Panthers siegen dank zweier Punts
Der BBVA Compass Bowl wurde im Vorfeld von zwei Personalien überschattet: Auf Seiten der Pittsburgh Panthers ging es dabei um den Posten des Head Coaches. Nachdem die Saison bei Weitem nicht so erfolgreich verlief, wie ursprünglich erwartet, trennte sich die sportliche Leitung der Universität von Trainer Dave Wannstedt. Dieser wurde von Mike Haywood ersetzt, der bis dato als Verantwortlicher bei Miami of Ohio an der Seitenlinie. Doch keine drei Wochen später stand er im Fokus der Öffentlichkeit, weil er aufgrund einer Anzeige wegen häuslicher Gewalt verhaftet wurde. So stand letztlich Phil Bennett als Cheftrainer an der Seitenlinie, der unter Wannstedt für die Defensive zuständig gewesen war. In seinem letzten Spiel für Pittsburgh, er wechselt als Defensive Coordinator zu Baylor, konnte er für den zweiten Sieg der Panther in den letzten fünf Bowl-Teilnahmen sorgen.
Einer der Gründe für Pitts Sieg war aber auch das Fehlen von Quarterback Mike Hartline auf Seiten der Kentucky Wildcats. Womit die zweite Personalie auf dem Tisch wäre: Hartline wurde im Dezember wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet, nachdem er unter starkem Alkoholeinfluss auffällig geworden war. Die Sperre des Spielmachers, der in dieser Saison 3.178 Yards und 23 Touchdowns erworfen hatte, war seinem Team dann deutlich anzumerken. Brachte es Kentucky in der Spielzeit 2010 im Schnitt noch auf 33 Punkte pro Partie, waren es im BBVA Compass Bowl gerade einmal 10.
Es war allerdings keineswegs die alleinige Schuld der Offense, dass die Wildcats am Ende mit einer 10:27-Niederlage vom Feld gingen. Vielmehr waren zwei missglückte Spielzüge des Punt-Teams kurz vor und kurz nach der Halbzeit dafür verantwortlich, dass Kentucky auf die Verliererstraße geriet. Pittsburgh lag zum Ende des zweiten Viertels gerade einmal 6:3 in Führung als es Andrew Taglianetti gelang einen Punt von Ryan Tydlacka zu blocken. Letzterer machte beim Anlauf einen Schritt mehr als üblich und gab dem heranstürmenden Taglianetti so die Zeit um den Ball zu erreichen. So musste Pittsburgh nur noch zehn Yards überwinden, bevor es 34 Sekunden vor Ablauf der ersten Hälfte 13:3 stand.
Kentuckys erster Drive im zweiten Durchgang endete dann mit einem missglückten Trickspielzug des Punt-Teams. Der Snap ging zu Matt Roark, doch dieser konnte keinen Pass mehr absetzen, bevor er von der Special-Teams-Unit der Panthers zu Boden gebracht wurde. Pitt übernahm das Angriffsrecht an der 35-Yard-Linie der Wildcats und konnte den Turnover abermals in einen Touchdown ummünzen. Das daraus resultierende 17-Punkte-Defizit war dann zu groß, um noch aufgeholt zu werden. Im letzten Spielabschnitt hatte Kentucky zwar noch einmal die Möglichkeit mit einem Field Goal auf 14 Punkte zu verkürzen und noch einmal selbstbewusst in ein "Two-Posession-Game" zu gehen, doch spätestens als dieser Schuss neben den Stangen landete, war das Match gelaufen.
© Garn - 11.01.2011

Mike Hartline fehlte Kentucky an allen Ecken und Enden. (© Getty Images)
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