Luck und Co. stoßen an ihre Grenzen
Der begehrteste Nachwuchsspieler der USA, Stanfords QB Andrew Luck, wird seine College-Karriere wahrscheinlich ohne die Chance, im National Championship Game um den Titel zu spielen, beenden. Nach der 30:53-Niederlage gegen Oregon, der ersten seit einem 31:52 gegen den gleichen Gegner Anfang Oktober 2010 (seither 17 Siege in Folge), im Schlüsselspiel in der North Division der Pac-12 Conference ist zugleich das Finale in der eigenen Conference kaum noch zu erreichen. Luck versuchte sich dennoch in Optimismus. „Wir können wegen dieses Spiels nicht lange unsere Köpfe hängen lassen. Wir haben noch andere Spiele vor uns“, sagte er. Für ihn selbst lief das Spiel besonders unglücklich. Seine drei Ballverluste (zwei Interceptions, ein Fumble) führten zu 21 Punkten für die Ducks. „Wenn du gegen ein Team spielst mit der Schnelligkeit, mit dem Talent und das so gut gecoacht wird, und du gibst den Ball ab, dann kannst du nicht gewinnen. Dazu braucht es deine beste Leistung. Ich denke nicht, dass wir unsere beste Leistung abgerufen haben, und das haben sie genutzt“, so das Fazit von Head Coach David Shaw.
Für Oregon bieten sich nach diesem Sieg wieder Perspektiven Richtung Spitze. Um in das erste Pac-12 Championship Game einzuziehen, genügt ein Sieg aus den letzten beiden Spielen gegen USC und Oregon State (beide in Eugene), und nach dem zu erwartenden Sprung auf Platz vier der BCS-Rangliste hinter LSU, Oklahoma State und Alabama sind auch die Chancen auf den erneuten Einzug ins National Championship Game gestiegen. Von derlei Gedankenspielen will der notorisch einsilbige Head Coach Chip Kelly freilich nichts wissen. „Das alles bedeutet bis Anfang Dezember (Ende der Regular Season) erst mal nichts. Wir haben einmal verloren. Verlieren wir ein zweites Spiel, dann sind wir nicht mal mehr im Gespräch“, so Kelly.
Der Schlüssel zum Sieg gegen Stanford war Oregons Schnelligkeit. Insgesamt hielt Stanfords Abwehr Oregons Angriff einigermaßen in Schach, aber dreimal führte die Schnelligkeit von Oregons Spielern zu Big Plays, die mit Touchdowns endeten: beim 58-Yard-Lauf von RB LaMichael James zum Touchdown zum 15:6, beim Touchdown von RB De’Anthony Thomas zum 22:9, bei dem der einen kurzen Screen Pass auf die rechte Seite fing und dann allen zu einem 41-Yard-Touchdown davonsprintete, und beim Touchdown zum 29:16 durch WR Josh Huff (59 Yards), der nach kurzem Pass in die Mitte ebenfalls nicht mehr zu halten war. Auf der anderen Seite machten Oregons beweglichere Verteidiger immer wieder Druck auf Luck, der zudem durch das verletzungsbedingte Fehlen zwei wichtiger Anspielstationen (WR Chris Owusu und TE Zach Ertz) gehandicapt war.
Die Vorentscheidung fiel unmittelbar nach der Halbzeitpause. Oregon war zuerst am Ball und brauchte nur vier Spielzüge, um die Führung durch Josh Huffs Touchdown auf 29:16 auszubauen. Stanfords anschließender Ballbesitz endete mit einem vergebenen Field-Goal-Versuch. Und nach einem Kurzauftritt von Oregons Angriff verlor Luck im ersten Spielzug von Stanfords zweitem Ballbesitz der zweiten Halbzeit bei einem Quarterback Sack den Ball, was zu Ballbesitz für Oregon an Stanfords 12-Yard-Linie und dem Touchdown zum 36:16 vier Spielzüge später (4-Yard-Lauf von James im vierten Versuch) führte.
© Hoch - 13.11.2011

Stanfords QB Andrew Luck hatte bei der 30:53-Heimniederlage gegen Oregon einen ganz schweren Stand. (© Getty Images)
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