Wieder mal selbst ausgebremst
TCU sorgte mit einem 36:35 beim Ranglisten-Fünften Boise State dafür, dass es in diesem Jahr zum ersten Mal seit Jahren am Ende der Regular Season keine Diskussionen um das Endspiel-Format ungeschlagener Teams aus den schwächeren Conferences geben wird. Die erste - und vermutlich auch einzige - Niederlage wird Boise State weit zurückwerfen, und TCU, das im letzten Jahr ungeschlagen geblieben war und es dennoch nicht ins National Championshiop Game geschafft hatte, spielt mit bereits zwei Niederlagen auf dem Konto dieses Mal eh keine Rolle an der Spitze. „So ist das im realen Football. Du gewinnst nun mal nicht immer all deine Spiele - so oft wir das hier auch scho geschafft haben“, sagte Head Coach Chris Petersen zur Niederlage seines Teams. Für die Broncos wird es jetzt wahrscheinlich nicht einmal mehr zum Conference-Titel in der Mountain West Conference reichen, weil TCU mit Heimspielen gegen Colorado State und UNLV, zwei der schwächeren Teams der Conference, aus eigener Kraft alles klar machen kann.
Die Niederlage war für Boise State besonders bitter, weil man den greifbar nahen Sieg durch eigene Fehler verschenkte. Der entschidende war ein kläglicher Fehlschuss von K Dan Goodale bei einem Field-Goal-Versuch aus 39 Yards Entfernung bei auslaufender Spielzeit. Das Ganze erinnerte stark an die einzige Niederlage der Broncos in der letzten Saison, als man Ende November bei Nevada mit 31:34 nach Verlängerung verlor, weil der damalige Kicker gleich zweimal aus machbaren Distanzen nicht traf (einmal kurz vor Ende der regulären Spielzeit und dann in der Verlängerung). Vorwürfe an Goodale gab es dennoch nicht. „Wir haben einigen Chancen ausgelassen. Ich denke, es liegt nicht an einem Spielzug, es liegt an einer ganzen Reihe von Spielzügen“, nahm QB Kellen Moore seinen Kicker in Schutz.
Das war richtig so, denn ohne einen früheren Patzer wäre es gar nicht erst zu dieser Situation gekommen. Nach einem Punt der Gäste fünfeinhalb Minuten vor Spielende versuchte man mit einer 35:28-Führung im Rücken mit vielen Läufen möglichst viel Spielzeit verstreichen zu lassen. Im siebten Spielzug dieses Angriff verlor RB Drew Wright am Ende eines 4-Yard-Laufes an TCUs 31-Yard-Linie den Ball, den sich die Gäste an der eigenen 27-Yard-Linie sicherten, das Ganze zwei Minuten und 26 Sekunden vor Spielende. Sieben Spielzüge später, alles Pässe des überragenden QBs Casey Pachall, brachte ein 25-Yard-Pass auf WR Brandon Carter auf 34:35 heran. Anschließend hatte TCU etwas Glück. Head Coach Gary Patterson ließ einen Pass zur Two-Point Conversion spielen, weil K Ross Evans in der ersten Halbzeit einen Extrapunkt vergeben hatte. Pachall warf einen Pass auf WR Josh Boyce, der eigentlich gut gedeckt war, und der riss sich nach dem Fang von einem Gegenspieler los.
Dass es für Boise State fast doch noch zum Happy End gereicht hätte, lag wiederum an Fehlern der Gäste. Der Kickoff flog ins Seitenaus, was Ballbesitz für die Broncos an ihrer 40-Yard-Linie bedeutete. Es folgten zwei Strafen gegen TCU (Holding im ersten Spielzug, Pass Interference im zweiten), die Boise State 25 Yards Raumgewinn brachten. Nach sieben Spielzügen stand Boise State an TCUs 22-Yard-Linie. Dass man dann ein Field Goal versuchen würde, stand für Chris Petersen außer Frage. „Ich denke, man geht dabei nach Statistiken und Wahrscheinlichkeit. Versucht man einen Pass aus 30 Yards? Oder versucht man, ein Field Goal zu erzielen? Wir glaubten, dass letzteres unsere beste Chance war“, so Petersen.
© Hoch - 13.11.2011

Boise States Spieler gingen nach der vermeidbaren Niederlage gegen TCU mit hängenden Köpfen vom Platz. (© Getty Images)
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