Monarchs bringen Favorit an den Rand einer Niederlage

Dresdens QB Robert Sommer übergibt den Ball an den herausragend spielenden Larry CroomDresdens GFL-Footballer kommen aus dem Tal der Tränen nicht heraus. Gegen die favorisierten Gäste der Mönchengladbach Mavericks mussten sich die Monarchs vor 1100 Zuschauern im heimischen Heinz-Steyer-Stadion knapp mit 15:19 (9:12/6:0/0:7/0:0) geschlagen geben. Bitter, denn erneut boten die Sachsen ein äußerst spannendes Spiel. Und erneut mussten sie am Ende dem Gegner die mittlerweile so wichtigen Punkte überlassen.

Klarer als vor dieser Partie war in dieser Saison noch nie eine Ausgangslage. Auf der einen Seite standen die Gastgeber, die mit Robert Sommer einen Spielmacher auf das Feld schickten, der zuvor noch nie im Football-Oberhaus diese Position gespielt hatte. Zudem waren die Dresdner verletzungsbedingt mehr als angeknockt. Sieben Stammkräfte fehlen inzwischen und so blieb dem Vorletzten der GFL-Nord nur die Rolle des krassen Außenseiters gegen Gladbacher, die seit Wochen auf sicherem Playoff-Kurs sind.

Dass die GFL-Begegnung am Ende so knapp ausfallen würde, hatten die wenigsten erwartet. Dresdens Fans hatten noch zu deutlich die schmerzhafte 40:14 Hinspielniederlage gegen die Mavericks im Hinterkopf. Im Mai hatten sich die Königlichen auswärts von einem sichtlich übermächtigen Gegner geradezu überrollen lassen.

Doch an diesem Samstagnachmittag spürten Monarchs-Fans und Spieler schon mit dem ersten Spielzug, dass es so eine einseitige Auseinandersetzung wie in Mönchengladbach nicht geben würde. Larry Croom wiederholte seinen Auftaktpaukenschlag von vor 14 Tagen, als er erneut den Kickoff-Return in seiner ersten Amtshandlung fast über das gesamte Feld in die gegnerische Endzone trug – 7:0 (PAT Hempel). Mönchengladbachs Angriff antwortete allerdings umgehend. In ihrem ersten Drive marschierten sie, geführt von Quarterback Colin Clancy, unaufhaltsam bis RB Rodney Kinlaw mit einem Lauf über zehn Yards die Dresdner Goalline überquerte – 7:6. Die anschließende Conversion misslang.

Nun war Dresdens dritter Quarterback Robert Sommer an der Reihe. Der eigentliche Wide Receiver kam unverhofft zu dieser Hauptrolle, weil neben Spielmacher Tyler Graunke nun auch sein Ersatzmann Eric Seidel mehrere Wochen verletzungsbedingt ausfällt. Nur einige wenige Trainingseinheiten hatte Sommer Zeit, sich mit der neuen Aufgabe zu befassen. Viel durfte man deswegen sicherlich nicht von ihm erwarten. Bis auf ein paar Ballübergaben zu Arbeitstier Larry Croom und einigen Läufen sprang auch nichts Zählbares heraus. Stattdessen punktete der Gast aus Gladbach und nutzte einen Fehler beim Dresdner Punt eiskalt aus. Mit einem 26-Yard-Pass auf Christoph Würz bedankte sich Clancy für die gute Feldposition – 7:12 (Coversion misslang).

In der Folge kam der Dresdner Angriff wiederholt nicht voran, ein First Down blieb aus. Allerdings trumpfte nun die Defense der Sachsen auf und setzte die Mavericks-Offense erheblich unter Druck. Ein Punt der Gäste wurde kurz vor deren Endzone zu einem „Safety“ geblockt – zwei Punkte für Dresden und neuer Spielstand von 9:12. Die Gastgeber witterten ihre Chance, weiter im Spiel zu bleiben. Larry Croom und Robert Sommer schafften mit Läufen die Vorarbeit für Kicker Jan Hilgenfeldt, der mit einem herausragenden 47-Yard-Field-Goal den Ausgleich schoss. Das zweite Viertel war geprägt durch das Spiel beider Defense-Reihen. Immer wieder hielt auch Dresdens Abwehr dagegen und ließ die Mavericks kaum agieren. Als Larry Croom diesmal die Lücke durch die Mitte fand, waren nur noch wenige Sekunden in der ersten Halbzeit zu spielen. Sein langer Lauf und das anschließende 32-Yard-Field-Goal von Holger Hempel brachte die Monarchs kurz vor dem Pausenpfiff mit 15:12 in Führung.

