Japan gegen Mexiko ideenreicher
Japan beendete die Weltmeisterschaft in Österreich als Dritter. Im so genannten „Kleinen Finale“ setzte sich der zweimalige Weltmeister gegen Mexiko mit 17:14 durch, und der knappe Erfolg stand erst fest, als ein 51-Yard-Field-Goal-Versuch von K Jose Carlos Maltos bei auslaufender Spielzeit geblockt werden konnte. Da konnte selbst Head Coach Kiyoyuki Mori seine Enttäuschung über den knapp verpassten Einzug ins Finale ein wenig vergessen. „Mexiko ist ein harter Gegner. Wir wussten, dass es eng wird, aber unsere Spieler haben gute Arbeit geleistet“, sagte Mori kurz nach Spielschluss. Auch wenn es am Ende nochmal eng wurde für sein Team, war der Sieg jedoch verdient, weil Japan in der Offensive ideenreicher und unberechenbarer war. Dass Japan das Spiel nicht vorzeitig entschied, verdankte Mexiko seiner Abwehr, die unter anderem einen höheren Rückstand bei Halbzeit verhinderte. Etwas mehr als eineinhalb Minuten vor Ende der ersten Halbzeit hatte S Takeshi Miyake einen Pass an Mexikos 49-Yard-Linie abgefangen. Nach Miyakes Return und einer 15-Yard-Strafe gegen Mexiko begann Japan seinen Angriff an der 13-Yard-Linie der Mexikaner. Letztlich gelang Japan aber nur ein 23-Yard-Field-Goal zum 10:7. „Die mexikanische Abwehr ist sehr schwer zu knacken, sie ist sehr schnell. Es ist schwer, gegen sie Touchdowns zu erzielen“, gab es für die später auch Lob von Mori.
Dennoch hätte sich Japan das Zittern bis zum Schluss ersparen können. Im dritten Viertel sah alles danach aus, als sollte Mexiko, das bis dahin nur dank eines 82-Yard-Kickoff-Returns zum Touchdown durch Diego Jair Viamontes nach Japans Touchdown zum 7:0 (15-Yard-Lauf von QB Tetsuo Takata) drangeblieben war, vorentscheidend zurückfallen. Beim ersten Ballbesitz nach der Pause baute Japan seine Führung mit einem sehenswerten 19-Yard-Touchdown-Pass von Takata auf WR Naoki Maeda auf 17:7 aus. Kurz vor Ende des dritten Viertels überrumpelte man die Mexikaner, als man aus der Punt-Formation heraus einen Pass spielte (der dritte Quarterback, Shun Sugawara, spielte auf WR Michihiro Ogawa) und so bis an die 17-Yard-Linie Mexikos kam. Dann trickste sich Japan aber gewissermaßen selbst aus. Bei einem dritten Versuch wollte man mit einem Trickspielzug, bei dem letztlich Takata auf der rechten Seite einen Pass zum Touchdown fangen sollte, zum Erfolg kommen. Takata fing den Pass auch, aber der Spielzug dauerte in der Entwicklung so lange, dass Takata nach dem Fang von Mexikos Verteidigern problemlos gestoppt werden konnte. Anschließend vergab K Daisuke Aoki dann auch noch den Field-Goal-Versuch aus nur 21 Yards Entfernung.
Die Strafe folgte postwendend. Begünstigt durch eine Personal-Foul-Strafe gegen Japan kam Mexiko in zehn Spielzügen von der eigenen 20-Yard-Linie bis an Japans 10-Yard-Linie, und knapp vier Minuten vor Spielende sprang WR Heriberto Salazar bei einem Pass von QB Rodrigo Perez in die rechte hintere Ecke der Endzone höher als zwei Gegenspieler und erzielte den Touchdown zum 14:17. Danach schaffte es Japan nicht, die restliche Spielzeit in Ballbesitz zu bleiben. Mexiko kam 72 Sekunden vor Spielende noch einmal in Ballbesitz und arbeitete sich von der eigenen 20-Yard-Linie aus tatsächlich noch weit genug vor, um ein Field Goal zum Ausgleich versuchen zu können.
© Hoch - 15.07.2011

QB Tetsuo Takata führte Japan mit zwei Touchdowns zum knappen Sieg gegen Mexiko. (© Kratky)
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