Euroflag 2011: Österreichs Damen Top, die Herren erobern Silber
Für die beiden österreichischen Flag Nationalmannschaften endete die Flag EM, wie sie am letzten Freitag begann. Beide Teams überstanden die Viertelfinal- beziehungsweise Halbfinalspiele, wobei die Damenkonkurrenz des Turniers gleich mit dem Halbfinale startete.
Das Halbfinalspiel der Damen verlief planmäßig und Frankreich sollte nur wenig Möglichkeiten besitzen, das gut funktionierende Passspiel von Saskia Strbrny zu unterbinden. Im Finale wartete bereits Israel, sollte jedoch auch bald erkennen, dass die österreichische Offense erneut nicht zu bezwingen war. Auch die alpenländische Defense trug im Finale dazu bei, dass der Sieg des Team Austria nicht in Gefahr war. „Es wurden eigentlich nur zwei Plays aufgegeben. Jeweils zwei QB Runs, welche einmal direkt und einmal indirekt zu einem Touchdown führten. Ansonsten wurde die israelische Offense dominiert. Sacks, Interception mit Return TD und immer wieder schönes Containment waren die Basis dafür, dass Israel kaum First Downs erstritt. Die rot-weiß-rote Offense gönnte sich in der Mitte des Spiels einmal ein kurze Schaffenspause, beschleunigte dann aber in der entscheidenden Phase wieder und legte Touchdowns nach, um nichts mehr anbrennen zu lassen. Schon vor der Two-Minutes-Warning war klar, dass Österreich Doppeleuropameister werden würde. Am Ende konnte somit beruhigt abgekniet und gejubelt werden“, berichtet der AFBÖ am Tag danach. Der Erfolg wurde perfekt, als die Damenmannschaft auch noch mit dem Fair Play Pokal ausgestattet wurden und zur MVP des Turnieres Saskia Stribrny ernannt wurde.
Den österreichischen Flag Football Herren gelang es fast in die Fußstapfen ihrer Kolleginnen zu treten. Zwar scorten die Niederlande gleich zu Beginn der Viertelfinalpartie und erspielten sich einen 14 Punkte Vorsprung, jedoch erlange Österreich seine Konzentration schnell wieder und sollte 40 Punkte ohne Antwort generieren. In dieser Phase trug auch die Defense zum Erfolg bei und erkämpfte sich einen Interception Return Touchdown. Klassisch wurde es wieder einmal im Halbfinale. Die ersten Drives gegen den Lieblingsgegner aus Deutschland verliefen auf beidseitiger Augenhöhe. Gegen Mitte der ersten Hälfte konnte schließlich Stefan Tuschel mit einer Interception einen deutschen Angriff stoppen und seiner Offense eine gute Ausgangsposition schaffen. Diese ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und vergrößerte den Abstand. Am Ende wurde Österreich mit einem neun Punkte Diifferenzsieg belohnt und sollte auch die heftigen Angriffsversuche Deutschlands abwehren. Die Manndeckung hielt stand, so dass die Defense auch hier maßgeblich am Finaleinzug beteiligt war.
Dänemark galt vor dem Turnier in Thonon-les Bains als der haushohe Favorit in der Herrenkonkurrenz. Chancen besaßen Österreich im Finale aber durchaus und hoffte auf eine lineare Leistung der Dänen, die in der Gruppenphase nicht immer sicher agierten. Im Finale drehten die Skandinavier allerdings einen Gang höher und erhöhten die Schlagzahl erheblich. Österreich konnte dieses Tempo nur bis zum 14:14 mitgehen und brach dann ein. „Ein ums andere Mal operierten die Dänen mit einer Variation aus kurzem und langem Passspiel. Die dänische Offense und Defense lieferte ein perfektes Spiel ab. Keine Drops, kein missed Flag Pull, Scores ohne Ende und auch noch Interceptions wurden abgefangen. Selbst Österreicher mit einem perfekten Spiel hätten hier kaum was zu melden gehabt. So gesehen war es eine Machtdemonstration des dänischen Teams, die auch in der Höhe des Siegs zum Ausdruck kam. Am Ende gelang den Österreichern noch ein Ehrentouchdown in der zweiten Hälfte, jedoch war hier bereits alles entschieden. Athletik gepaart mit perfekter Exekution der Spielzüge waren hier der Erfolg“, schrieb später der AFBÖ Berichterstatter.
© Schlüter - 19.09.2011

Flag-Damen HC Robert Riedl kann zufrieden sein. (© AFBÖ)
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