BCS Check: Boise State
Die Lage der Broncos ist im Grunde die gleiche wie vor einem Jahr: hohe Preseason-Platzierung, aber dennoch nur eine kleine Chance, am Ende das National Championship Game zu erreichen. Der im Sommer 2010 beschlossene und zum 1. Juli vollzogene Wechsel aus der Western Athletic Conference in die Mountain West Conference sollte die Chancen auf das Erreichen des Finales eigentlich steigern, aber daraus wird nichts. Weil die Mountain West schon vor der Aufnahme von Boise State zwei seiner drei stärksten Mitglieder, Utah und BYU, verloren hatte und nach der Aufnahme der Broncos auch das dritte starke Team, TCU, in eine andere Conference wechselte (in die Big East im Sommer 2012), ist sie heute sportlich schwächer als vor dem „Möbelrücken“ des Sommers 2010. Für Boise State bedeutet das, dass man im Vergleich zu den Top-Teams aus den stärksten Conferences (SEC, Pac-12, Big Ten und Big Twelve) nach wie vor ein deutlich leichteres Programm spielt und deshalb selbst ungeschlagen wenig Chancen hat, an den Champions dieser Conferences in den Top-25-Ranglisten vorbeizukommen, solange die ebenfalls ungeschlagen bleiben oder nicht mehr als einmal verlieren.
Um dieser ungünstigen Ausgangsposition wenigstens etwas entgegenzuwirken, eröffnet Boise State seit einigen Jahren die Saison immer mit Spielen gegen namhafte Teams aus den erwähnten Conferences, in der Hoffnung, sich mit Siegen gegen solche Teams genug Respekt bei den für die Top-25-Ranglisten Abstimmenden zu verschaffen. In den letzten beiden Jahren hatte man mit Siegen gegen Oregon (2009) und Virginia Tech (2010) gezeigt, dass man es mit Jedem aufnehmen kann. Der diesjährige Auftaktgegner ist Georgia aus der SEC, ein Team, das nach seinem miesen Abschneiden im letzten Jahr (6-7) auf Rehabilitation aus ist. Boise State muss dieses Spiel unbedingt gewinnen und dann darauf hoffen, dass Georgia anschließend eine gute Saison spielt und am besten das SEC Championship Game erreicht.
Die Fachleute sind sich weitgehend einig darin, dass Boise State das Niveau hat, mal wieder ohne Niederlage durch die Regular Season zu kommen. Head Coach Chris Petersen ist da vorsichtiger. „Die Wettbewerbsvorteile sind angesichts der Gegner, die wir spielen, nur marginal. Wenn du irgendwo neu bist, dann gibt es keine Wettbewerbsvorteile, die muss man sich erst verschaffen. Es ist insgesamt ein ganz anderes Niveau“, sagt er. Die Zurückhaltung ist verständlich, denn in der Mountain West Conference ist die Anzahl der von vornherein überforderten Gegner deutlich kleiner als in der WAC, aber insgesamt ist die Mannschaft so stark, dass sie in der neuen Conference gleich mal der Favorit ist. Im Angriff gingen zwar zwei sehr gute Wide Receiver verloren, aber die nachrückenden „Starter“ gelten als kaum weniger talentiert, und auf den übrigen Positionen ist man sehr gut besetzt, ebenso in der Abwehr auf den Defensive-Line- und Linebacker-Position. Die größte potenzielle Schwachstelle der Mannschaft ist das Defensive Backfield, und das könnte die Endspiel-Ambitionen frühzeitig durchkreuzen, denn im ersten Spiel gegen Georgia bekommt man es mit einer der größten jungen Quarterback-Talente im College Football (Aaron Murray) zu tun.
Preseason-Platzierung: 5. AP / 7. Coaches
Platzierung NCAA-Team-Statistik 2010
Total Offense: 2. (521,3 Yards/Spiel, 72 TD)
Rushing Offense: 21. (200,2 Yards/Spiel, 34 TD)
Passing Offense: 2. (321,1 Yards/Spiel, 38 TD, 6 INT, Rating: 179,94)
Total Defense: 2. (254,7 Yards/Spiel, 20 TD)
Rushing Defense: 7. (103,8 Yards/Spiel, 12 TD)
Passing Defense: 2. (150,9 Yards/Spiel, 8 TD, 14 INT, Rating: 95,19)
Scoring: 2. (45,1 Punkte/Spiel)
Scoring Gegner: 2. (12,8 Punkte/Spiel)
Wichtigste Spieler
QB Kellen Moore (273-383-3845-35-6), RB Doug Martin (201-1260-12), WR Tyler Shoemaker (32-582-5), TE Kyle Efaw (24-299-5), C Thomas Byrd, G Joe Kellogg, OT Nate Potter, DE Shea McClellin (30 Tackles, 9.5 QBS), DT Billy Winn (28 Tackles, 4.5 QBS), DT Chase Baker (28 Tackles, 4.5 QBS), DE Tyrone Crawford (32 Tackles, 7.0 QBS), ILB Byron Hout (34 Tackles), S George Iloka (63 Tackles, 2 INT),
Wichtigste Abgänge
WR Titus Young (71-1215-9), WR Austin Pettis (71-951-10), DE Ryan Winterswyk (43 Tackles), OLB Winston Venable (53 Tackles, 5.5 QBS), CB Brandyn Thompson (31 Tackles, 3 INT), S Jeron Johnson (82 Tackles)
(In Klammern Statistik Saison 2010)
© Hoch - 29.08.2011

QB Kellen Moore führt ein erfahrenes Team, das wieder einmal ungeschlagen durch eine Spielzeit kommen könnte. (© Getty Images)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
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