Euroflag 2011 - Wolfgang Geyer: „Erwarte spannende Spiele“
Wolfgang Geyer ist der Turnierleiter der Euroflag 2011. Die offizielle Europameisterschaft im Flag Football des europäischen Footballverbandes EFAF wird vom 16. bis 18. September 2011 am Genfer See im französischen Kurort Thonon-les-Bains veranstaltet. Über den aktuellen Zwischenstand und seine persönlichen Erwartungen gibt der Footballfunktionär nachfolgend Auskunft. Die Fragen stellte Jörg Schlüter.
football-aktuell.de:
Könnten Sie uns bitte als Turnierleiter einen aktuellen Zwischenstand der Planungen mitteilen?
W. Geyer:
Aktuell sind wir mit allen Vorbereitungen im Plan und haben die wichtigsten Sachen schon erledigt. Derzeit arbeiten wir gerade an der Abstimmung des Spielplanes mit den vom Organisator geplanten Aktivitäten. 18 teilnehmende Teams sind eine große Herausforderung, wir wollen ja allen Teilnehmern beste Bedingungen bieten.
football-aktuell.de.:
Wo werden die Teilnehmerinnen der Euroflag 2011 untergebracht sein und reichen die Quartiere aus?
W. Geyer:
Das ist eine Frage die man dem LOC (local organisation committee) stellen muss. Durch die Rekordzahl an Teilnehmern kommt es an die Grenzen, aber sie haben alles im Griff.
football-aktuell.de.:
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem lokalen Organisationskomittee?
W. Geyer:
Die Zusammenarbeit ist hervorragend. Das LOC in Frankreich agiert rasch und professionell und die teilnehmenden Teams liefern die nötigen Informationen sehr schnell. Das ist ein gutes Zeichen. Man merkt, dass die Teams immer routinierter und professioneller werden.
football-aktuell.de:
Wie beurteilen Sie als Fachmann, die Situation des europäischen Flag Footballs? Steigt die Bedeutung im Verhältnis zum Tacklefootball?
W. Geyer:
Die Situation des europäischen Flag Footballs ist die Summe der einzelnen Ländern. Der Teilnehmerrekord kommt zustande, weil in immer mehr Ländern Flag Football als Meisterschaft gespielt wird. Dadurch gibt es mehr Spiele, bessere Konkurrenz und ein höheres Niveau. Den Vergleich in einem internationalen Bewerb zu suchen, ist dann die logische Weiterentwicklung. Immer mehr Länder erkennen das Potenzial der Speed-Variante Flag als breitenwirksame Möglichkeit Football zu spielen, immer häufiger gibt es eine eigene Flagszene. Da unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden, ergänzen sich die beiden Seiten hervorragend. In jenen Ländern mit einer engen Kooperation zwischen Tackle und Flag ergeben sich für beide Seiten Vorteile und insgesamt eine Steigerung der Popularität von Football ganz allgemein. Es kommt gar nicht mehr darauf an wer bedeutender ist. Die Zukunft der Speed-Variante Flag liegt in einer eigenständigen Entwicklung mit hoher Durchlässigkeit zum und vom Tackle. Schlüssel dazu ist eine eigenständige Organisation innerhalb des jeweiligen Verbandes.
football-aktuell.de:
Sie haben die letzten Europameisterschaften im Flag Football live erlebt und kennen die eine oder andere Nationalmannschaft. Glauben Sie, dass die Fans in Thonon-les Bains eine erneute durchschnittliche Leistungssteigerung aller Teams erleben werden?
W. Geyer:
Das Niveau bei der letzten EM in Belfast war schon sehr hoch. Eines ist aus meiner Sicht sehr wahrscheinlich, die Zahl der Teams, die um den Titel mitspielen, wird größer sein und die Spiele an der Spitze werden enger ausgehen. Bei den Herren ist der Favorit natürlich Dänemark, aber mit Italien, Österreich, Deutschland, Großbritanien und Frankreich gibt es gleich 5 weitere Teams die um die Medaillien kämpfen werden. Israel, Schweden und Schweiz haben sicher aufgeholt und könnten hier ebenfalls ein Wörtchen mitreden. Spanien hat nun eine eigene Flagszene was automatisch die Qualität verbessert und die Niederlande kommen zwar das erste Mal zu einer EM, können aber auf Seriensiege bei den Juniors bauen.
Bei den Damen erwarte ich wieder einen harten Kampf zwischen Österreich, Israel und Frankreich. Leider hat Finnland kein Team geschickt, dann wäre es noch interessanter geworden. Das ist aber die Chance für Deutschland und Schweden ein Wörtchen bei der Medaillienvergabe mitzureden. Die neuen Teilnehmer Dänemark und Italien sind bei den Herren Spitze und das spornt diese Damen sicher an, hier kann es vielleicht eine große Überraschung geben. Ich erwarte in beiden Bewerben viele knappe und spannende Spiele auf höchstem Niveau. Und ich glaube dieses Niveau wird höher sein als vor zwei Jahren.
© Schlüter - 06.08.2011

Euroflag Turnierleiter Wolfgang Geyer (© privat)
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