Ravens demontieren Steelers

John Harbaugh konnte mit seinen Ravens sehr zufrieden sein.„Wir wissen noch nicht genau, wo wir stehen“, hatte Ravens Head John Harbaugh angesichts der vielen neuen Spieler vor der Partie gegen den Erzrivalen aus Pittsburgh noch bescheiden gesagt. Nach dem überlegenen 32:7-Erfolg strahlte er nur noch: „Das war ein großartiger Sieg.“ Zu überlegen war dieser Erfolg herausgespielt. Die Ravens hatten ihre Gegner in allen Belangen dominiert und förmlich an die Wand gespielt. Es war der höchste Sieg der Ravens gegen die Steelers überhaupt.

Auch wenn die Defense der Ravens den Steelers das Leben schwer machte und diese zu unglaublichen sieben Turnover zwang, war doch die Offensive Line der heimliche Sieger des Abends. Sie war auf drei Positionen gegenüber der Vorsaison verändert worden und galt als Schwachpunkt. Doch schon der ersten Angriffsserie der Ravens machten sie deutlich, dass von einem Schwachpunkt keine Rede sein konnte. QB Joe Flacco hatte wohl noch nie einen solch ruhigen Abend gegen die Steelers verbracht. Erst im vierten Viertel gelang diesen der erste Sack. Und RB Ray Rice, der am Ende 107 Yards durch Laufspiel gesammelt hatte, stürmte fast nach belieben durch die Reihen der Steelers, die zeitweise völlig indisponiert wirkten.

Besonders zufrieden wird QB Joe Flacco gewesen sein. Die Zeitungen in Baltimore waren voll mit Kritik an seiner Person. Er könne die Steelers mit Ben Roethlisberger nicht schlagen. Einige gingen sogar so weit und behaupteten, mit Flacco können die Ravens niemals die Super Bowl gewinnen. Drei Touchdown-Pässe und eine fehlerfreie Partie später dürften diese Kritiker verstummt sein. Schon früh machten die Ravens klar, wo die Reise hingehen sollte. Im ersten Spielzug der Partie umkurvte RB Ray Rice die Abwehrspieler der Steelers und konnte erst 34 Yards später gestoppt werden, von einer Defense, die in drei Spielzeiten nur einem Läufer mehr als 100 Yards erlaubt hatte, eben jenem Ray Rice. Im dritten Spielzug schließlich fand Flacco WR Anquan Boldin zum 7:0 in der Endzone. Bis zur Halbzeit hatten sie diesen Vorsprung auf 21:7 ausgebaut.

Erinnerungen aufseiten der Raven-Fans wurden wach. In den letztjährigen Playoffs hatten sie mit dem gleichen Vorsprung zur Halbzeit geführt und am Ende noch verloren. Diese sollte diesmal nicht passieren. LB Ray Lewis erinnerte seine Kollegen in der Halbzeit daran: „Alle haben daran gedacht. Aber diesmal würde uns das nicht passieren. Wir sind dieses Jahr ein komplett anderes Team.“ Und tatsächlich schlossen die Ravens nahtlos an die gute erste Halbzeit an. Im ersten Spielzug der Partie durchbrach DT Haloti Ngata die Offensive Line der Steelers und brachte RB Rashard Mendenhall, der den Ball noch nicht gar nicht richtig von QB Ben Roethlisberger angenommen hatte, zu Boden. Das Fumble eroberte er gleich dazu. Die Ravens benötigten nur einen Pass von Flacco auf TE Ed Dickson sowie einen respektlosen Two-Point-Conversion, um die Führung auf 29:7 auszubauen und die Partie damit endgültig für sich zu entscheiden.

Korber - 12.09.2011

John Harbaugh konnte mit seinen Ravens sehr zufrieden sein.

John Harbaugh konnte mit seinen Ravens sehr zufrieden sein. (© Getty Images)

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