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Wiking: Österreich präsentiert tolle WM

IFAF-Präsident Tommy WikingEntspannt sitzt IFAF-Präsident Tommy Wiking in seinem Stuhl und genießt das Spektakel auf dem Platz des Innsbrucker Tivoli. Zufrieden kann er sein über die Organisation dieser Weltmeisterschaft, die sicher eine Herausforderung an alle Nachfolger darstellen wird. Über die WM, die Entwicklung von American Football weltweit und die Zuschüsse der NFL für Football USA sprach er mit Marc Schüler am letzten Gruppenspieltag der Gruppe A:

football-aktuell:
Die Vorrunde ist fast gespielt, wie fällt denn ihre persönliche Bilanz bisher aus?

Tommy Wiking:
Man mag es kaum glauben, aber ich finde, dass einige Spiele knapper und enger sind, als ich es erwartet hatte. Die Weltspitze rückt näher zusammen, und das ist auch gut so. Ich habe es nicht erwartet, dass Frankreich so mit Kanada mithalten kann oder Mexiko mit den USA. Auch Australien gegen Deutschland war so etwas wie eine Überraschung für mich. Gastgeber Österreich hat ebenfalls gute Spiele gezeigt und Japan und Kanada einen guten Kampf geboten.

football-aktuell:
Wer wird denn Ihrer Meinung nach Weltmeister?

Tommy Wiking:
Das ist schwer zu sagen. Die Amerikaner haben ein sehr starkes Team und sind jedenfalls sicher als Titelverteidiger in der Favoritenrolle. Kanada hat ebenfalls außergewöhnlich gute Spieler in seinen Reihen, die viel Erfahrung auf einem hohen Niveau haben.

football-aktuell:
Wie beurteilen sie die Organisation des AFBÖ? Wie schwer wird es der nächste Ausrichter haben?

Tommy Wiking:
Wir hatten von den Österreichern schon erwartet, dass sie sich kräftig ins Zeug legen werden und eine tolle WM präsentieren. Genau das haben sie auch gemacht und geschafft. In Graz und Innsbruck herrscht eine tolle Atmosphäre in den Stadien, insgesamt sind es die meisten Fans, die wir jemals bei einer Weltmeisterschaft begrüßen durften. Ich denke, am Ende werden es 70.000 oder 80.000 Fans insgesamt gewesen sein, die diese 16 Spiele besucht haben werden. Dieser Erfolg wird schwer zu erreichen sein und eine große Herausforderung für den nächsten Ausrichter darstellen.

football-aktuell:
Wer wird denn der Ausrichter der WM 2015?

Tommy Wiking:
Das steht noch nicht fest. Es gibt zwei Nationen, die ihre Absichtserklärung zur Ausrichtung abgegeben haben, aber entschieden ist noch nichts.

football-aktuell:
Und welche Nationen sind das?

Tommy Wiking:
Zum einen die Schweden, zum anderen auch die Australier. Sie haben nun vier Jahre Zeit, sich so zu positionieren, dass wir den Erfolg hier zumindest wiederholen können.

football-aktuell:
Wieso nicht mal Kanada oder die USA?

Tommy Wiking:
Kanada hat sich nicht beworben, und für die USA käme eine Weltmeisterschaft zu früh. Die Amerikaner sind das Konzept einer Nationalmannschaft gar nicht gewohnt, sie können sich mit so einer Mannschaft daher nur schlecht identifizieren. Daran muss noch gearbeitet werden, bevor wir in die USA gehen können.

football-aktuell:
Würde es in den USA nur mit einem All-NFL Team funktionieren, was insgesamt ja wohl sportlich katastrophal für diese Veranstaltung wäre?

Tommy Wiking:
Warum sollte es sowas auf langfristige Sicht hin nicht geben? Wenn wir zum Eishockey und Basketball schauen, dann sehen wir auch dort Profis bei den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Als 1992 das „Dream Team“ in Barcelona bei Olympia überragend Gold gewann, da wurde das Gleiche behauptet, mittlerweile hat der Rest der Welt aber gut aufgeholt, und so ist die Goldmedaille keinenfalls mehr im Abonnement an die USA vergeben.

football-aktuell:
Da wir von der NFL reden. Ohne die Zuschüsse der NFL hätte es Football USA schwer gehabt, eine Nationalmannschaft aufzustellen und zur Weltmeisterschaft zu schicken. Besteht mit den laufenden NFL-Tarifverhandlungen jetzt nicht die Gefahr, dass die NFL auch ihre Fördermittel zusammenstreichen wird?

Tommy Wiking:
Das sehe ich nicht so, da gibt es keinen Grund für. Football USA macht hier einen erstklassigen Job, das hat auch die NFL schon mitbekommen. So wird zum Beispiel das NFL-Flag-Football-Programm in Zukunft von Football USA geleitet, zudem wird der Verband immer größer und unabhängiger von der NFL. Jedoch wird es sicher noch einige Jahre dauern, bis er auch finanziell auf eigenen Füßen stehen und operieren kann.

football-aktuell:
In Europa klappt es hervorragend mit dem geregelten Spielbetrieb in den Ligen der einzelnen Länder, in Südamerika oder Asien jedoch eher wenig. Was sind die Gründe dafür?

Tommy Wiking:
Da sollten wir Europäer die Nase nicht so hochhalten, denn auch wir haben mal klein angefangen. Der Football wächst auch dort. So gibt es in Brasilien mittlerweile 120 Mannschaften, die in einem Spielbetrieb sind. Zwar eher in der jeweiligen Region, aber immerhin. Der Sport wächst einfach weiter, und das ist gut so. Daher ist es schon eine Miesmacherei, sich über den Entwicklungsstand dort zu beschweren, denn wir waren vor Jahren auch mal an diesem Punkt. Zumal: Was in Europa funktioniert, muss nicht zwangsläufig auch überall sonst auf der Welt klappen. Da dürfen wir nicht versuchen, anderen Nationen unsere Konzepte aufzudrängen.

Schüler - 14.07.2011

IFAF-Präsident Tommy Wiking

IFAF-Präsident Tommy Wiking (© Schüler)

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