt haben. Sie hätten sich nach der ersten Halbzeit auch einfach aufgeben können“, lobte Constantin den Kampfgeist seiner Spieler.
Im zweiten Spielzug von McMasters nächstem Ballbesitz kam Laval dann mit einem 37-Yard-Interception-Return auf 14:23 heran. Danach schien sich das Blatt komplett zugunsten des Favoriten zu wenden. Drei Minuten vor Ende des dritten Viertels schoss Laval ein kurzes Field Goal (18 Yards) zum 17:23, und nach drei Minuten im vierten Viertel ging Laval mit einem 44-Yard-Lauf von RB Sebastien Levesque, dem zweitbesten Rusher der Saison (1.059 Yards, zehn Touchdowns), sogar mit 24:23 in Führung. Nach je einem Punt ging McMaster mit einem 9-Yard-Lauf von Matthew Peressi und einem anschließenden Pass von Quinlan auf Peressi noch einmal in Führung (31:24). Im Gegenzug glich Laval acht Spielzüge später aber wieder aus (5-Yard-Pass von Prud’Homme auf WR Julian Feoli-Gudino).
McMaster, das bislang erst einmal im Finale gestanden und verloren hatte (1967), profitierte in der ersten Halbzeit von einigen schweren Fehlern des Gegners. Im ersten Viertel war man nach einem Fumble von Levesque an der eigenen 33-Yard-Linie im ersten Spielzug des zweiten Ballbesitzes seines Teams mit 3:0 in Führung gegangen. Und nach einer Interception von Michael Daley an McMasters 48-Yard-Linie 30 Sekunden vor Ende des ersten Viertels hatte man die Führung in der zweiten Minute des zweiten Viertels auf 13:0 ausgebaut (3-Yard-Pass von Quinlan auf James Hill). Dazwischen hatten die Marauders mit Hilfe eines Passes nach angetäuschtem Punt ihren nächsten Angriff nach dem 3:0 (sieben Spielzüge, 70 Yards) mit dem 6:0 abgeschlossen. Vier Minuten nach dem 13:0 erzielte McMaster mit einem 13-Yard-Lauf von RB Christophe Pezzetta das 20:0, und nach einem vergebenen 35-Yard-Field-Goal-Versuch von Laval brachte der längste Angriff des ganzen Spiels (15 Spielzüge, 73 Yards, fünfeinhalb Minuten Ballbesitz) das Field Goal zum 23:0.
© Hoch - 26.11.2011

(© CIS)
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