Newton schämt sich für Panthers-Vorstellung
Noch lange nach dem Spiel war Cam Newton völlig geschafft. „Das war peinlich, das war einfach nur peinlich“, stammelte der Quarterback der Carolina Panthers – und hatte erschreckend Recht. Nach einem spielerischen Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten hatte die schlechteste Mannschaft der vergangenen Saison mit der schlechtesten Leistung in dieser Saison gegen die Tennessee Titans ein 3:30-Fiasko erlebt. „Wie kann man so hoch zu Hause verlieren? Das war die schlimmste Vorstellung, die ich je gesehen habe – und eine schwache Darbietung von mir“, gab Newton fassungslos zu: „Da gibt es keinerlei Entschuldigung, wir sind heute in jedem Aspekt des Spiels überrannt worden, schlicht und einfach.“
Nach bisher stets mindestens 16 Punkten, im Schnitt gar mehr als 22 Zählern in den bisherigen acht Partien, die sie stets bis zum Schluss offengehalten hatten, hatten die Panthers sich nach ihrer Bye-Week eine Menge vorgenommen. Das ging von Anfang an gründlich daneben. Nach gerade mal 64 Sekunden endete der erste Ballbesitz der Hausherren in Charlotte mit einem gewaltigen Punt, den Jason Baker nahe der Seitenlinie platzierte. Titans-Passempfänger fing das Ei und stampfte die Linie entlang über 79 Yards in die Endzone. „Da haben einfach einige Leute ihre (Verteidigungs-) Linie nicht gehalten“, schimpfte Carolinas Cheftrainer Ron Rivera, „und schon war’s passiert.“ Seine Kurz-Analyse: „Erst geht ein Spielzug daneben, dann der zweite, dann der nächste: Wenn so was passiert, hast du keinerlei Siegchance.“
Die hatten die Fans trotz des misslungenen Auftakts durchaus noch gewittert: Doch die nächste Angriffsserie der Raubkatzen endete damit, dass Tight End Greg Olsen den Ball an der 10-Yard-Linie der Gäste verlor, den Linebacker Akeem Ayers eroberte. Fünf Spielzüge und 92 Yards später sprintete Wide Receiver Damian Williams zum 14:0, das Spiel entglitt den Hausherren völlig. „Diese Kette von Fehlern hat den Rest des Spiels vorgegeben“, gestand Rivera. Bei seinem Team funktionierte nichts mehr: Zu den Unzulänglichkeiten im Angriff, in dem Spielmacher Newton fünfmal gesackt wurde, alleine viermal im ersten Versuch, und in der Defense kamen 12 (von Tennessee angenommene) Strafen – ein Desaster.
Bei den Titans nutzte vor allem Chris Johnson die Gunst der Stunde und der schwachen Tagesform des Gegners. Der bislang meist enttäuschende Running Back erlief vor allem nach der Pause 130 Yards und einen Touchdown – und wurde dafür von Quarterback Matt Hasselbeck besonders gefeiert. „Er ist in meinem Fantasy-Team“, erklärte der erfahrene Spielmacher, der im Spielzug vor Johnsons Touchdown an der Ein-Yard-Line aus dem Spielfeld gerannt war. „Das gibt Fantasy-Punkte für mich und damit für ihn“, grinste Johnson „daher gilt mein Dank Matt und den anderen Fantasy-Teambesitzern.“
© Nitsch - 14.11.2011

Cam Newton (© Getty Images)
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