Winterthur verspielt Vorsprung
Die Warriors verloren in einem spannenden Spiel gegen die Luzern Lions mit 31:34. Die Luzern Lions gelten als unbequeme Gegner, und dies zeigten sie heute eindrücklich. Gleich im ersten Drive der Warriors provozierten sie einen Ballverlust und bekamen das Angriffsrecht zugesprochen. Wenige Minuten später konnten die Luzernern bereits zum ersten Mal jubeln. Trotz des Rückschlags markierte Justin Fisch kurz darauf nach zwei unvollständigen Pässen und einem 5-Yard-Run selber den ersten Touchdown für die Warriors. Nach dem Ausgleich versuchten die Luzerner, mittels Pass vorwärts zu kommen und dabei schaffte es Moritz Boller, den Ball in der Luft abzufangen und diesen gleich zum zweiten Touchdown der Warriors in die Endzone zu tragen. Wie aber schon beim ersten Touchdown verpasste das Special Team dann die Extrapunkte. Diese Fahrlässigkeit sollte am Ende des Spiels den Unterschied ausmachen und die Warriors brutal bestrafen.
Zu Beginn des zweiten Viertels erhöhte Michael Zingg zum 18:6, wiederum ohne Extrapunkt. Moritz Bollers Touchdown zum 25:6 inklusive PAT war dann der Beginn des Aufbäumens der Lions. Gerade noch mit Vollgas unterwegs, schienen die Gäste aus Winterthur einen Gang zurück zu schalten. Man bekam Mühe mit der einfachen Spielweise des Gegners, welche aus geschätzten fünf Laufspielzügen und zwei Passspielzügen bestand. Die Warriors leisteten keine große Gegenwehr und ließen sogar noch kurz vor der Pause einen weiteren Touchdown zum 12:25 zu. Die Punktedifferenz schien noch immer sehr komfortabel zu sein, doch reichen sollte es trotzdem nicht.
Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hat. Nach einem unvollständigen Drive der Warriors stürmten die Lions wieder in Richtung Endzone und mit einem Reverse-Trickspielzug hebelten diese die ganze Warriors-Hintermannschaft aus. Es stand nun, aus Sicht der Warriors nur noch, 20:25. Zwar konnten die Warriors kurzfristig noch einmal zum 20:31 erhöhen, dieses Mal durch Patrick Flückiger, aber da auch dieser Extrapunkt beziehungsweise die 2-Point-Conversion vergeben wurde, hatte man lediglich elf Punkte Vorsprung. Da man sich bereits im letzten Viertel befand, steigerten die Lions ihr Tempo noch einmal. Anstelle der bekannten Runs durch die Mitte oder den Reverse warf der Lions-QB einen weiten Pass auf einen seiner Receiver. Von der eigenen 31-Yard-Linie katapultierte man sich bis an die 5-Yard-Linie der Warriors. Beflügelt von diesem schönen Spielzug legten die Gastgeber nach und brachten den Ball zum nächsten Mal in die Winterthurer Endzone zum 26:31. Es waren noch ungefähr drei Minuten zu spielen, eine Ewigkeit im American Football. Insbesondere, wenn die Offense unter Druck gerät und nicht auf kontinuierlichen Raumgewinn spielen kann, sondern die weiten Pässe suchen muss, um das Polster noch ein wenig aufzubessern. Eigentlich wäre man kurz vor der Lions-Red-Zone gewesen, Beat Wyss hat den Ball von der eigenen 42-Yard-Line bis zur gegenüberliegenden 27er-Linie getragen, dies bei 1:54 auf der Uhr. Ein kurzer Run, ein QB-Sack und zwei unvollständige Pässe und schon wieder musste man sich entscheiden: Punten oder ausspielen? Munoz entschied sich bei 4th down & 20 in der Spielfeldmitte für den Punt, welcher dem Warriors-Punter missraten ist. Die Lions setzten alles auf eine Karte, versuchten wieder einen der wenigen Pässe und standen plötzlich an der 11-Yard-Linie der Warriors. Zweimal konnte die Warriors-Defense mit aller Kraft die Luzerner Running Backs in Schach halten, beim dritten Mal aber kamen die Luzerner durch und gingen mit 34:31 in Führung, was dem Schlussresultat entsprechen sollte.
© Siebertz - 26.04.2011

Die Luzern Lions besiegten die Winterthur Warriors trotz eines zwischenzeitlichen 6:25-Rückstands. (© Warriors/Malherbe)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
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Berlin Rebels
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