Flacco und Smith nehmen Rams auseinander
Schon lange vor dem Ende der Partie war der Edward-Jones-Dome so gut wie leer. Die indiskutable Vorstellung der St. Louis Rams beim 7:37 gegen die Baltimore Ravens hatte die Fans in Massen aus der Halle gescheucht, zu sehr erinnerte die Leistung der Mannschaft von Headtrainer Steve Spagnuolo an dessen erstes Jahr als Cheftrainer, als die Rams 2009 nur ein Spiel gewinnen konnten. Die Ravens hingegen zeigten sich bestens erholt von ihrer blamablen Partie gegen die Tennessee Titans. „Ist es unser Ziel, in die Playoffs zu kommen?“ fragte Baltimores Quarterback Joe Flacco nachher provozierend und antwortete selbstbewusst: „Nein, unser Ziel ist der Sieg beim Super Bowl.“
Der Spielmacher der ‚Raben‘ brachte Pässe für 389 Yards und drei Touchdowns an den eigenen Mann, ein neuer persönlicher Rekord. Mit seiner zweiten Bestleistung eröffnete Flacco den Punktereigen, als er Torrey Smith über 74 Yards bediente, sein längster Pass in seiner bisherigen Laufbahn. Der junge Wide Receiver Smith, im April in der zweiten Runde der Draft als Nummer 85 insgesamt aus Maryland verpflichtet, entwickelte sich bei seinem ersten Start als Ersatz des verletzten Lee Evans zum Alptraum des Rams-Backfields. Nach seinem ersten Streich fing er zwei weitere Touchdown-Pässe, 21 Punkte und 133 Yards standen für ihn nach dem ersten Quarter zu Buche. „Ich spiele schon ewig Football und ich mache schon ewig wichtige Spielzüge“, strahlte der 22-Jährige nachher. „Solch ein Spiel beweist den Leuten, die mich noch spielen gesehen haben, dass ich spielen kann.“
Mit einer entfesselten Vorstellung schaffte Baltimore bis zur Pause 406 Yards Raumgewinn, nach der etwas ruhigeren zweiten Hälfte 553 Yards insgesamt, beides neue Franchise-Rekorde. Da fiel es kaum iuns Gewicht, dass Billy Cundiff zwei 51-Yard-Fiedgoals verschoss. Kaum weniger bissig die Defense, die den Angriff von St. Louis immer wieder unter Druck setzte, Quarterback Sam Bradford fünfmal sackte und nach einem Fumble von Bradford durch Haolti Ngatas Return selbst scorte. „Ich bin stolz darauf, wie wir angegriffen haben, in allen Mannschaftsteilen, in allen Phasen des Spiels“, strahle Ravens-Trainer John Harbaugh nachher und lobte sein Angriffs-Duo: „Ich mag die Art, wie Joe immer weiter gemacht hat. Und was soll ich zu Torrey Smith noch sagen? Das war sein Durchbruch als zukünftiger Star.“
„Ich habe absolute keine Erklärung für unsere Leistung, ich wünschte, ich hätte eine. Dann hätte ich zur Halbzeit was ändern können, aber so?“, zeigte sich Rams-Head-Coach Steve Spagnuolo völlig ratlos. „Sie (die Ravens) haben uns mit ihrem Spiel überrascht, wir hatten sie vorsichtiger erwartet.“ Sein Quarterback brachte seine Enttäuschung auf den Punkt: „Es war, als ob wir bis zur Pause überhaupt nicht gespielt hätten“, sagte Bradford. „Ich vestehe den Frust unserer Fans.“ Zwar wirkte Steven Jackson von Beginn an mit, doch seine 23 Yards aus vier Läufen, brachten ebenso wenig Entlastung wie die 18 Läufe für 75 Yards von Cadillac Williams. In der ersten Hälfte schaffte St. Louis läppische 81 Yards und musste sechsmal punten.
© Nitsch - 26.09.2011

Erwarf gegen die Rams 389 Yards Raumgewinn: Ravens-Spielmacher Joe Flacco (© Getty Images)
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