Ausstand mit Sieg gegen Legende
Unter normalen Umständen wäre der diesjährige Outback Bowl, in dem mit Florida und Penn State zwei Teams mit 7-5-Bilanzen aufeinander trafen, nur eines von vielen letztlich unwichtigen Spiele gewesen, weil aber mit Floridas Urban Meyer einer der erfolgreichsten Head Coaches der jüngeren College-Football-Geschichte seinen Ausstand gab, war das Interesse riesengroß. Mit einem 37:24-Sieg konnte sich Meyer am Ende einer schwierigen Saison, in der Florida die schlechsteste Bilanz in den sechs Jahren unter seiner Führung erreichte, immerhin mit einem Erfolg verabschieden. Entsprechend gelöst wirkte der erst 46-Jährige nach dem Spiel. „Ich bin völlig im Reinen mit mir, denn ich sah in der Kabine viele glückliche Gesichter“, sagte er später unter anderem. Meyer hatte am 8. Dezember überraschend seinen Abschied vom Coaching angekündigt, aus familiären Gründen. Vor einem Jahr, genauer kurz nach Weihnachten, war er schon einmal zurückgetreten, damals wegen gesundheitlicher Probleme, war aber nur 24 Stunden später vom Rücktritt zurückgetreten. Er tritt mit einer Gesamt-Bilanz von 104 Siegen und 23 Niederlagen (65-15 mit Florida) ab.
Zusätzlichen Reiz bezog die Partie in Tampa daraus, dass Meyer in seinem letzten Spiel ausgerechnet Penn States Joe Paterno gegenüberstand. Da traf die College-Football-Moderne auf einen Vertreter einer ganz anderen Zeit. Meyer ist einer aus einer ganzen Reihe jüngerer Head Coaches, die im letzten Jahrzehnt im Eiltempo in die Spitze vorgestoßen sind, die nicht mehr für jahrelangen behutsamen Aufbau stehen sondern für spielerische Innovation und schnellen Erfolg und die damit die Anforderungen, die an Head Coaches im College Football heute gestellt werden, verändert haben. Meyer hatte 2003 und 2004 mit Utah einen Nobody in die Spitze des College Footballs geführt, mit Florida im zweiten Jahr (2006) zum ersten Mal die National Championship gewonnen und zwei Jahre später zum zweiten Mal. Paterno ist das absolute Gegenbild. Der 84-Jährige ist seit 1950 im Coaching-Geschäft, seit 1966 Head Coach (immer bei Penn State), holte seinen letzten (von, gemessen an der langen Zeit, „nur“ zwei Titeln) 1986 und spottete in einem TV-Beitrag 2009 mal darüber, dass er nicht einmal einen Computer besäße und von Social Networks wie Facebook, Twitter, Myspace etc. keinen Schimmer habe. Trotz dieser Gegensätze schätzen sich die Beiden. „Ich bedauere wirklich, dass er den College Football verlässt. Er ist wirklich ein Gewinn für seine Familie, die Universität von Florida und den College Football“, sagte Paterno. Und für Meyer ist Paterno das Idealbild des College Coaches. „Sollte ich jemals eine Coaching-Schule eröffnen, dann würde ich jeden eine Arbeit über Joe Paterno schreiben lassen und vermitteln, dass seine Art die Art ist, wie man als Coach zu handeln hat, denn das ist College Football“, so Meyer.
Zum Spiel selbst: In dem war Penn State lange Zeit das solidere Team, während Florida unter den schon die ganze Saison über gezeigten Schwächen im Passspiel. Entscheidend waren am Ende die Special Teams und Floridas Abwehr, die fünf Pässe von Penn States QB Matthew McGloin abfing. Nach einer Interception an Penn States 39-Yard-Linie mit anschließendem 14-Yard-Return eine Minute vor Ende des dritten Viertels ging Florida acht Spielzüge später nach zwei Minuten im Vierten Viertel mit 27:24 in Führung (1-Yard-Lauf von RB Mike Gillislee), und etwas mehr als drei Minuten vor Spielende sorgte S Ahmad Black mit einem 80-Yard-Interception-Return zum 37:24 für die Entscheidung. Zu Beginn des zweiten Viertels war die zweite Interception (an Penn States 15-Yard-Linie) der Ausgangspunkt von Floridas 7:7 zwei Spielzüge später gewesen. Und sechs Minuten danach war Florida durch einen 27-Yard-Return nach geblocktem Punt vorübergehend, für etwas mehr als zweieinhalb Minuten, mal in Führung gegangen (14:7).
