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„Wir wissen, was uns erwartet, was auf uns zukommt.“

Leistungssportdirektor Jugend Jean-Marc Tappy freut sich auf die EM in SevillaVier Tage hat sich deutsche Junioren-Nationalmannschaft im brandenburgischen Strausberg auf die Junioren-EM in Spanien vorbereitet. Das Ziel für die Mannschaft ist klar: Der im Jahr 2008 gewonnene EM-Titel soll in Sevilla erfolgreich verteidigt werden. Angesichts der großen Kontinuität bei EM-Endrunden zählt die deutsche Mannschaft von vorneherein zum Favoritenkreis. Daran ändert auch der Austragungsort Sevilla und die damit verbundenen Reisestrapazen nichts. Wenige Stunden vor dem Abflug nach Andalusien hat sich Michael Hundt mit Leistungssportdirektor Jugend Jean-Marc Tappy unterhalten.

Football Aktuell: „Das Vorbereitungscamp für die Europameisterschaft in Sevilla ist beendet. Wie lautet Ihr Fazit?“

Jean-Marc Tappy: „Es ist sehr gut gelaufen. Wir haben sehr viel Glück gehabt, auch was das Thema „Verletzungen“ betrifft. Dementsprechend haben wir dann auch die Zeit nutzen können. Wir haben unsere Installation soweit vorbereiten können. Wir haben uns jetzt für Sonntag auf Österreich weitgehend vorbereitet. Natürlich haben wir dann in Spanien noch die Möglichkeiten, weitere Justierungen vorzunehmen.“

FA: „Der Austragungsort wurde von Tarragona nach Sevilla verlegt. Wie groß war die Umstellung im logistischen Bereich?“

Tappy: „Unsere ursprüngliche Planung war ja, dass wir ins Süddeutschland unser Camp machen wollten. Von dort aus wollten wir dann mit einem großen Reisebus nach Barcelona fahren. Durch die Tatsache, dass es jetzt nach Sevilla geht, wurde diese ganze Konstellation über den Haufen geworfen. Wir haben uns dann wieder an die Verantwortlichen hier in Strausberg gewendet, weil wir hier ja im vergangenen November bereits ein Camp abgehalten haben. Mit dem Flughafen Berlin-Tegel haben wir nun auch eine schnelle Möglichkeit, abreisen zu können.“

FA: „Trotzdem ist das ganze Unternehmen Junioren-EM mit einem erheblichen Mehraufwand für den AFVD verbunden...“

Tappy: Definitiv. Es ist natürlich ein Kraftakt, von A nach B umzudisponieren. Die ganzen Rahmenbedingungen, die sich dann auch etwas teurer darstellen, müssen durch andere Maßnahmen kompensiert werden, damit man im finanziellen Rahmen bleibt.“

FA: „Strausberg an sich war dann aber eine gute Location, weil der Ort vom vergangenen Jahr her bekannt war?“

Tappy: „Auf jeden Fall. Wir kamen hier her und wussten sofort, wo was ist. Wir kennen hier die Leute, wir sind hier sehr, sehr freundlich aufgenommen worden. Das kann also durchaus auch heißen, dass wir bei zukünftigen Maßnahmen darüber nachdenken, wieder nach Strausberg zu kommen. Wobei das Ganze jetzt natürlich kein Abo ist.“

FA: „Werfen wir einen Blick auf dem EM-Kader. Es musste nur zu Beginn ein Spieler aufgrund einer Verletzung ersetzt werden. Die Mannschaft konnte also nahezu unverändert fast das gesamte Camp über zusammen trainieren und zu einer Einheit zusammenwachsen...“

Tappy: „Richtig. Wir hatten eine einzige personelle Umstellung, die wir vornehmen mussten. Das hat uns natürlich auch leid getan, weil wir mit der Voraussetzung ins Camp gegangen sind, dass wir alle ursprünglichen 45 Spieler gesund mit ins Turnier nehmen werden. Da ist es aus persönlicher Sicht immer sehr tragisch, wenn man jemanden aufgrund einer Verletzung oder eines sozialen Aspektes Zuhause lassen zu müssen.“

FA: „Sevilla ist für die Junioren-Nationalmannschaft ein altbekanntes und auch gutes Pflaster. Das Turnier findet in diesem Jahr allerdings fast zwei Monate später statt also noch 2008. Ist das ein Vorteil?“

Tappy: „Ich glaube nicht, dass es wirklich ein Vor- oder ein Nachteil ist. Die Temperaturen werden ähnlich hoch sein wie vor drei Jahren. Sevilla ist also in dem Sinne ein „heißes Pflaster“. Wir kennen natürlich die Veranstaltungsorte, was ein kleiner psychologischer Vorteil sein kann, auch im Sinne der Vorbereitung. Wir wissen, was uns erwartet, was auf uns zukommt. Das ist in der mentalen Vorbereitung ein Aspekt. Natürlich sind die Mannschaften von heute und von 2008 nicht zu vergleichen. Aber auch bei den Gegnern ist das so.“

FA: „Wie sehen Sie die Rolle der deutschen Mannschaft im Turnier?“

Tappy: „Ich denke mal, dass wir als favorisiertes Team ins Turnier gehen werden. Man hat gesehen, dass wir 2009 bei der Junioren-WM mitgespielt haben, Japan am Rande einer Niederlage hatten...“

FA: „Aber aus der WM-Mannschaft sind nur noch zwei Spieler mit von der Partie...“

Tappy: „Das ist richtig. Die Karten werden von Jahr zu Jahr neu gemischt. Man hat andere Schwerpunkte. Es muss sich nun zeigen, wie gut sich das alles einspielt.“

FA: „Der Austragungsmodus wurde verändert. Es nehmen dieses Jahr nur sechs statt acht Mannschaften teil. Damit ist jede Partie ein Endspiel....“

Tappy: „Ja, da wird jedes Spiel zu einem KO-Spiel. Wir spielen im ersten Spiel also schon um den ersten Schritt ins Finale. Aber dadurch, dass man in einer Woche ein Spiel weniger hat, ist man mental auch ein bisschen besser vorbereitet auf den einzelnen Gegner. Es ist mit Sicherheit nicht nur schlecht.“

FA: „Werfen wir einen kurzen Blick auf die andere Gruppe. Wen sehen Sie da vorne?“

Tappy: „Das ist keine einfache Frage. Spanien wird sich gegenüber 2008 weiterentwickelt haben und hat auch einige gute Sportler in ihren Reihen. Die Frage wird sein, wie groß der Schritt ist, den sie gemacht haben. Dennoch sehe ich sie immer noch als das schwächste Team. Schweden und Frankreich sind sicherlich beides Top-Mannschaften. Schweden hat bei der Niederlage gegen Österreich Schwäche aufgezeigt. Wenn sie diese in den Griff bekommen haben, dann sind sie ein heißer Kandidat. Frankreich ist eine große Unbekannte. Sie haben ihre Qualifikation gegen Serbien sehr souverän gespielt. Ich denke, dass die Franzosen von vielen als kleiner Geheimtipp fürs Finale gehandelt werden.“

FA: „Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg in Sevilla.“

Hundt - 26.08.2011

Leistungssportdirektor Jugend Jean-Marc Tappy freut sich auf die EM in Sevilla

Leistungssportdirektor Jugend Jean-Marc Tappy freut sich auf die EM in Sevilla (© Hundt)

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