Die zwei Gesichter der Buckeyes
Seit 1963 hatten die Nittany Lions in Columbus keinen Touchdown mehr durch die Luft erzielt. In der ersten Halbzeit gelang ihnen in der Partie am Samstag dieses „Kunststück“ dann gleich zweimal. Da die Buckeyes gleichzeitig harmlos blieben und einzig ein Field Goal auf die Anzeigetafel brachten, bedeutete dies eine 14:3-Halbzeitführung und zahlreiche Buh-Rufe der Heimfans. „Die habe ich gar nicht beachtet“, sagte Defensive End Cameron Heyward nach dem Spiel. „Mir war auch so klar, dass wir in der zweiten Halbzeit anders auftreten müssen.“ Receiver Dane Sanzenbacher war da schon verständnisvoller, was die Reaktion der Anhänger betraf: „Wir wissen ja, wie sehr die Fans den Football hier in Ohio lieben. Wahrscheinlich hätte ich uns sogar selbst ausgebuht.“
Sanzenbacher war es dann auch, der den kuriosesten Touchdown des Tages fing. Ein tiefer Ball von Terrelle Pryor in die Doppeldeckung der Nittany Lions wurde in bester Volleyball-Manier abgelenkt und fiel dem mitgelaufenen Sanzenbacher in die Hände. Entscheidend für den Umschwung des Spiels war allerdings vor allem die Defense, die gleich zwei Interceptions für Touchdowns in die Endzone zurücktrug. Insgesamt fünf Mal konnten die Buckeyes das Ei in der zweiten Hälfte über die Goalline befördern, was 35 unbeantwortete Punkte bedeutete. Der Endstand von 38:14 versöhnte dann auch wieder die Fans im Horseshoe.
Joe Paterno, der seinen 401. Sieg als Trainer versäumte und stattdessen die 133. Niederlage einstecken musste, wollte OSU aber nicht zu viele Lorbeeren für die zweite Hälfte zukommen lassen. „Ich glaube nicht, dass die Buckeyes in der zweiten Hälfte so viele Dinge anders gemacht haben“, sagte die Coaching-Legende. Vielmehr war sein eigenes Team zusammengebrochen und „dafür waren eine Menge Dinge verantwortlich.“ Ohio-State-Trainer Jim Tressel dagegen war voll des Lobes für die Reaktion seiner Spieler: „Sie haben sich in der zweiten Halbzeit den Hintern aufgerissen. Ich bin unglaublich stolz auf meine Jungs.“ Der 11-Punkte-Rückstand war schließlich auch der größte, den eines seiner Teams in seinen zehn Jahren in Columbus drehen konnte. In der nächsten Woche kommt es für die Buckeyes nun zum wichtigen Duell mit den Iowa Hawkeyes. Dann sollte OSU lieber in allen vier Vierteln auf dem Platz stehen.
© Garn - 14.11.2010

Dane Sanzenbacher nahm den von den Buckeyes gebouncten Ball gerne entgegen (© Getty Images)
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