Revanche gelungen
Mit dem klaren Resultat von 49:24 revanchierten sich die Winterthur Warriors bei den Luzern Lions für die Niederlage von vor einem Monat. Damals mussten sich die Warriors nach einer hohen Führung noch in den letzten Sekunden von den Luzern Lions geschlagen geben. Das Luzerner Team, das erst 2007 den Spielbetrieb in dieser Form aufnahm, hat die Warriors mit einer Spielweise überrascht, die weder innovativ noch attraktiv, aber höchst effizient und sehr wirkungsvoll ist. Spielzüge, bei denen ausser dem aktuellen Ballträger kaum ein Spieler auf beiden Seiten weiss, wo sich das Spielgerät befindet und unheimlich antrittsschnelle Läufer machten es Zuschauern und Gegnern nicht einfach, womit wir wieder bei der Bezeichnung "unangenehme Gegner" wären.
Auch diesmal traten die Luzerner mit dem genau gleichen System auf. Und eigentlich machten sie dort weiter, wo sie im April aufgehört hatten. Mit nur fünf Spielzügen vier First Downs und dann gleich auch noch den Touchdown mit Zusatzpunkten zu erzielen ist an Effizienz kaum zu überbieten. Doch die Reaktion der Warriors blieb dieses Mal nicht aus. Das deutlich abwechslungsreichere Spielsystem der Warriors verhalf den Gastgebern dann gleich zum Ausgleich nach Touchdowns. Weiter ging es Schlag auf Schlag: während man sich auf der Tribüne noch freute, kamen die Lions zum nächsten Touchdown zum 16:8. Erst im Verlaufe des zweiten Spielviertels gelang es den Winterthurern erstmals die Lions ein wenig zu stoppen und diese zu einem Punt zu zwingen.
Nach einer der vielen Strafen auf beiden Seiten wurden die Warriors auf die eigene 27-Yard-Linie zurückversetzt. Man zeigte aber dann einen wunderbaren Drive über 73 Yards bis zum nächsten Warriors-Touchdown durch Tino Gasser, der heute als Running Back für den verletzten Beat Wyss einspringen musste: Warriors 12, Lions 16. Und plötzlich wurde es hektisch: zuerst konnte Thomas Knobel den vom Luzerner Returner verlorenen Ball sichern. Dann warfen die Warriors eine Interception und gaben den Ballbesitz wieder ab. Und was machten die Luzerner? Sie warfen ebenfalls eine Interception, dieses Mal machte sich Marco Müller ganz lang und brachte den Ball direkt in die Endzone der Luzerner. Aber der Touchdown wurde nicht gezählt, weil ein Mitspieler von Müller ein Personal Foul begangen hatte, trotzdem blieb der Ballbesitz bei den Warriors. Justin Fisch sorgte danach mit einem Run von der 18 Yard Linie gleich selber für die nächsten Punkte für die Warriors und zum Führungswechsel bei 20:16, dies knapp 60 Sekunden vor Ende der Halbzeit. Die Luzerner reagierten sofort: Mit viel Power und den schnellen Beinen des Luzerner Running Backs rissen die Lions die Führung mit dem Pausenpfiff wieder an sich. Erinnerungen an das Hinspiel wurden wach und mit einem 20:24-Rückstand der Warriors gingen die Teams in die Katakomben des Deutweg Stadions.
Wie vor Wochenfrist in Thun kehrten die Warriors völlig verwandelt in die zweite Spielhälfte zurück. Was war passiert? Die Ansprache der Coaching Staff und der Teamleader war direkt, laut und liess die Wände der Garderoben erzittern. Die taktischen Massnahmen wurden besprochen und erstaunlich einfach und effektiv umgesetzt. Zwar konnte man im ersten Drive noch nicht punkten aber die Defense konnte nun endlich die Lions in Schach halten. Und dies bis zum Ende des Spiels. Die Lions konnten kaum mehr Raumgewinne erzielen, First Downs blieben Mangelware, dafür lief das Warriors Angriffsspiel mehrheitlich wie am Schnürchen. Nach dem 26:24 durch einen Pass von Justin Fisch auf Moritz Boller verloren die Lions einen Spieler aufgrund eines Platzverweises. Damit war man auch diesbezüglich ausgeglichen, denn nur wenige Minuten zuvor schickte der Referee auch einen Winterthurer nach zwei Unsportlichkeiten vorzeitig unter die Dusche. Den Lions schien danach nichts mehr zu gelingen und die Warriors drehten weiter auf. Tino Gasser war es, der kurz vor dem letzten Seitenwechsel noch einmal in die Endzone der Lions vordringen und das Skore auf 34:24 erhöhen konnte. Trotz einer weiteren Interception durch die Lions schienen diese nun aber nicht mehr in der Lage zu sein noch einmal etwas ausrichten zu können. Nur zwei Spielzüge später leisteten sich die Luzerner einen weiteren Fumble an der 15 Yard-Linie; perfekte Ausgangslage für die Warriors. Mit einem Pass auf Nicolas Fürer erhöhten die Warriors den Vorsprung auf 42:24, die Entscheidung war nun endgültig gefallen.
Der Höhepunkt am heutigen Tag gehörte der lebenden Warriors-Legende Salvatore Frisullo: die Lions verloren zum wiederholten Mal den Ball, der D-Liner Frisullo hob diesen auf und überwand die wenigen Meter bis in die Endzone zum 49:24 (nach PAT). Für den 40-jährigen Frisullo ein ganz seltener Moment, denn in seiner über zwanzigjährigen Karriere als Lineman hatte er nicht oft die Chance selber Punkte zu erzielen. Mit diesem letzten Touchdown des Spiels war dieses endgültig entschieden. Damit konnten sich die Warriors für die Niederlage von Luzern revanchieren und den zweiten Platz hinter den Bienna Jets sichern. Für das First Team steht nun ein spielfreies Wochenende an, welches aufgrund der leichteren und mittleren Verletzungen sehnlichst erwartet wird. Weiter geht es mit dem nächsten Heimspiel gegen das Universitätsteam aus Lausanne am Samstag, 4. Juni im Stadion Deutweg.
© Wittig - 23.05.2011

#98 DL Salvatore Frisullo konnte sich in die Scorerliste eintragen (© Warriors/Malherbe)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
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zum Ranking vom 20.05.2013