Beim dritten Versuch gescheitert
Die Michigan State Spartans hätten im Spiel gegen die Nebraska Cornhuskers alles gewinnen können. Nach den Siegen gegen die stärker eingeschätzten Michigan Wolverines und die Wisconsin Badgers wäre ein Sieg gegen den Big 10 Neuling fast schon gleichbedeutend mit dem Titel in der Big 10 Legends Division gewesen. Doch beim dritten Versuch gegen ein Team aus den oberen Regionen der BCS-Rankings scheiterte MSU – und das kläglich. Am Ende standen gerade einmal 187 Yards Raumgewinn für die Offensive zu Buche. Da konnte kaum mehr herausspringen als die drei Punkte bei der 24:3 Niederlage in Nebraska.
„Wir sind ein weitaus besseres Team, als wir es heute gezeigt haben“, sagte Spartans Quarterback Kirk Cousins dann auch nach dem Spiel. „Und es gibt noch viele Dinge, die wir erreichen können. Es kommt nun darauf an, dass wir die richtige Reaktion zeigen.“ Doch einer der Hauptgründe für die Niederlage am Samstag war seine eigene Leistung. Und die ließ in Auswärtsspielen schon während seiner gesamten Karriere zu wünschen übrig. Anscheinend schafft es Cousins auf fremdem Terrain nicht, die Konzentration aufrecht zu erhalten, denn es sind immer wieder fragwürdige Entscheidungen, die zu brenzligen Situationen führen. Gegen Nebraska brachte er nur 4 seiner ersten 16 Pässe an den Mann, warf im ersten Drive eine Interception, die die Huskers in einen Touchdown umsetzen konnten und wählte immer wieder Receiver, die vom Gegner gedoppelt wurden. Head Coach Mark Dantonio seufzte nach dem Spiel nur: „Was für einen Unterschied so eine Woche machen kann...“
Recht hat er. Denn statt dem Sieg in der Legends Division haben sich die Spartans eine Menge Probleme gesichert. Die Führung in der Tabelle teilt man sich nun mit Nebraska, die den Tie-Breaker auf ihrer Seite haben, Michigan und Iowa. Wobei Nebraska noch gegen die beiden direkten Konkurrenten ran muss. Sollten sich die Spartans nach den tollen Vorstellungen gegen die starken Gegner um den verdienten Lohn gebracht haben? Wenn ja, dürfte Nebraska endgültig zum Angstgegner der MSU werden. Sechs Duelle gab es bislang, alle Spiele wurden von den Cornhuskers gewonnen. Das letzte Mal, dass Michigan State nur drei Punkte oder weniger erzielen konnte, war am 29. Dezember 2009 – im Alamo Bowl gegen Nebraska.
Für den Gastgeber war Running Back Rex Burkhead der Matchwinner. Nicht nur erkämpfte er sich in 35 Laufversuchen 130 Yards Raumgewinn, er erlief auch zwei Touchdowns und besorgte den dritten mit einem gefangenen Pass für 27 Yards. „Wir haben einfach unseren Rhythmus gefunden“, sagte Burkhead. „Unser No-Huddle-Tempo hat ihnen Probleme bereitet.“ Beleg für diese Probleme sind sie 190 Laufyards, die Michigan State zuließ, während man sonst gerade einmal 88,9 Yards abgeben musste. Nun kommt es für Nebraska auf den langen Atem an. Mit dem überraschend deutlichen Sieg gegen MSU ist der Big 10 Titel auf einmal wieder zum Greifen nah. Doch die kommenden Spiele werden nicht einfacher. Während Michigan State erst einmal wieder auf die Beine kommen ist, dürfen sich die Cornhuskers nun nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Für die Spannung in der Conference hätte jedenfalls nichts Besseres passieren können.
© Garn - 30.10.2011

Rex Burkhead fand gegen die Spartans fast immer eine Lücke. (© Getty Images)
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