Deutschland unterliegt unglücklich nach großem Kampf
Es war so etwas wie ein Deja vu für die Deutsche Nationalmannschaft gegen Mexiko. Wie schon 2003 im Halbfinale von Wiesbaden bei der WM in Deutschland, unterlag die AFVD Auswahl vor 5000 Zuschauern im Innsbrucker Tivoli nach großem Kampf am Ende doch noch, dieses Mal mit 15:22.
Erwarteten viele Fans eine richtige Klatsche und schienen die Voraussetzungen vor dem Turnier eher ungünstig, so wiederlegte die geschlossene Mannschaftsleistung und der couragierte Auftritt der Deutschen Nationalmannschaft die Unkenrufe aller Pessimisten. Zwar begann die Partie denkbar ungünstig für die AFVD Auswahl, doch spätestens im zweiten Viertel fand man in den eigenen Rhythmus und konnte mit den favorisierten Mexikanern gut mithalten. Mit einem 44 Yard Pass im dritten Spielzug überhaupt gelangte Oscar Ruiz in die deutsche Endzone, bevor im zweiten Viertel K Jose Carlos Maltos auf 0-10 erhöhte. Doch Deutschland fand über die Kampf zum Spiel zurück und hatte das Glück des Tüchtigen, dass Julian Dohrendorf ein eigentlich schon abgewehrter Pass noch in die Hände fiel. 15 Yards überbrückte dieser noch und die zahlreichen mitgereisten Deutschen Fans konnten zum ersten Mal jubeln. „Wir haben ein Problem gehabt mit dem Game Speed. Das sind wir zwar gewohnt, doch mussten wir uns erst wieder an das Tempo der Mexikaner anpassen. Als uns das gelungen ist, lief es besser für uns“, analysierte Quarterback Jo Ullrich die Partie.
Nach der Pause erhöhte Mexiko nach einem missglückten Lauf von Jerome Morris zunächst per Safety auf 7-12, bevor dieser sein Missgeschick wieder gutmachte und mit einem spektakulären Sprung in die Endzone das 13-12 erzielte. Jeder wusste, dass jetzt eine Two-Point Conversion folgen würde und so war es auch. Dominic Hanselmann war der Adressat des Passes von Jo Ullrich zur 15-12 Führung nur 11:05 Minuten vor dem Ende.
Doch wie schon 2003 gelang es Mexiko wieder das Spiel zu wenden. Zuerst gleicht Jose Carlos Maltos per 44 Yard Field Goal aus, dann fehlen Deutschland nur jeweils wenige Zentimeter zum Erfolg. CB Lenny Greene wurde als Receiver eingesetzt, doch der lange Pass von Ullrich fliegt leider über dessen Kopf hinweg. Ein Pass von Ullrich auf Dominic Hanselmann ist ebenso ein paar Zentimeter zu weit und so ist wieder Sand im Getriebe des Angriffsmotors der AFVD-Auswahl. So scheint es, dass die Deutschen nun Angst vor der eigenen Courage zeigen, denn die Seelenruhe und Routine mit der die Aufholjagd abgeschlossen wurde ist auf einmal weg. Zu viel will man nun erreichen und den Sieg unbedingt erzwingen, anstatt weiterhin im eigenen Rhythmus zu bleiben und das eigenen Programm abzuspielen, was sich in der Folgezeit rächen soll.
Denn besser machen es die Mexikaner, die jetzt wieder zu ihrem Spiel finden und nun vor allem Fehler in den Special Teams der AFVD-Auswahl ausnutzten. Mit langen Returns erreichen sie gute Feldpositionen, was am Ende den Unterschied machen soll. Rund 140 Sekunden vor dem Ende ist es RB Jose Conn Reyes, der sich in die Endzone durchtankt und den siegbringenden Touchdown zum 15-22 erzielt. „Die Jungs haben hart gekämpft und alles gegeben. Wir hatten ein wenig Pech und hatten durchaus die Chance zu gewinnen, haben es aber verpasst den Sack zuzumachen“, analysierte AFVD Leistungssportdirektor die Partie.
© Schüler - 08.07.2011

RB Jerome Morris erzielt den Touchdown zum 13-12 (© Schüler)
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