Japan erwartungsgemäß klar überlegen
Beim 35:10-Erfolg von Japan gegen Frankreich gab es im Grunde nicht viel zu analysieren. Wie die meisten der bisherigen Spiele bei diesem Turnier, litt auch diese Partie darunter, dass der Leistungsunterschied zwischen den Teams zu groß war. Japan war schneller, an der Line of Scrimmage physisch überlegen und präziser in der Ausführung der Spielzüge. Frankreich hatte in der Offensive nur sporadisch mit dem einen oder anderen Pass ein wenig Erfolg, aber das Wenige, was den Franzosen gelang, machten sie sich durch eigene Fehler gleich wieder kaputt. Nur einmal operierten die Franzosen kurzzeitig auf Augenhöhe mit dem zweimaligen Weltmeister. Nach dem Kickoff zur zweiten Halbzeit verschaffte Jeremy Larroque dem französischen Angriff mit einem Return bis an Japans 35-Yard-Linie eine glänzende Ausgangsposition. Danach nutzte Frankreich die einzige Schwäche der Japaner, die Verteidigung gegen kurze Pässe, und kam neun Spielzüge später mit einem 6-Yard-Pass von QB Max Sprauel auf den in dieser Szene als Receiver eingesetzten QB Paul Durand zum 7:21. Wirklich Spannung kam dadurch aber nicht auf, weil Japan im Gegenzug sechs Spielzüge später mit einem 2-Yard-Lauf von RB Takuya Furutani das 28:7 erzielte und Frankreich kurz darauf nicht mutig genug war. Im Gefühl der Überlegenheit hatte sich Japan bei seinem nächsten Ballbesitz zu einer taktischen Dummheit hinreißen lassen und bei einem vierten Versuch an der eigenen 31-Yard-Linie einen Punt nur angetäuscht und versucht, den neuen First Down zu holen. Dabei wurde man gestoppt. Frankreich kam an der 35-Yard-Linie in Ballbesitz, gab sich nach acht Yards aus den ersten drei Spielzügen aber mit einem Field Goal zum 10:28 zufrieden. Nach einem Kickoff Return von Noriaki Kinoshita bis an Frankreichs 43-Yard-Linie reichten Japan dann drei Spielzüge zum nächsten Touchdown (35-Yard-Pass von Minoru Tono auf WR Naoki Maeda).
Entschieden wurde das Spiel aber schon in der ersten Halbzeit, in der die Franzosen keine große Gegenwehr zeigten. Bei Japans zweitem Ballbesitz ebneten zwei Pässe von QB Tetsuo Takata auf WR Ken Shimizu dem Favoriten den Weg zum ersten Touchdown, den RB Yasunori Maruta mit einem 5-Yard-Lauf über die Seite des linken Tackles erzielte. Anschließend profitierte Japan von mehreren Fehlern des Gegners. Beim folgenden Ballbesitz hatte sich Frankreich mit einem schönen Pass auf WR Steve Delaval an Japans 33-Yard-Linie vorgearbeitet. Im nächsten Spielzug verlor Sprauel im zwischenzeitlich strömenden Regen beim Passversuch den Ball (Raumverlust zehn Yards), und beim dann folgenden Punt-Spielzug geriet erst das Zuspiel vom Center zu flach und dann bekam der Punter den Ball nicht zu fassen. Japan kam so an der 30-Yard-Linie der Franzosen in Ballbesitz, und kurz darauf erzielte Maruta mit einem 3-Yard-Lauf durch die Mitte seinen zweiten Touchdown zum 14:0.
Frankreichs nächster Angriff lief ähnlich wie der davor. Zunächst gab es einen Pass auf Delaval, der Frankreich an Japans 41-Yard-Linie brachte, und im nächsten Spielzug ließ sich RB Dimitri Kiernan den Ball von DE Masayoshi Yamanaka aus der Hand schlagen. Japan übernahm den Ball an der eigenen 36-Yard-Linie. In sechs Spielzügen, vier davon erfolgreiche Pässe, ging’s bis an die 8-Yard-Linie. Dann folgten zwei Pass-Interference-Strafen gegen Frankreich und schließlich ein 1-Yard-Touchdown-Pass von Takata auf WR Michihiro Ogawa zum 21:0.
© Hoch - 11.07.2011

RB Yasunori Maruta erzielte die ersten beiden Touchdowns für Japan gegen Frankreich. (© Kratky)
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