Nebraska siegt und sorgt sich
Während sich die traditionellen Schwergewichte der Big Ten in dieser Saison schwer tun und man sich nach Wochen mit Spielen gegen Teams aus anderen Conferences bereits ernsthafte Sorgen über das Abschneiden der Colleges in den Bowl-Spielen machen darf, sorgt immerhin Neuzugang Nebraska für positive Meldungen. Wenn auch nur auf einer Seite des Balls.
Mit drei Siegen in die Saison gestartet, sind die Cornhuskers eine Macht in der Offense. Und das, obwohl Head Coach Bo Pelini eher als Defense-orientiert gilt. Nach dem 51:38-Sieg seines Teams gegen die Washington Huskies machte er allerdings gute Miene zum bösen Spiel und hielt sich mit Kritik zurück. Vielleicht lag es daran, dass seine Mannschaft im dritten Aufeinandertreffen mit dem Team aus Seattle innerhalb von 364 Tagen den zweiten Sieg einfuhr – und so dringend gewünschte Revanche nehmen konnte. Denn während das Spiel vor ziemlich exakt einem Jahr locker mit 56:21 gewonnen werden konnte, fand das zweite Duell im Holiday-Bowl statt, den Washington überraschend mit 19:7 gewinnen konnte.
„Ich hoffe, dass das Team die Niederlage in San Diego persönlich genommen hat“, sagte Pelini nach dem Abpfiff. „Letztlich wollten wir alle einen Sieg. Da ist mir das Ergebnis egal.“ Anders lässt sich ein Spiel mit insgesamt 884 Yards Raumgewinn auf beiden Seiten auch kaum genießen. Immerhin stand den drei Turnovers der Huskies nur eins der Huskers gegenüber. Entscheidend erwies sich dabei ein Fumble nach einem Kickoff im dritten Viertel. Nur 10 Sekunden nachdem Rex Burkhead sich mit dem Leder von der 1-Yard-Linie in die Endzone gewühlt hatte, stand er an gleicher Stelle und wiederholte das Kunststück. Stand es zur Halbzeit noch 20:17 für Nebraska, gingen die Cornhuskers mit einer 37:17 ins Schlussviertel.
In diesen letzten 15 Minuten erlaubte man den Huskies dann noch drei Touchdowns, weshalb sich Bo Pelini dann doch einen Kommentar nicht verkneifen konnte. „Mit unserer Defensiv-Leistung am Ende des Spiels bin ich nicht zufrieden. Wir sind das etwas zu entspannt angegangen und haben einige Dummheiten gemacht“, sagte er. „Aber ich bin zufrieden, wo wir stehen. Wir haben eine 3-0 Bilanz und unsere Entwicklung setzt sich fort.“ Soll es bei der makellosen Bilanz bleiben, muss Pelini aber bei seiner Defense ansetzen.
In zwei Wochen werden die Cornhuskers erstmals in ihrer Geschichte zu einem Big-Ten-internen Duell antreten. Gegner werden die Wisconsin Badgers sein. Momentan das stärkste Team der Conference – und die stärkste Defense der Conference. In den bisherigen drei Partien erlaubten die Badgers gerade einmal 24 Punkte (bei 135 erzielten). Ein Shoot out ist in dieser Begegnung also mehr als unwahrscheinlich. Schafft es Nebraska die Defense zu stabilisieren, ist nicht nur ein Sieg gegen Wisconsin möglich, sondern die Partie könnte schon eine Generalprobe für die Premiere des Conference Championship Games am 3. Dezember in Indianapolis sein. Denn dort werden sich die Sieger der Legends- und Leaders-Division gegenüberstehen. In zwei Wochen können Nebraska aber auch Wisconsin einen Riesenschritt in diese Richtung machen.
© Garn - 18.09.2011

Rex Burkhead (© Getty Images)
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