Wieder alles halb so wild?
Im College Football geht es zurzeit abseits der Spielfelder verrückter zu als auf diesen. Eben noch drohte angeblich ein radikaler Umbau in der Besetzung vieler Conferences und der Zusammenbruch von zweien (Big Twelve und Big East), und jetzt kommt wohl doch wieder alles weniger extrem als prophezeit. Der Wechsel von Texas, Oklahoma, Oklahoma State und Texas Tech von der Big Twelve Conference in die Pac-12 ist erst einmal vom Tisch. Am Dienstag erklärte die Pac-12, dass sie für’s Erste keine weitere Expansion anpeilt. „Nach sorgfältiger Prüfung haben wir entschieden, dass es im Interesse unserer Mitgliedsuniversitäten, Athleten und Fans ist, wenn wir eine Conferene mit zwölf Teams bleiben“, hieß es in einer Erklärung von Pac-12 Commissioner Larry Scott. Einen Tag zuvor galt der Wechsel der vier Universitäten als sicher, nachdem die Verwaltungsräte von Oklahoma und Texas ihre Präsidenten ermächtigt hatten, andere Optionen als die Mitgliedschaft in der Big Twelve auszuloten und Äußerungen von Oklahomas Präsidenten David Boren in den Medien so gedeutet worden waren, dass Oklahoma die Big Twelve auf jeden Fall verlassen will.
Gespräche zwischen der Pac-12 auf der einen und Oklahoma und Texas auf der anderen Seite hat es gegeben, formelle Anträge auf Aufnahme in die Pac-12 aber nicht. Dass der Conference-Wechsel nicht zustande kam, soll Medienberichten zufolge daran gelegen haben, dass Oklahoma und Texas der in der Pac-12 praktizierten gleichmäßigen Aufteilung der TV-Gelder nicht zustimmen wollten. Texas betreibt zudem einen eigenen TV-Sender (seit August über Kabel auf Sendung), was mit einem zurzeit im Aufbau befindlichen Pac-12-Sender kollidieren würde. Das alles ist nicht neu. Im Frühsommer 2010 hatte Scott von sich aus versucht, die vier ewähnten Universitäten plus Texas A & M zu einem Wechsel in seine Conference zu bewegen. Auch damals war das an der Frage der Verteilung der TV-Gelder (gleicher Teil für alle oder Sonderkonditonen für die Mitglieder mit den potentesten Athletic Departments) gescheitert.
Der erneut gescheiterte Wechsel von Texas und Oklahoma in die Pac-12 (Oklahoma State und Texas Tech wären nur im „Paket“ mit diesen gewechselt) hat Auswirkungen auf die gesamte College-Football-Landschaft. Bei einen Wechsel dieser vier wäre die Big Twelve mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit komplett auseinander gefallen. Weil die übrigen Mitglieder dann eine neue Heimat hätten suchen müssen, hätte sich auch die Zusammensetzung anderer Conferences geändert. Vor allem aber wäre die Pac-12 dann zur ersten so genannten Mega-Conference angewachsen, und das hätte wohl dazu geführt, dass die anderen großen Conferences (SEC, Big Ten, ACC) in dem Punkt hätten mitziehen wollen und dabei zwangsläufig versucht hätten, attraktive Mitglieder aus anderen Conferences abzuwerben.
© Hoch - 21.09.2011

Die Pac-12 Conference beendete alle Spekulationen und wird vorerst nicht auf 16 Mitglieder anwachsen. (© Getty Images)
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