Überraschte Gesichter in der Spielpause, wer hätte das gedacht? Die Monarchs führen gegen den Favoriten. Jedoch war allen klar, dass die zweite Hälfte den Dresdnern noch einmal alles abverlangen würde. Das dritte Quarter begann wie das zweite endete. Die Defense der Monarchs machte ein Bombenspiel. Zwar ackerte Gladbachs Rodney Kinlaw, verteilte Clancy die Bälle auf Patrick Klein, Londen Fryar und Lenny Greene, doch meist zeigten sich die Monarchs aufmerksam. Erst kurz vor dem vierten Viertel lief Clancy selbst zu einem neuen First Down. Der folgende Kurzpass auf Londen Fryar brachte die 15:19 Führung (PAT Soberski) – der Gast führte erneut.

Dresdens Angriffsbemühungen waren ausschließlich auf das Laufspiel beschränkt. Larry Croom, Ivo Schönberner, Lucas Wetzel oder Robert Sommer selbst erkämpften Meter für Meter. So arbeiteten sich die Monarchs mühsam und mit vereinten Kräften bis kurz vor die Endzone der Mavericks. Nach vier neuen Versuchen jubelten jedoch nicht die Dresdner, sondern die Gäste. Der Ball blieb keine 30 Zentimeter vor der Goalline liegen, die Monarchs hatten alle Möglichkeiten verspielt, es einfach nicht geschafft. Mit einem Touchdown hätten die Goldenen das Spiel für sich entscheiden können, sie waren so nah dran.
Die verbleibenden sechs Minuten kontrollierten die Mavericks mit ihrem Laufspiel. Als zwei Minuten vor Schluss Gladbachs Angriff den Ball verlor und Dresdens Patrick Spieß das Ei eroberte, keimte nochmals Hoffnung, doch für einen auf Lauf fokussierten Angriff reichte am Ende weder die Zeit noch die Kraft 70 Yards zu überbrücken. Ein letzter Verzweiflungspass Sommers landete im Seitenaus.

Trotz der bitteren Niederlage und sichtlich verspielten Punkten, brauchen sich die Dresden Monarchs weiterhin nicht zu verstecken und sind diesmal nur sehr knapp am jetzigen Tabellenzweiten gescheitert. In der jetzigen Personalsituation ist dieses Ergebnis sogar eine kleine Überraschung. Kaufen können sie sich freilich dafür jedoch nichts. Der Blick richtet sich nach vorn. Auf das nächste Spiel gegen Plattling und das Lazarett, was sich hoffentlich bald etwas lichten wird.

Scoreboard:
7:0 Larry Croom, 80-Yard-Kickoff-Return (PAT #7 Holger Hempel)
7:6 Rodney Kinlaw, 10-Yard-Lauf (Conv. nicht gut)
7:12 Christoph Würz, 26-Yard-Pass von Colin Clancy (Conv. nicht gut)
9:12 Safety (geblockter Punt über Endzone)
12:12 Jan Hilgenfeldt, 48-Yard-Field-Goal
15:12 Holger Hempel, 32-Yard-Field-Goal
15:19 Londen Fryar, 6-Yard-Pass von Colin Clancy (PAT Arek Soberski)

Brock - 12.06.2011

Dresdens QB Robert Sommer übergibt den Ball an den herausragend spielenden Larry Croom

Dresdens QB Robert Sommer übergibt den Ball an den herausragend spielenden Larry Croom (© Brock)

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