Der Titel bleibt Zuhause
Am Ende blieb dann doch alles beim Alten. Denn die Oklahoma Sooners sorgten dafür, dass die Nebraska Cornhuskers sich nicht nur ohne Titelgewinn in die Big Ten verabschieden, sondern auch dafür, dass die Footballer aus Lincoln wieder einmal ein Endspiel der Big 12 in unguter Erinnerung behalten werden. Denn die Sooners gewannen dank eines Field Goals von K Jimmy Stevens mit 23:20 und sorgten dafür, dass der Titelverteidiger in der Big 12 bleibt. Überhaupt war es ein Finale, in dem die Kicker den Ton angaben, denn 19 der 43 Punkte wurden von den Kick-Spezialisten erzielt. In den Annalen des Big-12-Finales werden aber wieder einmal andere Spieler haften bleiben. DB Travis Lewis zum Beispiel. Der Verteidiger der Sooners sorgte mit seinem Touchdown, resultierend aus einer Interception, und zwei eroberten Fumbles dafür, dass Oklahoma einen Rückstand von 17 Punkten aufholen konnte und das Spiel dann noch siegreich beenden konnte. Für die Sooners war es der insgesamt siebte Titelgewinn in der Big 12.
Nicht nur aus diesem Grund wird es ein Titelgewinn für die Ewigkeit sein. Denn mit den sieben Titeln hat Oklahoma sowie viele Finalsiege wie kein anderes Team in der Big 12 davon getragen. Außerdem konnten sich in den letzten sieben Jahren immer die Teams der Südgruppe freuen. Was den diesjährigen Sieg dann so einzigartig machen wird, ist die Tatsache, dass sowohl die Nebraska Cornhuskers als auch die Colorado Buffaloes die Big 12 verlassen werden, um in anderen Conferences ihr Glück zu versuchen. „Es ist schon etwas sehr spezielles, dass wir nun den letzten Titel in der Big 12 gewonnen haben. Und das wir diesen nun zu der langen Liste unserer Erfolge hinzufügen ist für uns dann auch noch mal etwas Besonderes“, freut sich Oklahomas Head Coach Bob Stoops nach dem Spiel.
Aber nicht nur die Tatsache, dass die Nebraska Cornhuskers die Big 12 nach dem Finale verlassen würden, gab der Partie eine gewisse Würze. Sondern auch das Duell der beiden Head Coaches. Sowohl Bob Stoops als auch Bo Pelini stammen aus Youngstown, Ohio. Beide gingen auf die Cardinal Mooney High School. Und Pelini war in der Saison 2004 Co-Defensive Coordinator unter Head Coach Bob Stoops bei den Sooners, bevor er über die LSU Tigers zu den Cornhuskers wechselte. Mehr als logisch, dass er dann gegen seinen ehemaligen Mentor den Titel gewinnen wollte. Trotz der langen Geschichte der Big 12, die 1954 als Big Eight den Spielbetrieb aufnahm, und der noch längeren Geschichte der beiden Teams, war es erst das zweite Mal, dass sie im Endspiel der Conference aufeinander trafen.
Doch wie schon im Vorjahr gegen die Texas Longhorns war es wieder einmal ein Field Goal, welches den Cornhuskers den bittersüßen Geschmack der Niederlage bescherte. War es im vergangenen Jahr noch ein Kick der Longhorns, der Nebraska jäh aus allen Titelträumen holte, war es in diesem das mangelnde Vertrauen von Pelini in seinen Spezialisten, das dem Gegner den Sieg bescherte. Denn nachdem die Sooners mit 23:20 in Führung gegangen waren, hatte Nebraska eigentlich alle Zeit der Welt, zumindest noch den Ausgleich zu schaffen.
Die Cornhuskers schafften es dann auch bis an die 39-Yard-Linie der Sooners. Doch nach einem Sack verlor QB Taylor Martinez zunächst den Ball, der dann von ihm immerhin an der 50-Yard-Linie wieder gesichert werden konnte. Durch eine Fünf-Yard-Strafe kam Nebraska noch ein kleines Stück nach vorne, um dann allerdings die Punt-Formation aufs Feld zu schicken. Im Nachhinein ärgerte sich Bo Pelini dann, dass er das Wagnis eines 62-Yard-Field-Goals nicht eingegangen ist. Die letzte Seifenblase zerplatzte dann im nächsten Drive der Cornhuskers, als Martinez zum siebten Mal an diesem Abend hinter seine Offensive Line zu Boden gebracht wurde.
© Hundt - 05.12.2010

Der Big 12 Titel geht an die Oklahoma Sooners (© Getty Images)
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