© Hoch - 02.01.2011

Floridas Head Coach Urban Meyer traf im letzten Spiel seiner Karriere auf Penn States Joe Paterno. (© Getty Images)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
Pittsburgh gegen Penn State – das war einmal eine der großen Rivalries im US College Football. Insgesamt spielten beide Hochschulen seit 1893 genau 96 Mal gegeneinander. Während der letzten Jahrtausendwende brach diese Serie ab und soll nun nach dem Willen der beiden Athletic Direktoren auf eine neue Basis gestellt werden. Eine entsprechende...alles lesenO'Brians Mission geht weiterPenn States RechnungenBrief an die NCAA
An Lymphdrüsenkrebs ist der ehemalige Notre Dame Spieler Asaph Daniel Schwapp im Alter von 26 Jahren verstorben. Schwapp wurde in Hartford am 26. Januar 1987 geboren und hat seinen Kampf mit der heimtückischen Krankheit am 8. Mai 1987 verloren. Bei seiner Tante und seinem Onkel wuchs Schwapp ab dem neunten Lebensjahr auf, da seine Mutter...alles lesenNotre Dame plant RenovierungIrish im Cowboys StadiumEifert im Glück
„Unser Leben währet siebzig Jahr, und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahr, und ist es köstlich gewesen, so ist es Mühe und Arbeit gewesen“. In diesen Tagen hat ein ganz großer ehemaliger College Football Coach das Vergnügen, sogar das 90. Lebensjahr zu erreichen. Ara Raoul Parseghian wurde am 21.Mai 1923 in Akron, Ohio als Sohn armenischer...alles lesenVier zum SchlussManti Te'o auch dabeiOffense konnte nicht überzeugen
Amelia Island ist nicht nur die südlichste Insel der Sea Islands, die entlang der Ostküste der USA von South Carolina nach Florida verlaufen, sondern auch ein netter Ort, um das ACC Frühjahrstreffen durchzuführen.
Und weil zur Familie der Atlantic Coast Conference auch die Gruppe der Football Coaches gehört, wurde die Gelegenheit genutzt,...alles lesenZufall, oder Absicht? Der Weg nach obenWas wird am 25. April aus Björn Werner?
Neben dem GFL Punktspiel Hamburg Blue Devils vs. Köln wurden mittlerweile weitere Spiele im Norden für dieses Wochenende abgesagt.
In der GFL 2 Nord hat das Bezirksamt Hamburg-Mitte aufgrund des Dauerregens den Sportplatz Hammer Park geschlossen und somit muss die Begegnung Hamburg Huskies gegen die Bielefeld Bulldogs verlegt werden. Alle Karten...alles lesenStart der Cologne FalconetsMeister gegen Schüler - Duell an der SidelineMonarchs erwarten Ex-Trainer und seine...
Mit dem Kickoff um 15 Uhr am 25. Mai beginnt die Saison der Braunschweiger Löwinnen auf dem Sportplatz Rote Wiese in Braunschweig. Eigentlich sollte diese bereits am letzten Wochenende in Aachen starten doch leider kam es nicht soweit. Nach einer langen Fahrt und dem üblichen Warm-Up, musste zum Bedauern beider Teams festgestellt werden,...alles lesenGamecocks begrüßen alte BekannteJets fliegen nach BonnPaladins suchen Cheerleader-Nachwuchs
Wie die Cologne Falcons mitteilen, werden sie am Samstag nicht gegen die Hamburg Blue Devils antreten, da diese das Spiel gestern Abend abgesagt haben. Das Spiel soll zu einem späteren Termin nachgeholt werden. Als Begründung ist auch mittlerweile auf der Webseite der Hamburger zu lesen:
"Beim letzten Gameday gegen Dresden hat der Starkregen...alles lesenOsnabrück fordert Cougars herausDer große ShowdownReturn of Good
Sieben Spiele, sieben Siege - die Vienna Vikings sind bis jetzt das Maß aller AFL-Dinge. Doch die nationalen Leistungen sind am Sonntag nebensächlich - das Wikingerschiff macht sich auf in den Kampf um Europa. Der "First Stop" auf dem von den Wienern angedachten Weg zum Eurobowl-Titel sind die Sollerod Gold Diggers. Sicherlich eine zu...alles lesenFast noch schief gegangenWidrige BedingungenViertelfinale in der Schweiz